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Wann Digitalisierung Nachhaltigkeit vorantreiben kann – und wann nicht

Einführung

Wann Digitalisierung Nachhaltigkeit vorantreiben kann – und wann nicht
Was hat Digitalisierung mit Klimaschutz zu tun und kann sie zu Nachhaltigkeit beitragen? Klar, mit zunehmender Digitalisierung wird sicherlich weniger Papier verbraucht und weniger Bäume werden für Briefe und andere Dokumente abgeholzt. Aber was ist mit dem Strom, den der Rechner benötigt, um Emails zu schreiben? Wie wurde das Smartphone hergestellt, welche seltenen Rohstoffe wurden dafür gefördert und welche Emissionen wurden dabei ausgestoßen? 

Wer einen genauen Blick auf die Schnittstelle von Digitalisierung und Nachhaltigkeit wirft, wird schnell merken: Es ist kompliziert. „KI-Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen an Strom und Wasser. Die Internationale Energieagentur schätzt, dass künstliche Intelligenz bis 2030 etwa 3% des weltweiten Gesamtenergieverbrauchs ausmachen wird. Das ist beachtlich, vor allem wenn man bedenkt, dass Hunderte Millionen Menschen noch immer keinen Zugang zu Elektrizität haben“, erklärt Virginie Cauderary, Doktorandin an der HPI d-school. Sie beschäftigt sich mit den Emissionen, die Unternehmen ausstoßen. Warum sogenannte Scope-3-Emissionen entscheidend sind, und welcher politische Wandel stattfinden muss, erklärt sie im Interview.

Treibhausgasemissionen digital messbar machen

Fest steht: Digitalisierung ist kein Garant für Klimaschutz. Gar keine Digitalisierung kann jedoch auch keine Lösung sein – nicht einmal aus ökologischer Perspektive. Um Treibhausgasemissionen reduzieren zu können, müssen wir mehr darüber wissen, wann, wo und wie viele Emissionen ausgestoßen werden. Mit Datenbanken und innovativer Software können Unternehmen ihre Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette akkurat messen. Aus diesen Daten können politische Entscheidungsträger:innen wirkungsvolle Strategien zur Eindämmung der globalen Erderwärmung formulieren. Digitale Infrastruktur wird durch die Sammlung von Daten über Emissionen zu einem Hebel für Veränderungen. 

Zu oft wird Klimaschutz zu einer individuellen Verantwortung gemacht, die Handlungsmöglichkeiten einzelner Menschen sind allerdings begrenzt. Laut einer Studie des Carbon Major Database aus dem Jahr 2024 sind nur 32 Unternehmen für die Hälfte der global emittierten CO2-Emissionen verantwortlich (The Guardian, 2026). Diese Unternehmen können nur zur Rechenschaft gezogen werden, wenn die Messung von Treibhausgasemissionen für Unternehmen in aller Welt verpflichtend wird. Nur wenn wir wissen, wie viele Emissionen Unternehmen ausstoßen, können wir sie dazu verpflichten, ihren schädlichen Einfluss auf das Klima zu reduzieren. 

Die Klimakrise ist ein komplexes Problem, das ganzheitliche Lösungen erfordert. Wenn digitale Infrastruktur nachhaltig produziert und sinnvoll genutzt wird, kann sie uns bei der Eindämmung der Erderwärmung helfen. Dahinter muss jedoch eine klare politische Vision stehen, die ein sozial gerechtes Leben für alle Menschen innerhalb planetarer Grenzen ermöglicht. 

Design Thinking Challenges rund um Nachhaltigkeit

Studierende unserer Programme beschäftigen sich ebenfalls mit CO2-Bilanzierungen für mehr Nachhaltigkeit. Im Projekt mit dem Startup Cula Technologies entwickelte ein Studierendenteam ein Tool, mit dem Arbeitnehmer:innen für die Treibhausgasemissionen ihres Arbeitgebers und im Büro sensibilisiert werden.  Zudem beschäftigen sich die Global Design Thinking Workshops (GDTW) der HPI d-school jeweils mit einem Sustainable Development Goal (SDG), den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. 
 

Quelle

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