Menschzentriertes Design kann der Schlüssel zu einer erfolgreichen Studie sein.
Bereits in der Recherchephase stellte sich heraus, dass neben einem veränderten Lebensstil vor allem die Geduld eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Rehabilitation spielt. Bei der Genesung nach einem Schlaganfall sind schnelle Fortschritte selten. Die Interviews mit Patient:innen, ihren Angehörigen und dem medizinischen Personal bestätigten diese Einschätzung. Überdies ergaben sich weitere wichtige Erkenntnisse für den Design Thinking-Prozess:
- Um die Patient:innen motiviert zu halten, benötigen sie mentale und emotionale Unterstützung.
- Die Langeweile aus sich wiederholenden Reha-Übungen und die Motivation aus sichtbaren Fortschritten stehen in einem Spannungsverhältnis.
- Es ist wichtig, individuelle Fortschritte aufzuzeichnen und realistische Ziele festzulegen.
- Die Anweisungen für die Reha müssen klar und leicht verständlich sein.
- Bisher geplante Befestigungsmittel der Sensoren zeigten sich als zu herausfordernd in der Handhabung.
Im Anschluss präsentierte das Projektteam seinen Zwischenstand Data4Life und bat um Feedback. Den größten potenziellen Nutzen sah das Unternehmen bei der Anleitung und Handhabung der Sensoren, worauf sich die Studierenden in der Folge fokussierten.
Es entstand eine umfassende Lösung als Prototyp: Alle für die „Sensor-S“-Studie benötigten Komponenten wurden in einer Box vereint. Darunter die Sensoren selbst, die dazugehörigen Befestigungsmöglichkeiten und einfache Anweisungen zur Verwendung, Positionierung und dem Aufbau der Bluetooth-Verbindung mit den Mobile Devices. User Experience und Usability standen hierbei im Vordergrund – passend zu den Bedürfnissen der Patient:innen sowie den Erwartungen unserer Projektpartner:innen.
Die Sensoren für den linken und rechten Fuß befinden sich in eigenen Cases und sind farblich, formal und durch die Buchstaben „L“ und „R“ gekennzeichnet. Die Tasten der Sensoren sind vergrößert und ebenfalls eingefärbt. Die breiten Klettbänder positionieren die Sensoren-Cases weitestgehend rutsch- und ruckelfest auf dem Mittelfuß. Da sie elastisch sind, können sie über jeden Schuh und jede Socke gestreift werden. Die Box beinhaltet Aussparungen für das technische Set-up wie Smartphones und/oder Smartwatches, die sich über integrierte Anschlüsse direkt in ihr laden lassen. Ebenso sind klare Anweisungen überall dort platziert, wo sie tatsächlich gebraucht werden. Das lässt die Patient:innen den Boxinhalt Schritt für Schritt bedienen und ist außerdem namensgebend für die All-in-one-Box: „SCHRITTfürSCHRITT“.
Ergebnis und Vorschlag des Projektteams der HPI d-school ist eine kompakte Sensoranwendung, die sich von bestehenden Lösungen durch ihr menschzentriertes Design abhebt.