Ariel Stern, Alexander von Humboldt-Professorin für Digital Health, Economics and Policy, und Lothar H. Wieler, Professor für Digital Global Public Health, laden am 26. und 27. März zur HPI-Flaggschiff-Konferenz im Bereich Digital Health ein. Es ist die erste Auflage des Digital Health Innovation Forums, das am HPI in Potsdam stattfinden wird.
Jede:r, der bzw. die die Gelegenheit hatte, mit Professor Dr. Ariel Stern zu arbeiten, spürt sofort, dass sie eine Macherin ist. Jemand, der etwas bewirken will. Eine, die unendlich viel Energie zu haben scheint, um andere mitzureißen. In diesem kurzen Interview erklärt die DHIF-Gastgeberin, wie das Digital Health Innovation Forum am HPI als Katalysator für Problemlösungen bei einigen der drängendsten Herausforderungen im Gesundheitswesen dienen kann.
Hasso-Plattner-Institut (HPI): Ariel, warum ist diese Konferenz in der aktuellen Situation wichtig?
Prof. Ariel Stern: Das Gesundheitswesen steht heute vor einer Reihe neuer Herausforderungen. Wir haben Institutionen für die Regulierung, Bereitstellung und Finanzierung der Pflege geerbt, die im letzten Jahrhundert entwickelt wurden - ohne Rücksicht auf die transformativen Technologien, die dieses Jahrhundert prägen. Selbst die fähigsten politischen Entscheidungsträger:innen und Wirtschaftsführer:innen können den Wandel nicht allein vorantreiben. Was wir brauchen, ist eine vorausschauende Zusammenarbeit an der Spitze der Forschung, um Rahmenbedingungen zu entwickeln, die sich an die heutige, sich schnell verändernde Landschaft anpassen und sich mit ihr weiterentwickeln.
HPI: Was ist das Schwerpunktthema der Konferenz?
Ariel: Um die digitale Gesundheit voranzubringen, ist eine engere Zusammenarbeit mit Weltklasseforscher:innen erforderlich - und hier zeichnet sich das Digital Health Cluster des HPI aus. Als führende Drehscheibe für Forschung und Dialog können wir einige der weltweit besten Forschenden mit führenden Vertreter:innen aus Wirtschaft und Politik zusammenbringen und so das gegenseitige Lernen und den Austausch fördern. Unser Ziel ist es, nicht nur aufschlussreiche Diskussionen zu ermöglichen, sondern auch sinnvolle und wirkungsvolle Partnerschaften zu schaffen.
HPI: Inwieweit kann das Digital Health Innovation Forum ein “Problemlöser” sein?
Ariel: Ein einzelnes Problem zu lösen ist großartig; den Menschen Werkzeuge an die Hand zu geben, um viele Probleme zu lösen, ist noch besser! Das ist das Ziel unserer Workshops am zweiten Tag der Konferenz. Unsere Kolleg:innen von der d-school leiten einen Workshop zum Thema Design Thinking, während technisch Interessierte in einen Workshop zu Data Science eintauchen können. Außerdem werden unsere Partner aus Stanford eine Session zum Thema Biodesign für die digitale Gesundheit ausrichten. Jeder Workshop wird sich auf reale Szenarien konzentrieren und zeigen, wie diese Toolkits effektiv auf verschiedene Herausforderungen angewendet werden können.
HPI: Du vertrittst die akademische Welt. Was sind deine Ziele für dieses Event - und wo wollen wir hin?
Ariel: Ich war schon immer eine starke Befürworterin einer stärkeren Interaktion zwischen Forschung und Praxis. Bevor ich zum HPI kam, war ich zehn Jahre lang an der Fakultät der Harvard Business School tätig. Dort gehörte es nicht nur zum Job, über Politik und Wirtschaft zu diskutieren, sondern auch direkt mit Politiker:innen und Wirtschaftsführer:innen in Kontakt zu treten. Diese Gespräche waren der Auslöser für einige der wirkungsvollsten Projekte, an denen ich in diesem Jahrzehnt gearbeitet habe, und der Wert des Dialogs ist seitdem zu einem Eckpfeiler meiner Forschungsidentität geworden. Mit dieser Konferenz arbeiten wir daran, im Großen wie im Kleinen neue Beziehungen und Partnerschaften aufzubauen, die sich auf Forschung, Politik und Wirtschaft erstrecken.
HPI: Warum ist die Konferenz für dich persönlich so wertvoll?
Ariel: Meine persönliche und berufliche Identität reicht über den Atlantik, und ich habe einen Großteil meines Lebens damit verbracht, den immensen Wert des gegenseitigen Lernens zu schätzen, indem ich Erfahrungen und Erkenntnisse über Länder und Kontexte hinweg ausgetauscht habe. Diese bemerkenswerte Reihe an internationalen Vordenker:innen zusammenzubringen ist nicht nur eine persönliche Freude, sondern auch eine Gelegenheit, von der ich überzeugt bin, dass sie zu sinnvollen und wirkungsvollen Ergebnissen führen wird.
Vielen Dank, Ariel, für das Interview!
Tickets für die Konferenz gibt es hier.