Was braucht es wirklich, um Resilienz erfolgreich in Organisationen zu verankern? Wie kann sich ein Unternehmen auf das Unbekannte vorbereiten? Wie führe ich mein Team unter Unsicherheit?
Die Covid-19-Pandemie war eine der größten Bewährungsproben für Führung und Organisationen weltweit. Prof. Dr. Lothar Wieler, ehemaliger Präsident des Robert-Koch-Instituts, und Dr. Esther-Maria Antão, die am RKI unter anderem die Wissenschaftskommunikation mitgestaltet hat, blicken auf ihren Umgang mit der Krise zurück, auf individueller ebenso wie auf institutioneller Ebene. Beide sind inzwischen am HPI im Bereich Digital Global Public Health tätig.
„Das Wichtigste ist eine gute Feedbackkultur: Die Mitarbeiter:innen brauchen genügend Vertrauen, um ihre Ansichten ansprechen zu können. Diese Kultur muss aber in der gesamten Organisation gelebt werden, das kann man nur gemeinsam verändern – vor allem, weil diese Kultur hierzulande nicht so stark ausgeprägt ist“, meint Lothar Wieler. „Transparenz fördert Vertrauen, und das ist das Fundament, um als Team gut durch Krisen zu kommen“.
Doch wie bereitet man sich proaktiv auf Krisen vor? „Jede Organisation sollte potentielle Risiken identifizieren und theoretisch durchspielen. Man muss die Leute challengen, Probleme zu lösen, und das immer wieder“, erklärt Wieler. Esther-Maria Antão erklärt, wie eine resiliente Organisation aussieht: „Ganz wichtig ist, dass für Alle Klarheit über Rollen und Zuständigkeiten herrscht. Zeit ist auch immer ein Faktor in einer Krise: Man muss schnell Entscheidungen treffen, es muss nicht die perfekte Entscheidung sein“.