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Projektentwicklung und- Management: Teammanagement und Softskills in Projekten (Wintersemester 2015/2016)

Dozent: Peter Göttel

Beschreibung

Am Ende des Blockseminars verstehen Sie die für den Projekterfolg nötigen Softskills. Sie können ergebnisorientiert kommunizieren und Verhandlungen gestalten.Sie können sich selbst und Teammitglieder managen.

Ziele

Die Teamentwicklungsphasen nach Tuckman und das Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun kennen, für das Verstehen, die Planung und Reflexion von Teamprozessen nutzen und anwenden lernen.

Die Wahrnehmung sowohl von Selbstleitung und Mitverantwortung, als auch von Leitung und Leitungsverantwortung als erfolgskritische Faktoren erkennen und nutzen.

Entwicklungsphasen und die interaktive Prozessdynamik in (Projekt-) Teams kennen, verstehen und konstruktiv mitgestalten.

Verhandlungen und das Management von Konflikten als Leitung und/oder Mitarbeitende differenziert wahrnehmen und gezielt beeinflussen.

Arbeitspräferenzen und soziale Rollen– eigene und die der anderen - im Team identifizieren können, verantwortungsvoll aktiv einbringen, wechselseitig berücksichtigen und für die Auftragserledigung konstruktiv nutzen.


Inhalte

Softskills sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren im Projektmanagement, zentrale Fähigkeiten und Kenntnisse zur Sicherstellung des Projekterfolgs werden vermittelt.

Teamarbeit

Ein Projektleiter muss in der Lage sein, ein Team nicht nur nach fachlichen, sondern auch nach sozialen Rollen optimal zusammenzustellen. Orientierung kann z.B. das Modell sozialer Rollen von Professor Belbin bieten.

Während des Projekts sollte er die Teamdynamik erkennen und gezielt beeinflussen können. Als bekanntestes Modell werden die Phasen der Teamentwicklung von Tuckman behandelt.

In diesem Zusammenhang muss der Projektleiter auch negative Teameffekte wie „Social Loafing“, „Risk Shifting“ sowie „Group Think“ erkennen und angemessen darauf reagieren können.

Problemlösung und Kreativität

Ein Projektleiter ist ständig mit unterschiedlichsten Problemen konfrontiert, die er schnell und effizient mit der passenden Methode lösen muss. Zu diesem Zweck werden verschiedene Methoden der Problemlösung vorgestellt, z.B. Ishikawa Diagramm. Die oft vernachlässigte Beschreibung und Analyse des Problems werden ausführlich behandelt. Zur anschließenden Problemlösung ist jeder Projektleiter auf kreative Projektmitarbeiter angewiesen. In der Vorlesung werden als Ergänzung zum gewohnten, klassischen Brainstorming weitere, sehr effektive Kreativitätstechniken wie z.B. die 6-3-5 Methode“ vorgestellt und geübt.

Kommunikation

Laut der Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) scheitern Projekte vor allem an unzureichender Kommunikation. Die Beherrschung zentraler Kommunikationsmodelle und –techniken gehört deshalb zu zentralen Fähigkeiten jedes Projektleiters. In der Vorlesung werden Klassiker der Kommunikationspsychologie wie das Nachrichtenquadrat von Schulz von Thun oder die Axiome von Watzlawick vermittelt und geübt. Zentrale Gesprächsführungstechniken wie Ich-Botschaften, Fragetechniken, Abwehr von Killerphrasen und aktives Zuhören werden trainiert. Sonderthemen der Kommunikation (eMail-Knigge, Feedback) runden das Kapitel ab.

Verhandlungen

Ein Projektleiter verhandelt regelmäßig, z.B. über Projektinhalt, Ressourcen oder die Timeline. Zentral dabei ist die Anwendung verschiedener Verhandlungsstrategien – je nach Verhandlungspartners und Verhandlungssituation. Das Harvard-Konzept zur kooperativen Verhandlungsführung als weltweit führender Standard ist für die meisten Verhandlungssituationen am besten geeignet. An zwei Beispielen haben die Studenten die Gelegenheit das Erlernte praktisch umzusetzen.

Führung

Unter Führung versteht man die Anleitung und Unterstützung anderer bei der Erfüllung ihrer Funktionen oder Aufgaben im Dienst der Projektziele. Sie ist besonders dort wichtig, wo ein Projekt auf Probleme stößt, eine Änderung erforderlich wird oder Ungewissheit über die weitere Vorgehensweise besteht. Der Projektmanager muss die verschiedenen Führungsstile kennen und darüber entscheiden, welcher Stil in welcher Situation für ein bestimmtes Projekt, bei der Leitung des Teams und im Umgang mit der Geschäftsleitung und den betroffenen Stakeholdern angemessen ist.

Motivation und Engagement

Jeder Projektleiter damit rechnen, wenig motivierte Mitarbeiter in seinem Team zu haben. Ebenso wird es aufgrund der Zunahme von Multiprojektsituationen immer schwieriger, motivierte Mitarbeiter für das eigene Projekt zu bekommen. Die Motivation von Projektmitarbeitern erfordert vom Projektmanager, dass er sich der Fähigkeiten und Erfahrung, der persönlichen Einstellungen und Umstände und der wesentlichen Beweggründe der Person bewusst ist. Ebenso sollte er sich bei seinem Handeln an zentralen Motivationstheorien wie z.B. der Zweifaktorentheorie von Herzberg orientieren können.

Konflikte und Krisen

In Projekten kommen oft verschiedene Personen, die einander nicht kennen aus verschiedenen Abteilungen/Firmen mit widersprüchlichen Kulturen zusammen und müssen oft unter großem Druck ehrgeizige Projektziele erreichen. Konflikte bleiben da nicht aus. Für den Projektleiter ist es zentrale, Konflikte durch geeignete Präventivmaßnahmen zu vermeiden, latente Konflikte vor ihrer Eskalation frühzeitig zu erkennen und bei ausgebrochenen Konflikten angemessen reagieren zu können.

Selbststeuerung

Der Projektmanager ist verantwortlich für die Früherkennung der Stressbelastung im Team, aber auch bei sich selbst. Mit geeigneten Zeit- und Selbstmanagementmethoden kann der Projektleiter wie der Projektmitarbeiter den Fokus auf Prävention legen. Bewährte Konzepte wie das Pareto-Prinzip oder die Eisenhower Methode helfen das Selbstmanagement effektiv zu gestalten.

Literatur

Seminarunterlagen sind auf dem Laufwerk (R:) abgelegt.

Thema

Literaturliste

Projekt-management- erfolg

Heinz Schelle: „Projekte zum Erfolg führen: Projektmanagement systematisch und kompakt“; Deutscher Taschenbuch Verlag; Februar 2014; 7. Auflage

Teamarbeit

Rolf van Dick: „Teamwork, Teamdiagnose, Teamentwicklung (Praxis der Personalpsychologie, Band 8)“; Hofgrefe Verlag; Februar 2013; 2. Auflage

Problemlösung / Kreativität

Michael Kniess: „Krativitätstechniken: Methoden und Übungen“, Beck im dtv, Juli 2006

Kommunikation

Schulz von Thun: „Miteinander reden 1: Störungen und Klärungen: Allgemeine Psychologie der Kommunikation“; Rowohlt Taschenbuch Verlag; April 2010; 48. Auflage

Verhandlungen

Roger Fisher, William Ury, Bruce Patton: „Das Harvard-Konzept: Die unschlagbare Methode für beste Verhandlungsergebnisse“; Campus Verlag; Mai 2015; 25. Auflage

Führung

Fredmund Malik: „Führen Leisten Leben: Wirksames Management für eine neue Welt“; Campus Verlag; August 2014; 1. Auflage

Motivation und Engagement 

Reinhard K. Sprenger: „Mythos Motivation: Wege aus einer Sackgasse“; Campus Verlag; 20. Auflage

Konflikte und Krisen

Friedrich Glasl: „Selbsthilfe in Konflikten“, Verlag Freies Geistesleben, November 2007

Selbst- steuerung

Lothar Seiwert: „Zeit ist Leben, Leben ist Zeit“; Ariston Verlag; November 2013


Lern- und Lehrformen

  • Vorbereitung der Themen anhand der Literaturliste
  • Bearbeitung einer Fallstudie
  • Vorträge des Dozenten und der Teilnehmer
  • Rollenspiele und Simulationen
  • Plenums- und Gruppenarbeit, selbstreflexive Einzelarbeit
  • Kollegiales Feedback

Leistungserfassung

Eine lückenlose Anwesenheit im Blockseminar wird vorausgesetzt.

Vor dem Seminar erarbeiten die Studenten eine kurze Präsentation (mit mindestens 2 Medien) zu einem ausgewählten soft skill Thema.

Ferner wird vor dem Seminar eine Fallstudie durch die Studenten bearbeitet.

Im Seminar schreiben die Studenten eine Abschlussklausur.

Gruppenarbeiten sind für die Präsentation und die Fallstudie möglich, wenn die Einzelleistung ausgewiesen wird.

Alle drei Ausarbeitungen (Kurzreferat, Fallstudie und Klausur) werden gleich gewichtet und ergeben die individuelle Gesamtnote.

Diese Lernschleifen ermöglichen den Transfer des Erlernten in das persönliche Arbeitsumfeld eines jeden Studierenden.

Die lückenlose Anwesenheit, aktive Teilnahme und Mitarbeit an den Projektsimulationen sind die Grundlage für die individuelle Leistungsbeurteilung.

Termine

7.  bis 9. März 2016

Arbeitszeiten und durchgängige Anwesenheit ("Anwesenheitspflicht") :

1. Tag  09.00 - 18.00

2. Tag  09.00 - 18.00

3. Tag  09.00 - 15.00

 

Allgemeine Information

  • Semesterwochenstunden : 2
  • ECTS : 0
  • Benotet : Ja
  • Einschreibefrist : 15.02.2016
  • Programm : IT-Systems Engineering BA
  • Lehrform : SP
  • Belegungsart : Wahlpflicht

Module

  • Projektentwicklung und -management

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