Bachelorprojekt Ariadne

Die Kunstwelt ist reich an Daten: Werkverzeichnisse, Ausstellungskataloge, Auktionsdatenbanken, Provenienzakten und digitale Sammlungen wachsen stetig. Doch diese Bestände sind fragmentiert, über Institutionen, Länder und Formate verteilt und selten miteinander verknüpft. Kuratoren, Provenienzforscher und Kunsthistoriker stehen daher vor der Herausforderung, relevante Informationen mühsam aus heterogenen Quellen zusammenzuführen - ohne Gewissheit, ob das Bild vollständig ist. Eine Plattform, die vielfältige Sammlungen integriert, Beziehungen zwischen Künstlern, Werken, Orten und Ereignissen sichtbar macht und zugleich Datenqualität und -integrität sicherstellt, fehlt bislang. 

Der Open Art Register ist eine zentrale Datenbank zur Registrierung von Daten aus verschiedenen Quellsystemen (z.B. Informationssystemen oder Datenbanken in Museen oder anderen Forschungseinrichtungen). Er dient als zentraler Einstiegspunkt für Experten, um Informationen zu finden und weiterzuverwenden. Der OAR ist ein API-basiertes System, das die Integration von Informationen direkt in lokale Informationssysteme ermöglichen soll. Ein Beispiel für die Nutzung des OAR ist das Projekt “Netzwerke des Impressionismus” des Museum Barberini, in dem über den OAR Daten aus dem System des Wildenstein Plattner Institutes mit dem Barberini geteilt werden.

Das Ziel des Ariadne-Projekts ist die Erweiterung des OAR zur teilautomatischen Beschaffung, Bereinigung, Integration und Verknüpfung von Daten über Gemälde, Künstler, Orte, Ereignisse und Protagonisten der Kunstwelt. Das Projekt baut auf bestehenden Datenbeständen und der Open Art Registry der Projektpartner auf und erweitert diese systematisch:

  • Virtuelle Integration heterogener Datenquellen  aus unterschiedlichen Institutionen und Formaten
  • Datenqualität: Bereinigung, Matching und Konsistenzprüfung über Quellgrenzen hinweg
  • Verknüpfung von Entitäten — Werke, Künstler, Galerien, Ausstellungen, Orte, Zeiten — zu einem navigierbaren Wissensnetzwerk
  • Recherche und Exploration: gezielte Suche und Entdeckung unerwarteter Verbindungen
  • Nachhaltigkeit: eine erweiterbare, dokumentierte Plattform, die langfristig von Kunstfachleuten genutzt und gepflegt werden kann

Die entstehende Software soll von unseren gemeinnützigen Partnern genutzt werden können. Das Projekt folgt dem FAIR-Standard für Daten: findable, accessible, interoperable, reusable. 

Projektpartner Navigating Art

Die Mission von Navigating.art ist es, die Kunstgeschichte voranzubringen, indem digitale Werkzeuge entwickelt und Bildungsressourcen bereitgestellt werden, die Forschenden helfen, ihre Erkenntnisse als standardisierte, interoperable und dauerhaft nutzbare Daten zu veröffentlichen – frei zugänglich für Menschen weltweit. Ansprechpartner im Projekt werden Martin Lorenz (martin@navigating.art) und Lisa Weiß (lisa.weiss@navigating.art) sein. 

Projektpartner Museum Barberini

Potsdam hat mit dem Museum Barberini ein neues Kunstmuseum erhalten. Ausgehend von den Werken der Sammlung des Stifters und Mäzens Hasso Plattner reichen die Ausstellungsthemen von den Alten Meistern bis zur zeitgenössischen Kunst. Wissenschaftliche Symposien mit internationalen Kuratoren und Wissenschaftlern bereiten die Ausstellungen vor. 

Wir werden mit unseren Projektpartnern in regelmäßigem Austausch stehen und vor Ort Projekttreffen durchführen.

Wenn Sie Fragen zu diesem Projekt haben, wenden Sie sich bitte an Felix Naumann (felix.naumann@hpi.de).