Wann Digitalisierung Nachhaltigkeit vorantreiben kann – und wann nicht
Was hat Digitalisierung mit Klimaschutz zu tun und kann sie zu Nachhaltigkeit beitragen? Klar, mit zunehmender Digitalisierung wird sicherlich weniger Papier verbraucht und weniger Bäume werden für Briefe und andere Dokumente abgeholzt. Aber was ist mit dem Strom, den der Rechner benötigt, um Emails zu schreiben? Wie wurde das Smartphone hergestellt, welche seltenen Rohstoffe wurden dafür gefördert und welche Emissionen wurden dabei ausgestoßen?
Wer einen genauen Blick auf die Schnittstelle von Digitalisierung und Nachhaltigkeit wirft, wird schnell merken: Es ist kompliziert. „KI-Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen an Strom und Wasser. Die Internationale Energieagentur schätzt, dass künstliche Intelligenz bis 2030 etwa 3% des weltweiten Gesamtenergieverbrauchs ausmachen wird. Das ist beachtlich, vor allem wenn man bedenkt, dass Hunderte Millionen Menschen noch immer keinen Zugang zu Elektrizität haben“, erklärt Virginie Cauderary, Doktorandin an der HPI d-school. Sie beschäftigt sich mit den Emissionen, die Unternehmen ausstoßen. Warum sogenannte Scope-3-Emissionen entscheidend sind, und welcher politische Wandel stattfinden muss, erklärt sie im Interview.