Child Health and Mortality Prevention Surveillance (CHAMPS) und das Hasso-Plattner-Institut (HPI) kündigen eine neue Partnerschaft an. Das Ziel: Das Verständnis für die Ursachen von Totgeburten und Todesfällen bei Kindern in Afrika durch den Einsatz von Technologie und Forschung zu verbessern. Die Zusammenarbeit wird sich auf drei Säulen konzentrieren: Technologietransfer zur Einbindung von KI und anderen digitalen Methoden, Aufbau von Kapazitäten für junge Wissenschaftler:innen und Unterstützung der Arbeit von CHAMPS in Südafrika.
Im Rahmen der Partnerschaft wird CHAMPS von der technischen Expertise und den Lösungen des HPI profitieren, während die HPI-Forschenden die Möglichkeit erhalten, Daten in konkrete Maßnahmen umzuwandeln. Gemeinsam wollen die Institutionen die Informationslücke schließen und Lösungen anbieten, die die Gesundheitsversorgung in Afrika verbessern und sich positiv auf das Leben in den Gemeinden auswirken, in denen CHAMPS tätig ist.
Cynthia Whitney, M.D., MPH, Executive Director und Principal Investigator von CHAMPS, hebt die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor:
Eine Partnerschaft mit dem HPI Digital Health Research Cluster bietet eine außergewöhnliche Gelegenheit, unsere Wirkung durch die Integration modernster digitaler Technologien, die Förderung von Innovationen und die Stärkung der Analysekapazität unseres globalen Netzwerks zu verstärken. Gemeinsam können wir neue Wege zum Verständnis und zur Prävention von Kindersterblichkeit erschließen, Daten in Maßnahmen umwandeln und eine gesündere Zukunft für die Gemeinschaften schaffen, die es am dringendsten benötigen.
Professor Shabir A. Madhi, Direktor von CHAMPS Südafrika und Dekan der Fakultät für Gesundheitswissenschaften an der Universität von Witwatersrand in Johannesburg, betont die lokalen Auswirkungen:
Der CHAMPS-Standort in Soweto, Südafrika, stellt eine Konvergenz von Innovation und dringenden Gesundheitsprioritäten dar und befasst sich mit den Bedürfnissen von mehr als 1,9 Millionen Einwohnern in einer Gemeinde, die von wirtschaftlichen Ungleichheiten und erheblichen gesundheitlichen Ungleichheiten betroffen ist. Die strategische Nähe zur Hasso Plattner d-school Afrika in Kapstadt und zur WITS VIDA Research Unit, die CHAMPS South Africa beherbergt, bietet einen fruchtbaren Boden für gemeinsame Innovationen. Gemeinsam wollen wir unser Verständnis der Kindersterblichkeit vertiefen und gleichzeitig lokales Fachwissen aufbauen, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen.
CHAMPS sorgt für wirkungsvolle Ergebnisse, indem es die Ursachen für den Tod von Kindern genau bestimmt und Entscheidungsträger:innen verwertbare Ergebnisse liefert. Um herauszufinden, warum ein Kind stirbt, wendet CHAMPS einen vielschichtigen Ansatz an, der die Erfassung klinischer Daten, die Durchführung mündlicher Autopsien, die Untersuchung auf Krankheitserreger und die Analyse minimalinvasiver Gewebeproben (MITS) mithilfe fortschrittlicher PCR- und Pathologietechniken umfasst. Diese gemeinsame Initiative erstreckt sich auf neun Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMIC) in Afrika und Südasien - Regionen, die eine unverhältnismäßig hohe Last der weltweiten Kindersterblichkeit tragen.
Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) wird sein gesamtes Fachwissen auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz einsetzen, um kritische Probleme anzugehen, wie z. B. die deutliche Senkung der Kindersterblichkeitsrate in Soweto/Johannesburg. Unter anderem werden Tausende von Autopsiebefunden mit Hilfe von maschinellem Lernen analysiert, um ein tieferes Verständnis für die Ursachen von Kindersterblichkeit zu gewinnen. Diese Erkenntnisse werden dazu beitragen, gezielte Gegenmaßnahmen zu entwickeln und die Gesundheitserziehung in Schulen und Gemeinden kontinuierlich zu verbessern. Das Endziel ist klar: die Kindersterblichkeit zu senken und die Lebenserwartung zu erhöhen.
Professor Lothar H. Wieler, Sprecher des HPI Digital Health Clusters und Leiter des Fachgebiets “Digital Global Public Health”, betont:
Digital Health wird die Medizin revolutionieren, das gilt sowohl für die öffentliche Gesundheit als auch für die Gesundheitsversorgung. Das Potenzial liegt auf der Hand, und wir sind bestrebt, diese Innovation umzusetzen, insbesondere in Bereichen, die am meisten davon profitieren. Wir vom Digital Health Cluster sind mehr als glücklich, dass wir nun Teil der Forschung sind, die den Tod von Kindern verhindert. Wir setzen uns dafür ein, Gesundheitsakten zu digitalisieren, Bildanalysen und Anamnesen zu automatisieren und präzise, gezielte Informationen zu liefern, um Totgeburten und den Tod von Kindern zu verhindern. Indem wir die Möglichkeiten der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz in Zusammenarbeit mit unseren CHAMPS-Kollegen nutzen, wollen wir einen bedeutenden Beitrag leisten. Unsere Bemühungen konzentrieren sich zunächst auf Südafrika und haben die digitale Integration der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen zum Ziel. Wir sind stolz auf diese neue Zusammenarbeit, die unseren jungen Wissenschaftlern die Chance gibt, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Die Arbeit von CHAMPS und HPI wäre ohne die großzügige Finanzierung und Zusammenarbeit mit der Gates Foundation und der Hasso Plattner Foundation nicht möglich.