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Landkreis Meißen wappnet sich für die Krisenkommunikation

Einführung

Wie können Menschen in Krisen handlungsfähig bleiben, auch wenn Technik versagt?

Akteure der Krisenkommunikation im Landkreis Meißen stellten diese Frage an ein Design Thinking-Team aus Studierenden der HPI d-school. Dieser Beitrag zeigt, wie eine Idee für ein Festival Wissen, Übung und Gemeinschaft in die Krisenvorsorge bringt.

Im Landkreis Meißen sind Hochwasser, Stromausfälle und Versorgungsengpässe reale Bedrohungen. Genau hier setzte das Forschungsprojekt „KRI-KOM – Neue Ansätze in der Gestaltung der Krisenkommunikation“ an. Die HPI d-school war als Partnerin beteiligt: Ein Studierendenteam entwickelte ein Konzept, das sie „Krisenfest“ nannten – ein interaktives Festival, das Krisenvorsorge spielerisch, praxisnah und gemeinschaftlich erlebbar macht.

Final Presentation KriKomm Crisis Communication

Warum es sich lohnt, das Zusammenspiel von Technik und Betroffenen aktiv zu gestalten

Katastrophenschutz funktioniert nicht allein durch Technik. Sirenen oder Warn-Apps sind wichtig, aber im Ernstfall nützen sie wenig, wenn Menschen nicht wissen, wie sie reagieren sollen. Gute Krisenkommunikation muss die Bevölkerung befähigen: Wer informiert und vorbereitet ist, reagiert ruhiger und schneller und entlastet gleichzeitig Einsatzkräfte, die im Krisenfall ohnehin am Limit arbeiten. Bildung, Alltagspraxis und lokales Miteinander werden so zu entscheidenden Bausteinen der Resilienz.

Das Design Thinking-Team der HPI d-school untersuchte deshalb gemeinsam mit Bürger:innen, Fachleuten und Rettungsdiensten, wie Kommunikation funktionieren kann, wenn klassische Infrastrukturen ausfallen. Aus diesen Erkenntnissen entstand das Konzept „Krisenfest“: ein Festival, bei dem Vorsorge zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis wird. Besucher:innen können an verschiedenen Stationen aktiv mitmachen – vom Erkennen von Sirenensignalen im „Siren Playground“ über praxisnahe Tipps im „Vorratskammer“-Modul bis hin zu „Mutmach-Geschichten“ von Menschen, die Krisen selbst erlebt haben. Mit einem spielerischen Logbuch halten Teilnehmende ihre Fortschritte fest.

Von der Idee zur Umsetzung

Nur ein Jahr nach dem Abschluss des Design Thinking-Projekts mit den Studierenden wurden viele dieser Ideen in die Realität umgesetzt: Der Landkreis Meißen rief einen neu gestalteten Bevölkerungsschutztag ins Leben, der Elemente des Festival-Konzeptes integriert. Damit wurde eine Idee aus dem Design Thinking Programm der HPI d-school in eine echte Praxislösung überführt und zeigt, wie Hochschulen und Kommunen gemeinsam innovative Wege gehen können.

Was bedeutet in im Kontext der Krisenkommunikation „Human in the Loop“?

Technik allein reicht im Krisenfall nicht. Menschen müssen aktiv eingebunden werden – durch gemeinsames Lernen, praktische Übungen und lokales Engagement. Wie Forschungen* zum Thema Community Resilience zeigen, entsteht Handlungsfähigkeit dort, wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Genau hier setzt der mit Hilfe von Design Thinking neu gestaltete Bevölkerungsschutztag an. Ein Modell dafür, wie Krisenkommunikation menschzentriert, nachhaltig und wirksam gestaltet werden kann.

Der Bevölkerungsschutztag findet am 27.09.2025 von 12 bis 17 Uhr anlässlich der Eröffnung des regionalen Zentrums für Brand- und Katastrophenschutz in Glaubitz im Landkreis Meißen statt.

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