Herzlichen Glückwunsch Michelle Döring! Die HPI-Doktorandin wurde auf der ISAAC Conference (International Symposium on Algorithms and Computation) mit dem Preis für das beste Student Paper ausgezeichnet.
Michelle durfte ihren Preis auf der 36. Ausgabe der Konferenz vor Ort in Taiwan entgegennehmen. Die ISAAC Conference widmet sich der Forschung im Bereich Algorithmen und theoretischer Informatik.
In ihrem Paper geht es um Temporale Graphen, also "Netzwerke, deren Verbindungen nur zu bestimmten Zeitpunkten verfügbar sind, wie zum Beispiel bei einem S-Bahn Netz oder einem sozialen Netzwerk", erklärt Michelle.
Dieses Paper ist die erste Veröffentlichung der Doktorandin am Lehrstuhl "Algorithm Engineering" von Prof. Tobias Friedrich, die sie eigenständig verantwortet.
Im Interview erzählte sie uns von den wichtigsten Erkenntnissen ihres Forschungspapiers und schilderte ihre Erfahrungen in Taiwan.
Hasso-Plattner-Institut (HPI): Worum geht es in deinem Paper? Welches Problem geht es an?
Michelle Döring: In dem Paper untersuchen wir die grundlegende Struktur von "Temporal Graphen". Das sind Netzwerke, deren Verbindungen nur zu bestimmten Zeitpunkten verfügbar sind, wie zum Beispiel bei einem S-Bahn-Netz oder einem sozialen Netzwerk. Wir zeigen mathematisch, wie sich die Struktur des Netzwerks verändert je nachdem welches Modell man verwendet und welche Eigenschaften man für den Graphen annimmt.
HPI: Was ist die Haupterkenntnis deines Papers und wie sähe ein entsprechendes Anwendungsbeispiel dafür aus?
Michelle: Wir zeigen, dass die gängigen Modelle in einer eindeutigen Hierarchie zueinander stehen. An der Spitze steht ein besonders mächtiges Modell, mit dem man Netzwerke jeglicher Komplexität modellieren kann—welches aber auch kompliziertere Algorithmen benötigt. Am anderen Ende steht ein sehr einfaches Modell, welches zwar nur simple Netzwerke darstellen kann, dafür aber möglicherweise schnellere Algorithmen erlaubt.
HPI: Was fasziniert dich an dem Thema?
Michelle: Ich mag Strukturen und das Erkennen von eben solchen. Dafür haben wir in klassischen Graphen (wo alle Verbindungen immer verfügbar sind) schon sehr viele Werkzeuge, aber in Temporalen Graphen gibt es noch sehr viel zu entdecken. Selbst grundlegende Eigenschaften verhalten sich teilweise ganz anders.
HPI: Was bedeutet es dir, den Best Student Paper Award auf der ISAAC zu gewinnen?
Michelle: Ich freue mich sehr über die Auszeichnung. Es ist das erste Paper was ich alleine geschrieben habe und der Preis ist für mich eine Bestätigung, dass sich die intensive Arbeit gelohnt hat. Außerdem konnte ich auf der ISAAC sehr vielen Leuten von Temporal Graphen erzählen!
HPI: Wie war deine Erfahrung auf der Konferenz und in Taiwan, welche Eindrücke bleiben?
Michelle: Die Gastfreundlichkeit der Taiwanesen hat mich sehr berührt. Sowohl die Organisatoren als auch die Ortsansässigen in Taipei und Tainan waren super freundlich, hilfsbereit, und liebevoll. Die Konferenz war unglaublich gut organisiert; ich habe viele spannende Vorträge gesehen und neue (Forschungs-)Freundschaften geschlossen.
Ihr Paper "Simple, Strict, Proper, and Directed: Comparing Reachability in Directed and Undirected Temporal Graphs" ist hier abrufbar.