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Nutzerorientierte Innovationen für Digital Health

Eine neue Ära für digitale Anwendungen im Gesundheitswesen

Am 15. Januar 2025 führte Deutschland die elektronische Patientenakte (ePA) ein, die allen gesetzlich Versicherten eine digitale Plattform zur Verwaltung ihrer Gesundheitsdaten bietet. Dies ist ein wichtiger Schritt in der Digitalisierung des Gesundheitswesens, der den Austausch medizinischer Informationen erleichtert und die Behandlungsqualität verbessert. Die ePA ermöglicht eine effizientere Diagnostik, reduziert redundante Untersuchungen und stärkt die Autonomie der Patient:innen.

Die ePA erleichtert den Zugang zu Daten. Darüber hinaus fördert die ePA Innovationen, indem sie eine Infrastruktur für digitale Gesundheitsanwendungen schafft. Sie eröffnet Möglichkeiten für personalisierte Gesundheitslösungen und stärkt die Rolle patientenzentrierter Technologie.

Interessant für

Unternehmer:innen, Professionals, Absolvent:innen, Projektpartner:innen, Forscher:innen, Student:innen

Das Hasso-Plattner-Institut: Motor für digitale Gesundheitsinnovationen

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam spielt mit dem Digital Health Cluster und der Expertise von Prof. Dr. Ariel Dora Stern, Alexander von Humboldt-Professorin für Digital Health, Economics and Policy, eine Schlüsselrolle bei der Weiterentwicklung der digitalen Gesundheitsversorgung. Die interdisziplinäre Forschung des HPI verbindet Technologiemanagement, Politik und Innovation und unterstützt dabei, dass die Digitalisierung zum Vorteil der Beteiligten genutzt werden kann.

Prof. Stern betont, dass die Digitalisierung ein Mittel zum Zweck ist, das Lösungen wie Diagnosealgorithmen, Fernüberwachung und KI-gesteuerte Entscheidungsfindung ermöglicht. Das HPI arbeitet mit Organisationen des Gesundheitswesens und Partnern aus der Praxis zusammen, um die Forschung in die Praxis umzusetzen und sicherzustellen, dass Innovationen den realen Bedürfnissen entsprechen und eine sinnvolle Wirkung erzielen.

Design Thinking: Ein lebenszentrierter Ansatz für das Gesundheitswesen

Die HPI d-school auf dem HPI-Campus setzt sich für Design Thinking ein – eine Denkweise und ein methodischer Ansatz, der die Nutzer:innen in den Mittelpunkt der Innovation stellt. Dieser iterative Prozess umfasst:

  1. Empathie: Verständnis für die Bedürfnisse und Herausforderungen der Patient:innen.
  2. Definition: Klare Identifizierung der Kernprobleme.
  3. Ideenfindung: Generierung kreativer Lösungen.
  4. Prototyping: Entwicklung und Verfeinerung von Konzepten.
  5. Testen: Evaluierung von Lösungen mit echten Nutzer:innen.

Durch die aktive Einbindung von Patient:innen in den Designprozess werden digitale Gesundheitslösungen intuitiver, effektiver und zugänglicher, was die Akzeptanz verbessert und positive Erfahrungen der Betroffenen mit dem Gesundheitswesen unterstützt.

Use case digital health project STEPbySTEP

Case Study: STEPbySTEP – Rehabilitation bei Schlaganfall mit Fokus auf den Menschen

Jedes Semester lernen Studierende aus aller Welt an der HPI d-school, wie sie reale Probleme mit dem Design Thinking-Ansatz lösen können. Die Lösungen werden von den Teams zu greifbaren Prototypen entwickelt. Die Praxispartner:innen kommen unter anderem aus dem Gesundheitswesen. Ein Beispiel ist der Prototyp "STEPbySTEP". 

Das Design Thinking-Projekt war eine Zusammenarbeit zwischen der Charité - Universitätsmedizin Berlin, Data4Life und Design Thinking-Studierenden der HPI d-school, die darauf abzielte, die Beteiligung Betroffener in der Schlaganfallrehabilitation zu verbessern. Schlaganfallpatient:innen haben oft Probleme mit der Mobilität und der Einhaltung von Rehabilitationsplänen. Durch Nutzer:innenbefragung identifizierte das Team die wichtigsten Herausforderungen, darunter der Bedarf an Motivation, klaren Anweisungen und einer vereinfachten Sensornutzung. Das Ergebnis war das All-in-One-Kit "SCHRITTfürSCHRITT" mit vorkonfigurierten Sensoren, elastischen Klettverschlüssen, integrierter Aufladung und intuitiven Schritt-für-Schritt-Anleitungen, das die Rehabilitation zugänglicher und benutzerfreundlicher macht.

Zum Use Case

Digitalisierung und Design Thinking: eine starke Synergie

Die Schnittstelle von Digitalisierung und Design Thinking bietet ein enormes Potenzial für das Gesundheitswesen. Während die ePA eine robuste digitale Infrastruktur bietet, ermöglicht Design Thinking, dass neu entstehende Anwendungen auf die Bedürfnisse der Patient:innen ausgerichtet sind. Dieser Ansatz fördert intuitive, effektive und weit verbreitete Lösungen im Gesundheitswesen.

Durch die Kombination von Technologie und menschenzentriertem Design kann das Gesundheitswesen zu einer stärker personalisierten, zugänglichen und patientenfreundlichen Erfahrung werden. Lösungen, die unter diesem Gesichtspunkt entwickelt werden, verbessern nicht nur die Behandlungsergebnisse, sondern kann auch die Zufriedenheit der Nutzer:innen und die Effizienz des Gesundheitssystems steigern.

Die Zukunft der digitalen Gesundheitsanwendungen gestalten

Die Einführung der ePA ist ein entscheidender Meilenstein für den deutschen Gesundheitssektor. Institutionen wie das HPI mit seinem Digital Health Cluster und der HPI d-school unterstützen diesen Wandel durch Forschung, Innovation, Studien und Weiterbildung für Professionals auf patientenorientierte Weise. 

Um das Potential der digitalen Gesundheit voll auszuschöpfen, müssen die Bedürfnisse der Patient:innen im Mittelpunkt der Innovation stehen. Durch die Verbindung von Technologie und menschzentriertem Design können wir sicherstellen, dass die Zukunft des Gesundheitswesens gleichermaßen empathisch wie innovativ ist.

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