In Deutschland gibt es über 20.000 Feuerwehren mit mehr als einer Million ehrenamtlichen und hauptamtlichen Feuerwehrleuten. Diese Feuerwehrleute sind für die Sicherheit und den Schutz der Bevölkerung verantwortlich und müssen auf eine Vielzahl von Einsätzen vorbereitet sein, von Bränden und Verkehrsunfällen bis hin zu Großschadenslagen wie Industriebränden oder Naturkatastrophen. Sie müssen in diesen Situationen schnell und effektiv handeln, um Menschenleben zu retten und Schäden zu minimieren. Ihre Aus- und Fortbildung ist deshalb von entscheidender Bedeutung.
Eine besondere Verantwortung bei jeglichen Feuerwehr-Einsätzen tragen die Führungskräfte, die in einer nicht vorhersehbaren Lage bei unvollständigen Informationen unter Zeitdruck wichtige Entscheidungen treffen müssen. In Aus- und Fortbildungen für Führungskräfte werden daher immer wieder Simulationen und Planspiele durchgeführt, um die Übenden mit möglichst vielen unterschiedlichen Szenarien zu konfrontieren. Für solche sogenannten Führungssimulationstrainings gibt es verschiedene Werkzeuge, von der Planspielplatte, einer Art Modelllandschaft in der Modellfahrzeuge platziert werden, bis hin zu 3D-Welten, welche virtuell begangen werden können.
In der Praxis hat sich allerdings gezeigt, dass ein unerfüllter Bedarf an niederschwelligen, gut skalierbaren digitalen Übungssystemen für Feuerwehr-Einsatzlagen besteht. Die bestehende Software FüSim Digital (ehem. Digitale FüSim MANV) deckt speziell den Teilbereich der Verletzenversorgung beim Massenanfall von Verletzten (MANV) ab. An der BFRA wird die FüSim Digital bereits für die Ausbildung rettungsdienstlicher Führungskräfte genutzt, wobei die Fachausbilder:innen großes Potential auch für die Führungsausbildung in anderen Bereichen erkannt haben. Bisher ist eine Nutzung für Einsatzgebiete wie Brandbekämpfung oder andere feuerwehrtechnischen Herausforderungen allerdings nur sehr eingeschränkt möglich.