Gerade die aktuelle Debatte rund um künstliche Intelligenz zeigt, wie schnell der Blick allein auf das technisch Machbare fällt und wie leicht dabei die zentrale Frage aus dem Fokus gerät: Für wen und wofür soll es eine Lösung sein? Oder konkreter: „Zuerst verstehen welcher Wert geschaffen werden soll und dann die Anforderungen an Technologie bestimmen“. Genau hier liegt ein zentraler Hebel für Entwickler:innen, Innovator:innen, Führungskräfte und Entscheider:innen. Auch ohne tiefes Technologie-Know-how lässt sich so Orientierung gewinnen. Der HPI AI Business Navigator bietet dafür einen klaren Rahmen.
Im Zentrum steht dabei nicht zuerst die Technologie, sondern das Produkt oder der Service, der damit gestaltet werden soll. Für wen soll ein konkreter Wert entstehen? Diese Perspektive lässt sich auch auf interne Prozesse übertragen: Wer profitiert? Wozu dient der Prozess? Dann folgt der Blick auf das Geschäftsmodell – mit Fragen zum Wertversprechen, zu Nutzer:innen und deren Erreichbarkeit, zu Kosten und Erlösströmen. Auch Teams, die auf den ersten Blick nicht direkt am Geschäftsmodell arbeiten, leisten hier einen Beitrag. Leadership bedeutet abzuschätzen, wie der Einsatz einer Technologie diesen Beitrag ändern und verbessern kann.
Führung heißt auch: Raum schaffen für diese grundlegenden Fragen – bevor Diskussionen in ein vorschnelles „Pro oder Contra Technologie“ abgleiten.
Auf dem Weg zur konkreten Technologielösung stehen zwei weitere Felder auf der Karte: Erstens die Kompetenzen – also die Technical Literacy, die notwendig ist, um Technologien wie KI sinnvoll und verantwortungsvoll einzusetzen. Was ist bereits vorhanden? Was müssen wir lernen, aufbauen oder extern einkaufen? Zweitens die Frage nach Ethik und Compliance. Gemeint sind hier nicht nur formale Vorgaben wie Datenschutz, sondern auch die soziale Prägung der Daten, mit denen ein System arbeitet – wie jeder Mensch weiß, der schon einmal mit voreingenommenen oder zu simplen Antworten der KI konfrontiert war.
Erst wenn diese Felder durchdacht sind, sollte sich der Fokus auf technologische Entscheidungen richten: auf die passende Dateninfrastruktur, Algorithmen, Systeme, Datenquellen und den Betrieb der Technologie. Der HPI AI Business Navigator macht diese acht Bausteine eines (KI-gestützten) Szenarios sichtbar – mit Hilfe einer Canvas und gezielten Fragen. Entwickelt wurde das Tool an der HPI d-school von Flavia Bleuel, Prof. Dr. Ralf Herbrich, Prof. Dr. Gerard de Melo, Robin Mehra und Prof. Dr. Falk Uebernickel am Hasso-Plattner-Institut. Das Whitepaper dazu steht ab sofort zum Download bereit.
Im Interview werfen wir mit Prof. Dr. Gerard de Melo einen Blick auf die Bedeutung einer KI-Strategie für Unternehmen und Organisationen.
Einen tieferen Einblick liefert auch der Artikel von Falk Uebernickel, Flavia Bleuel und Ralf Herbrich in der Ausgabe 05/2025 des Magazins changement!: Er zeigt anhand zweier Beispiele aus der Gesundheitsversorgung, wie sich KI systematisch integrieren lässt.
Leadership braucht heute vor allem eins: kontinuierliches Lernen. Und das gelingt am besten in direkter Begegnung. Die Tech Leadership Conference 25 am HPI setzt hier einen neuen Standard.
Noch intensiver wird es in den Workshops der HPI d-school – Professional Development. Hier entwickelst du deine Rolle weiter – und die Ihrer Organisation.