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"Eine tolle Gelegenheit, Neues zu lernen"

Mehrere HPI-Forschende haben am vergangenen Chaos Communication Congress teilgenommen. Eine von ihnen ist Swantje Lange. Wir haben mit der HPI-Doktorandin über ihre Erlebnisse und ihren Talk auf dem Congress gesprochen.  

Hasso-Plattner-Institut (HPI): Wie hast Du persönlich den Chaos Communication Congress erlebt? 

Swantje Lange: Der Chaos Communication Congress ist immer eine sehr vielfältige Veranstaltung. Durch den Grundsatz „be excellent to each other“ und die Anregung an alle Teilnehmenden, sich selbst und eigene Ideen einzubringen, entsteht eine sehr offene Atmosphäre, die die persönliche Entfaltung fördert. Für mich ist der Congress eine tolle Gelegenheit, um sehr viele unterschiedliche Menschen zu treffen und viel Neues zu lernen. Es gibt viel zum Ausprobieren, Workshops und Talks und noch viel mehr. Zum Glück werden die meisten Talks aufgezeichnet, sodass ich mir dieses Mal viel Zeit für das nehmen konnte, was es neben den Talks so zu entdecken gab. 

HPI: Du hast einen Talk gegeben zum Thema Roaming und 5G – worum ging es genau? 

Swantje: Ich habe die Ergebnisse unserer Arbeit vorgestellt, die wir im September als Paper auf der ESORICS (European Symposium on Research in Computer Security) veröffentlicht haben. In dieser Arbeit haben wir uns damit beschäftigt, wie staatlich finanzierte Angreifende, die Zugriff auf die 5G Roaminginfrastruktur haben, eine Machine-in-the-Middle (MitM)-Position im Mobilfunknetz erreichen können. Aus dieser Position heraus können Angreifende z.B. Schwachstellen im Basisband eines Handys ausnutzen, um die volle Kontrolle über das Handy zu bekommen. Derartige Angriffe werden gegen sogenannte High-value Targets eingesetzt, also z.B. Menschenrechtsaktivist:innen, Journalist:innen oder Politiker:innen. Die Mobilfunkstandards wurden von Generation zu Generation immer weiter verbessert, um MitM-Attacken zu verhindern. Wir haben gezeigt, dass diese Mechanismen noch nicht ausreichen und die Angriffe immer noch möglich sind. 

HPI: Wie war das Feedback auf Deinen Talk? 

Swantje: Besonders gefreut hat mich das Interesse, was mir bereits während meines Talks entgegengebracht wurde. Die Bestuhlung der Bühne hat nicht ausgereicht, sodass viele Menschen stehen mussten. Nach dem Talk habe ich sehr viel gutes Feedback erhalten und es gab viele Interessierte, mit denen ich noch lange nach der Q&A-Session über meine Arbeit gesprochen habe. Ich habe sogar eine Chaos-Postkarte, die über das Congress-interne Postsystem zugestellt wurde, bekommen. 

HPI: Was nimmst Du als PhD-Studentin am HPI vom Chaos Communication Congress mit? 

Swantje: Ich halte es für sehr wichtig, an solchen nicht-akademischen Veranstaltungen teilzunehmen, um meine Forschung und vor allem deren Ergebnisse außerhalb der akademischen Welt bekannt zu machen. Das Feedback und die Fragen, die mir nach dem Talk gestellt wurden, bestätigen mich in der Relevanz meines Forschungsthemas und geben mir Hinweise, an welchen Aspekten ich als nächstes forschen kann. Außerdem ist der Chaos Communication Congress ein guter Ort, um Menschen zu finden, die sich ebenfalls mit Mobilfunk und Security beschäftigen. Durch den Austausch entstehen oft Ideen für neue Forschungsthemen, die nicht nur aus akademischer Sicht relevant sind. 

HPI: Swantje, vielen Dank für das Gespräch.  

Die Talks der HPI-Forschenden auf dem Chaos Computer Congress sind hier abrufbar: