Artikel

Design Thinking für die Stadt von morgen: Ideen für mehr Akzeptanz

Einführung

Am 18.03.2026 summte es wieder im PotsdamLab im Bildungsforum im Zentrum von Potsdam: Prototypen von Türmen und vierrädrigen Fahrzeugen wurden hin- und hergeschoben, die Technik des großen Displays gecheckt. Die acht internationalen und interdisziplinären Teams des Global Design Thinking Workshops (GDTW) präsentierten die Ergebnisse von fünf Tagen intensiver Teamarbeit dem Projektpartner Berliner Stadtgüter GmbH.

Zusätzlich zur Arbeit in den Teams gaben zwei Guest Lectures erweiterte Einblicke zum Thema: Dr. Luise Runge von neuland21 zu „Digitale Innovation, datengestützte Bildung und Konfliktmanagement in Projekten zur nachhaltigen Entwicklung im ländlichen Raum“ und Julian Zefferer von City Lab Berlin zu „Der Kietz ist das Labor – Prototypenentwicklung für bürgerschaftliche Mitgestaltung in Berlin“.

Die Challenge

Wie immer orientierte sich der GDTW an den Sustainable Development Goals. Dieses Mal lag der Fokus auf „Regenerative Städte“ (Goal 11). Die Challenge der Berliner Stadtgüter: „Wie können wir die Skepsis der Öffentlichkeit in Akzeptanz und Wertschätzung für Naturschutzmaßnahmen umwandeln?“ Mit dieser Herausforderung stehen die Berliner Stadtgüter mit über 17.000 ha Flächen in Stadtnähe nicht allein da. Institutionen und öffentliche Unternehmen, die für naturnahe, öffentlich genutzte Flächen verantwortlich sind, müssen viele Interessen berücksichtigen: von der Sicherung der Wege über die Belange von Natur- und Artenschutz sowie der Pächter:innen bis hin zu den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung und Besucher:innen. Das verläuft nicht immer harmonisch.
 

Insights

Die acht Studierenden-Teams der HPI d-school ließen sich davon nicht abschrecken und machten sich auf die Suche nach gemeinsamen Schnittmengen zwischen den Interessensgruppen. Mithilfe des Design-Thinking-Mindsets tauchten sie tief in die Materie ein, besuchten Naturflächen wie die Rieselfelder in Stahnsdorf und den ehemaligen Mauerstreifen am Jenbacher Weg und sprachen mit Spaziergänger:innen, Anwohnenden sowie den verantwortlichen Ranger:innen und Projektleitungen der Berliner Stadtgüter. Wichtige Erkenntnisse aus dieser Recherchephase:

  • Die Zusammenhänge zwischen Pflege- und Aufbaumaßnahmen in den Naturräumen sowie deren Wirkung auf Natur und Umwelt sind Besucher:innen und Anwohner:innen oft unklar.
  • Anwohner:innen identifizieren sich stark mit den Naturräumen und der daraus entstehenden Lebensqualität. Sie möchten sich engagieren, haben jedoch auch Angst vor Veränderungen.
  • Die konkreten Verantwortlichkeiten für die Flächen sind häufig nicht transparent. Informationslücken werden schnell mit subjektiven Vermutungen gefüllt.
  • Besonders bemerkenswert: Die Menschen vor Ort wünschen sich weniger digitale Kommunikation und stattdessen konkrete Ansprechpersonen vor Ort.
  • Global Design Thinking Workshop - Final presentations
  • Gruppenfoto Global Design Thinking Workshop
  • Global Design Thinking Workshop Sustainable Cities
  • Global Design Thinking Workshop Sustainable Cities
  • Global Design Thinking Workshop Sustainable Cities
  • Global Design Thinking Workshop Sustainable Cities

Lösungen und Prototypen

Dieses Eintauchen half den Teams, ihren Fokus und Point of View zu schärfen und eine fundierte Grundlage für die Ideen- und Lösungsentwicklung zu schaffen. Die Ergebnisse überzeugten durch die Kombination aus analogen Objekten und digitalen Zugängen im Hintergrund: ein interaktives Vogelhaus, das mithilfe von Sensorik und KI Antworten auf häufige Fragen gibt; ein Mülleimer, der das Sammeln von Abfall spielerisch unterstützt und über eine App Community-Punkte vergibt; ein Aussichtsturm, der Überblick schafft und zugleich als Treffpunkt dient; sowie mobile Stationen mit digitalen Karten, die Zusammenhänge zwischen sichtbaren Maßnahmen und deren Effekten – bis hin zu CO₂-Einsparungen – anschaulich vermitteln und für Kinder spielerische Elemente bereithalten.

Die Teams übergaben ihre Ergebnisse und Prototypen in Form einer Dokumentation, die die Berliner Stadtgüter GmbH in ihrer Rolle als Partnerin für die Entwicklung der Metropolregion Berlin-Brandenburg sowie insbesondere in der Kommunikation mit den Nutzenden der Flächen unterstützen kann.

Wir danken der Berliner Stadtgüter GmbH für die offene und engagierte Zusammenarbeit sowie den Teilnehmenden des GDTW für ihren fulminanten Einsatz, ihre wertschätzende Haltung in den Interviews, die kritische Auseinandersetzung mit der Challenge und die kreative Entwicklung greifbarer Prototypen.

Weitere Neuigkeiten

Kontakt

Hast du Fragen? Wir helfen dir gerne weiter.