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Warum Future Skills mit Eigeninitiative beginnen

Einführung

Die Entwicklung sogenannter „Future Skills“ ist eine Möglichkeit, Neuerung in die Welt der Bildung zu bringen. An der HPI d-school definieren wir Zukunftskompetenzen als das Zusammenspiel von Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen, die zusammen handlungsorientierte Kompetenzen bilden. Zu diesen Kompetenzen gehört es, mit Unsicherheit umgehen zu können und mit Unklarheiten zurechtzukommen.

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Bildung neu denken

Angesichts des rasanten Wandels unserer Zeit – von digitalen Umbrüchen bis hin zu globalen Verschiebungen – konzentriert sich die Debatte im Bildungsbereich oft darauf, was gelehrt und gelernt werden sollte, anstatt darauf, warum dies wichtig ist. Die tiefgreifendere Frage lautet jedoch: „Welche Art von Eigeninitiative sollen Menschen entwickeln?“ Sollen Menschen in für sie ungewohnten Situationen proaktiv und kreativ Lösungen herbeiführen können oder sich reaktiv an die neuen Gegebenheiten anpassen? Sobald die gewünschte Art der Eigeninitiative klar ist, können wir das Wissen, die Fähigkeiten und grundlegenden Einstellungen formulieren, die Lernende erwerben sollen – die notwendigen „Future Skills“.

Damit können wir Bildung neu gestalten: Sobald wir unser Ziel – die gewünschte Form der Eigeninitiative – definiert haben, können wir die dafür notwendigen Zukunftskompetenzen in Lernziele und Lernwege übersetzen: Was sollten Lernende in realen Situationen können? Wie werden sie erleben, dass sie kreativer und kooperativer geworden sind? Woher wissen sie, dass sie wirkungsvoll gestalten? Dies in die Praxis umzusetzen bedeutet, in einem Zyklus aus Handeln, Reflektieren und Anpassen zu arbeiten, unterstützt durch digitale Tools und Umgebungen, die uns beim Lernen helfen.

Das erfordert ebenfalls eine Diskussion auf der institutionellen Ebene: Wie können wir Bildungsresilienz in unsere Lehrpläne integrieren, damit unsere Lernenden die Zukunft gestalten können, anstatt sich nur an veränderte Bedingungen anzupassen? Bildung braucht Raum für Experimente – spezielle Räume, in denen Lerngemeinschaften reale Herausforderungen erforschen, Ideen entwickeln und Prototypen erstellen, reflektieren und iterieren können.

In Zusammenarbeit mit der Siemens Stiftung haben wir diesen Prototyp eines Kreativitätszentrums angeboten: Fast 200 Lehrkräfte haben Design Thinking an ihren Schulen getestet, um sich anders mit MINT-Bildung, dem Lernen im Klassenzimmer und ihrer Schule auseinanderzusetzen. Die meisten von ihnen befassten sich mit Themen der nachhaltigen Entwicklung. Diese Pilotprojekte zeigen, wie Handlungsfähigkeit wächst und welche Bedingungen dafür notwendig sind: Zeit, kompetente Moderation, Unterstützung durch die Führungskräfte und eine starke Lerngemeinschaft. Sie bieten einen kleinen Einblick in das, was spezielle Kreativitätszentren in großem Maßstab leisten könnten.

Weitere Anregungen, wie Lernräume gestaltet werden können, gibt Sherif Osman im Interview zu „Learning Experience Design“. Er erklärt, warum Hochschulen zu echten Neugier-Hubs werden sollten.

Für Studierende bieten unsere Programme an der HPI d-school nicht nur Lernräume, sondern zeigen echten Impact – etwa im Projekt mit der NGO Kiron. Der Artikel von Carleton, T. und Uebernickel, F. zeigt auf, wie gut formulierte Projektaufgaben für Studierende echte Kreativität freisetzen.
 

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