In deiner Forschung untersuchst du, wie digitale Tools das Gesundheitswesen verändern können. Was sind die größten Chancen der Digitalisierung?
Ariel: Meine Forschung konzentriert sich in erster Linie darauf, was wir tun können, wenn Gesundheitsdaten und -systeme digitalisiert sind. Welche Auswirkungen hat dies auf Innovation und Unternehmertum im Gesundheitswesen und wie werden neue Technologien in der Praxis angenommen und eingesetzt? Die Digitalisierung selbst ist ein Mittel, kein Zweck: Sie ermöglicht es uns, neue Diagnosealgorithmen zu entwickeln, Programme zur Fernüberwachung von Patienten zu unterstützen und Modelle des maschinellen Lernens zur Unterstützung der medizinischen Entscheidungsfindung einzusetzen – hier findet der eigentliche Wandel statt!
Digitalisierung ist in der Regel ein fruchtbarer Boden für Innovationen. Welche Bereiche sind deiner Meinung nach im deutschen Gesundheitssystem besonders fruchtbar für Innovationen?
Ariel: Da gibt es so viele! Ich bin besonders begeistert von einigen den "niedrig hängenden Früchten“, bei denen Verwaltungsprozesse und Patientenerfahrungen durch bessere, nutzerzentrierte digitale Lösungen erheblich verbessert werden können. Da Deutschland in diesen Bereichen bisher nur langsam vorankommt, gibt es unzählige Möglichkeiten, durch gut durchdachte digitale Lösungen etwas zu bewirken.
Für deine Forschung im Rahmen des Digital Health Clusters am Hasso-Plattner-Institut bist du an Partnerschaften mit Praktikern interessiert. Welche Art von Praxispartnern suchst du?
Ariel: Forschung, die politische und unternehmerische Entscheidungen beeinflusst, hat die größte Wirkung, und diese Wirkung lebt von engen Verbindungen zur Praxis. Wir sind nicht nur daran interessiert, unsere Partnerschaften mit Gesundheitsorganisationen auszubauen, die Daten und relevante klinische Fragen bereitstellen, sondern auch mit Praxispartnern zusammenzuarbeiten, die unsere Kurse vor Ort unterstützen und sogar als Pilotnutzer und Standorte für die Tools dienen können, die wir am HPI entwickeln. Kurz gesagt, es gibt viele Möglichkeiten – also kommt zum Digital Health Innovation Forum und lasst uns reden!
In deinem Profil am HPI schreibst du, dass dich Wissenschaftskommunikation besonders inspiriert. Was genau inspiriert dich daran?
Ariel: Gute Wissenschaft hilft uns, die Welt zu verstehen, aber erst die Kommunikation der Ergebnisse ermöglicht es der Gesellschaft, sich weiterzuentwickeln. In vielerlei Hinsicht sind effektive Wissenschaftskommunikation und gute Lehre eng miteinander verbunden – und ich liebe es zu lehren! Ich sehe eine breitere Wissenschaftskommunikation nicht nur als einen Schlüsselfaktor für den gesellschaftlichen Fortschritt, sondern auch als eine natürliche Erweiterung von etwas, das mir am Herzen liegt und das ich gerne mit anderen teile.
Worauf freust du dich beim kommenden HPI Digital Health Innovation Forum im März am meisten?
Ariel: Ich liebe immer die Energie internationaler und interdisziplinärer Gespräche, und wir setzen uns dafür ein, dass diese Veranstaltung beides bietet! Persönlich bin ich absolut begeistert von unseren Rednerinnen und Rednern und freue mich besonders darauf, deutsche und internationale Expert:innen zusammenzubringen. Und macht euch bereit zum Lernen – ich kann es kaum erwarten!
Vielen Dank für das Interview, Ariel!