Zunächst ist es wichtig klarzustellen, dass Strategic Foresight und Design Thinking unterschiedliche Konzepte sind. Nichtsdestotrotz binden wir Elemente von Strategic Foresight an mehreren Stellen des Design Thinking-Prozesses ein, da sie die Perspektive des längerfristigen Zeithorizonts einbringen.
Im Rahmen einer Problemanalyse blicken wir in die Vergangenheit, um zu verstehen, was bisher passiert ist. Dieses Wissen nutzen wir, um Szenarien zu entwickeln, die in möglichen Zukünften geschehen könnten. Wir orientieren uns dabei nicht nur an bestehenden Entwicklungen, sondern versuchen auch zu antizipieren, was in einem zeitlichen Horizont von zehn bis fünfzehn Jahren passieren könnte.
Wir möchten unseren Studierenden an der d-school also beibringen, ein Feingefühl für den weiteren Blick in die Zukunft zu entwickeln, den sie auch bei der Gestaltung ihrer Innovationen berücksichtigen sollen. Um eine Innovation zu entwickeln, die auch noch in zehn Jahren funktioniert und gebraucht wird, ist es wichtig, dass wir uns nicht nur unsere aktuellen, sondern auch unsere zukünftigen Nutzer:innen vorstellen. Welche Bedürfnisse werden die mal haben? Welche Technologien könnten dann entwickelt sein?
Im Rahmen des Testings bedeutet das, dass wir auch Expert:innen testen lassen. Wenn wir beispielsweise einen Prototyp für eine Lernmethode für Schüler:innen entwickeln, ist es natürlich wichtig, Feedback von den potenziellen Nutzer:innen dieser Lernmethode zu bekommen. Die Einschätzung einer Expertin, in dem Fall einer Pädagogin, ist allerdings auch sehr relevant, da sie die langfristigen Entwicklungen von Lernmethoden gut beurteilen kann. So wird aus Design Thinking ein strategischer Innovationsprozess.