Von Potsdam nach New York – eine Reise in die Welt der Digital Health-Forschung
Dr. Susanne Ibing promovierte 2025 am Hasso-Plattner-Institut mit einer Dissertation zum Thema "Data-Driven Insights into Chronic Disease from Health Records and Omics Data". Derzeit ist sie Postdoktorandin an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York. In diesem Interview spricht sie über ihren Forschungsweg und die Inspirationen, die ihre Karriere geprägt haben.
Hasso-Plattner-Institut: Kannst du bitte deinen Job und dein berufliches Aufgabengebiet beschreiben?
Dr. Susanne Ibing: Ich arbeite seit Juni 2025 als Postdoktorandin am Department of Genetics and Genomic Sciences an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York. Mein Aufgabenbereich liegt in der Analyse komplexer biomedizinischer Datensätze mit dem Ziel, neue Einblicke in Krankheitsmechanismen zu gewinnen.
HPI: Welche Aspekte deiner Arbeit bereiten dir am meisten Freude?
Susanne: Am meisten schätze ich die Zusammenarbeit mit Studierenden und Forschenden aus verschiedenen Fachrichtungen in interdisziplinären Teams, in denen man viel voneinander lernen kann. Besonders faszinierend finde ich die Momente, in denen neue Projektideen entstehen und konkretisiert werden, weil es sich so anfühlt, als würde etwas Neues aus dem Nichts entstehen.
HPI: Inwiefern hat dich dein Studium am HPI auf deine berufliche Karriere vorbereitet?
Susanne: Am HPI habe ich eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten gelernt – von der Konzeption eines Forschungsprojekts bis hin zur Publikation. Ich hatte immer viele Freiräume, meine Projekte selbst zu definieren und gestalten und bin dafür sehr dankbar. Besonders hilfreich war auch die institutionelle Kooperation zwischen dem HPI and der Icahn School of Medicine: Durch diese Zusammenarbeit konnte ich bereits während der Promotion Zeit in New York verbringen, wichtige Kontakte knüpfen und die Grundlagen für meine jetzige Stelle legen.
HPI: Gab es einen besonders herausfordernden Moment in deiner Karriere und wie bist du damit umgegangen?
Susanne: Ich habe meine Promotion in einer neuen Umgebung und Stadt in den ersten Zügen der Pandemie gestartet. Der Lockdown führte schnell zu einem sehr isolierten Arbeitsalltag, was sowohl mental als auch für die Themenfindung in der frühen Promotionsphase eine große Herausforderung war. Unsere starke Teamkultur und die Unterstützung meiner engagierten Mentor:innen haben mir sehr geholfen, diese Ausnahmesituation zu bewältigen.
HPI: Wer oder was inspiriert dich im Alltag oder hat dich in deiner Karriere inspiriert?
Susanne: Ich glaube, ich war schon von klein auf sehr neugierig – und wurde darin sehr durch meine Mutter geprägt. Ihr umfassendes Wissen, Tatendrang und ihre Fähigkeit, sich in neue Themen einzuarbeiten, haben mich immer beeindruckt. Diese Haltung übertrage ich auch auf meine wissenschaftliche Arbeit: offen zu bleiben, Neues zu lernen und gleichzeitig hoffentlich etwas Sinnvolles beizutragen.
Vielen Dank für das Interview.
Mehr über Susannes Forschung erfahren Sie hier.
Letzte Änderung: 27.05.2026, Patrick Lenz