Valentin Teutschbein ist HPI-Bachelorstudent im 6. Semester. Das heißt: Eigentlich hat der 21-jährige mit den Regelstudieninhalten alle Hände voll zu tun. Und trotzdem hat sich Valentin nun ein zusätzliches Projekt ausgesucht, das eher unüblich ist. Er ist Teil der HPI-Forschungskooperation mit der Stanford University in den USA. Das gemeinsame Forschungsprojekt zwischen HPI und dem Stanford Institute for Human-Centered Artificial Intelligence (HAI) bringt Studierende beider Institute in gemischten Teams zusammen, um sich Projekten zu menschenzentrierter KI zu widmen.
Mehr Sport treiben dank App
Das Besondere daran? Valentin ist der einzige Bachelorstudent in dieser Kollaboration. Das Programm ist eigentlich für Doktorand:innen ausgelegt. Eine Begegnung während eines HPI-Lauftreffs führte Valentin in diese besondere Position. Dort traf er den Uni Stanford-Doktoranden Matthew Jörke, der selbst im Rahmen der Kooperation für einen Forschungsbesuch am HPI war. Die beiden kamen ins Gespräch und Valentin erzählt: “Matthew hat hier für ein neues Forschungsprojekt nach Unterstützung gesucht. Da mir seine Projektidee sehr gefallen hat, habe ich mich bei ihm gemeldet und nach einem gemeinsamen Gespräch ist es dann zu dieser Zusammenarbeit gekommen.”
Valentin ist dankbar für die Möglichkeit, auch als Bachelorstudent schon an der Kooperation teilnehmen zu dürfen. “Ich habe mich sehr darüber gefreut und es als eine tolle Chance gesehen”, erzählt er. Ihr Projekt baut auf einer früheren Arbeit von Matthew auf, die sie nun gemeinsam weiterentwickeln. “Wir haben eine iOS-App entwickelt, die Nutzerinnen und Nutzern motivieren soll, regelmäßiger Sport zu treiben”, erklärt Valentin. “Dafür nutzen wir etablierte Methoden wie Wochenpläne und visuelles Feedback zum Fortschritt des Sports.” Zusätzlich werten sie momentan eine Studie aus, in der sie testen, ob ein KI-Assistent, der die Teilnehmenden beim Erstellen und Einhalten ihrer Trainingspläne unterstützt, eine Verhaltensänderungen fördern kann.
Forschung mit gesellschaftlicher Relevanz
An diesem Forschungsfeld interessiert Valentin vor allem die Kombination aus gesellschaftlicher Relevanz, technologischer Innovation und interdisziplinärer Zusammenarbeit: “Ich schreibe gern Software, forsche gern und hoffe, damit Menschen im Leben weiterzuhelfen. In diesem Projekt habe ich genau dazu die Möglichkeit und ich kann zudem in einer tollen und motivierten Forschungsgruppe mitarbeiten und weiterlernen.”
Zu dieser Gruppe gehören neben Valentin und Matthew noch Shardul Sapkota, Defne Genç und Sarah Chung, unter der Leitung von Prof. James Landay und Prof. Emma Brunskill. Vor Kurzem konnte er seine Teammitglieder auch endlich persönlich kennenlernen: Im Foto sehen wir Valentin auf dem Campus der Stanford University. Dort fand ein Workshop statt, bei dem die Kooperationsteilnehmer:innen zu einem gemeinsamen Austausch in Kalifornien zusammenkamen. “Es war ein großes persönliches Highlight für mich, meine Forschungsgruppe an der Stanford University vor Ort zu treffen. Ich hatte die Gelegenheit, unser gemeinsames Projekt in den Fachgruppen zu präsentieren und Zeit mit den beteiligten Studierenden zu verbringen. Es war toll, die Community so direkt zu erleben.”
Neues Projekt bereits in den Startlöchtern
Das nächste Projekt haben er und Matthew auch bereits im Visier. “Diesen Sommer werden zwei weitere PhDs im Rahmen der HPI-Stanford-Kooperation ans HPI kommen. In Gesprächen haben wir gemeinsame Interessen identifiziert und planen daher, zusammen ein neues Projekt zu starten.”
Dabei möchten sie persönliche KI-Assistenten entwickeln, die auf Basis von Screenshots der Computernutzung lernen, welche Handlung die Nutzer:innen voraussichtlich als nächstes ausführen möchten. Valentin ist sich sicher, dass das Kooperationsumfeld dafür der richtige Ort ist. “Diese Form der internationalen Kooperation erleichtert es enorm, gemeinsame Probleme bei bestehender Technologie zu erkennen und von verschiedensten Blickwinkeln aus anzugehen.”
Wir wünschen Valentin und seinem Team viel Erfolg für das kommende Projekt und danken ihm für das Gespräch!