Hintergrundbild mit Farbverlauf

HPI goes Cinema: Sandra Wachter in „Digital Aliens“

Eine abstrakte Darstellung einer schwebenden Person in einer digitalen Umgebung

HPI goes Cinema: Rund 150 Gäste kamen zur Premiere der ARTE-Dokumentation „Digital Aliens – die neue Ungleichheit“ ins Filmtheater am Friedrichshain in Berlin. Mit dabei war auch HPI-Professorin Sandra Wachter, die im Film als Expertin zu Wort kommt. Im anschließenden Filmgespräch diskutierte sie mit Regisseur Marcus Fitsch und der Politikwissenschaftlerin Geraldine de Bastion über digitale Ungleichheit, KI-Regulierung und die Verantwortung von Forschung, Politik und Unternehmen. 

Drehort HPI Data Center 

Gedreht wurde die Dokumentation unter anderem in unserem HPI Data Center. Kalte Luft, blinkende Server, lange Gänge: Die Kulisse wirkt fast wie in einem Science-Fiction-Film. Im Mittelpunkt des Films stehen jedoch sehr reale Fragen. Wer profitiert von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz? Und wer bleibt in einer zunehmend automatisierten Welt zurück? 

Sandra Wachter leitet am HPI die Forschungsgruppe Technologie und Regulierung und beschäftigt sich mit den rechtlichen, ethischen und gesellschaftlichen Folgen von KI. Ihr Blick auf digitale Systeme ist kritisch, aber nicht technologiefeindlich. Es geht ihr um Verantwortung. Während des Drehs an ihrem Arbeitsort am HPI fällt ein Satz, der für das Verständnis des Themas zentral ist: 

Wir können nicht erwarten, dass eine Welt, die unfair ist, auf einmal im Internet gerecht ist.


Wenn alte Daten neue Ungleichheit schaffen 

Diese Aussage von Sandra Wachter beschreibt ein zentrales Problem automatisierter Entscheidungen: Algorithmen lernen aus Daten. Diese Daten stammen aus einer Realität, in der Menschen nicht immer fair behandelt wurden. Wenn etwa frühere Bewerbungsverfahren durch Sexismus, Rassismus oder andere Formen von Diskriminierung geprägt waren, können KI-Systeme genau diese Muster übernehmen und in die Zukunft tragen. 

Automatisierung kann Abläufe schneller machen und Kosten senken. Doch für Wachter ist das allein kein Fortschritt: „Es mag vielleicht sein, dass der Prozess schneller ist oder zeitsparender oder auch finanziell günstiger, aber besser ist er nicht.“ 

Deshalb braucht es Transparenz: Welche Daten fließen in ein System ein? Welche Kriterien beeinflussen eine Entscheidung? Werden bestimmte Gruppen benachteiligt? Für die HPI-Professorin ist klar: Algorithmen können Ungleichheiten sichtbar machen. Was daraus folgt, muss aber der Mensch entscheiden. 

„Der Algorithmus zeigt nur: Hier ist eine Ungleichheit. Und du als Mensch entscheidest, ob du diese Ungleichheit hinnehmen kannst, ob sie gewollt ist, ob sie vorteilhaft ist oder ob du sie beseitigen möchtest“, erklärt Wachter. 

Die Dokumentation „Digital Aliens – die neue Ungleichheit“ ist seit dem 18. Mai in der ARTE-Mediathek zu sehen.

Eindrücke vom Dreh (Fotos: HPI/Julia Gühlholtz)

  • Sandra Wachter wird ein Mikrofon angesteckt
  • Sandra Wachter in einer Interview-Situation. Kamera und Licht wird eingerichtet.
  • Sandra Wachter in einem Serverraum
  • Das Kamerateam sieht sich Aufnahmen an. Sandra Wachter gibt ihr OK.
  • Das Kamerateam sieht sich mit Sandra Wachter Aufnahmen an
  • Das Kamerateam mit Kamera und Gimbal
  • Im Serverraum werden Aufnahmen gemacht. Sandra Wachter sieht sich bei den Aufnahmen zu
  • Im Serverraum werden Aufnahmen gemacht. Sandra Wachter sieht sich bei den Aufnahmen zu
  • Sandra Wachter wird im Serverraum durch Gitter gefilmt. Im Hintergrund sind viele Kabel zu sehen.