Use Case

Digitales Lernen für Geflüchtete mit echtem Austausch

Einleitung

Kiron ist eine NGO und digitale Lernplattform, die seit 2015 Geflüchteten den Weg in die Hochschulbildung ebnet – flexibel, kostenlos und unbürokratisch. Doch was braucht es, damit die Lernenden sich unterstützt fühlen und ihrer Traumkarriere nichts im Weg steht? Ein Team der HPI d-school hat ein Konzept entwickelt, mit dem Nutzer:innen Statuspunkte sammeln, sich vernetzen und gegenseitig unterstützen können. 

Projekt Partner*innen

Challenge

Wie kann die digitale Lernplattform Kiron so gestaltet werden, dass sie langfristig Perspektiven eröffnet und unter geflüchteten Menschen ein Gemeinschaftsgefühl entsteht? Mit dieser Frage trat die Non-Profit-Organisation Kiron Open Higher Education an ein Studierendenteam der HPI d-school heran. Die Herausforderung dabei: Das Lernerlebnis so neu zu gestalten, dass die Nutzer:innen mehr Orientierung, Motivation und eine gezielte Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt in DACH-Ländern und Jordanien erhalten. 

Ausgangspunkt

Dank Kiron wird Zehntausenden geflüchteten Studieninteressierten der Weg zur Aufnahme eines Studiums in Deutschland erleichtert. Viele Kiron-Nutzer:innen sind bereits hochqualifiziert und sehr motiviert, ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln. In ihrer neuen Lebensrealität stoßen sie jedoch auf sprachliche Barrieren, bürokratische Hürden und mangelnde Anerkennung – sowohl für ihre bisherigen Leistungen als auch für ihre Bemühungen im Alltag und auf der Lernplattform. Viele wünschen sich daher eine Atmosphäre der Wertschätzung. 

Nutzer:innen empfinden die Lernplattform oft als unübersichtlich und isolierend, sie wünschen sich mehr Struktur und Möglichkeiten zum Austausch. Insbesondere für Geflüchtete ist soziale Verbundenheit fundamental, um sich in ihrer neuen Umgebung integriert zu fühlen. Das Team der HPI d-school stellte fest: Was fehlt, ist echte Verbundenheit unter den Lernenden – ein zentraler Faktor, um die Motivation langfristig aufrechtzuerhalten. Wie kann also ein Lernangebot aussehen, das diesen Herausforderungen gerecht wird und den Menschen nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch beim Lernen motiviert und die Verbindung mit anderen Lernenden unterstützt?

  • Kiron Prototype Learning Plattform
  • Kiron Prototype Learning Plattform
  • Kiron Prototype Learning Plattform

Aha-Momente

Der Schlüssel lag in Empathie und Wertschätzung. Das Team führte Interviews mit geflüchteten Menschen, sowohl Kiron-Nutzer:innen als auch Teilnehmer:innen von Präsenz-Sprachkursen. Die Gespräche zeigten: Viele Nutzer:innen fühlen sich allein gelassen. Sie wünschen sich klare Lernpfade, Feedback zu ihren Fortschritten und eine Community, in der gegenseitige Unterstützung möglich ist. 

Aus diesen Einsichten entwickelte das Team einen Prototypen für das Kironeer Status System: Eine visuell ansprechende, gamifizierte Nutzerreise, die von "Beginner" bis "Volunteer" durch verschiedene Levels führt. Lernfortschritte werden sichtbar gemacht, Community-Engagement wird belohnt. Dies schafft einerseits eine klare Struktur, andererseits werden die Motivation der Studierenden sowie der Einsatz für ihre Bildungsziele wertgeschätzt. 

Um den Austausch stärker zu fördern, können Lernende nach Abschluss aller Levels andere Nutzer:innen auf ihrer Lernreise unterstützen und bekommen für ihr Engagement ein Zertifikat. 

Impact

Das Konzept des Kironeer Status Systems wurde mehrfach getestet, überarbeitet und konkretisiert – mit beeindruckender Resonanz. Die Erkenntnisse aus Interviews und Prototypentests zeigten klar: Sichtbarkeit von Lernfortschritt, Community-Zugehörigkeit und konkrete Anerkennung stärken die Motivation  und erhöhen damit langfristig auch die Verbleibquote auf der Plattform. Kiron hat nun mit dem Prototyp der HPI d-school ein ausgereiftes Konzept an der Hand, das sowohl technisch umsetzbar als auch anschlussfähig an bestehende Strukturen ist. Und vor allem: eines, das Menschen nicht nur bildet, sondern stärkt.

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