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Trail Running, Fachgespräche im Café und 3D-Druck-KI

Man kann in jedem Café mit dem Nebentisch eine informierte Diskussion über Compiler anfangen. 

So fasst HPI-Doktorand Martin Taraz zusammen, wie sich Leben und Studium in Stanford anfühlen. Mit anspruchsvollen Tischgesprächen allein begnügte Martin sich natürlich nicht. Auf dem kalifornischen Campus arbeitete am Projekt „AI-Assisted Fabrication Tools“. Es ist eines von fünf Teilgebieten der Forschungskooperation des HPI mit der Universität Stanford.  

Die Idee dahinter: „Viele Laien können Modelle entwerfen, deren Form richtig aussieht“, sagt Martin. „Die größere Schwierigkeit liegt darin, Modelle so zu gestalten, dass sie sich drucken lassen und ihre mechanische Funktion behalten.“ vier Monate lang verbrachte Martin am Stanford Institute for Human-Centered Artificial lntelligence (HAI).

Fehler erkennen, bevor der Druck startet

Gemeinsam mit Prof. Maneesh Agrawala und dem PhD-Studenten Jiaju Ma untersuchte Martin Taraz, wie Large Language Models (LLMs) 3D-Modelle prüfen können. Sie sollen, so das Ziel, Hinweise auf Fehler vor Druckbeginn geben. So könnten Nutzer:innen früher erkennen, ob ein Modell an einer Stelle zu dünn ausfällt, bewegliche Teile blockieren oder Belastungen ein Bauteil gefährden. 

Das Projekt schlägt eine Brücke zwischen zwei Forschungswelten: Auf der einen Seite steht die digitale Fabrikation, also der Weg vom Entwurf zum physischen Objekt. Auf der anderen Seite stehen KI-Methoden, die komplexe Strukturen analysieren und bei Entscheidungen unterstützen. 

Ein Mekka für Technikbegeisterte 

Als Martin seinen Aufenthalt in Stanford plante, hoffte er auf einen Campus voller Menschen, die sich für Technologie begeistern. Stanford und das Silicon Valley sollten ihn nicht enttäuschen. Für ihn prägte eine überall spürbare Offenheit die Zeit: Gespräche über Forschung, Technologie und neue Ideen begleiteten den Arbeitsalltag und die Freizeit. 

Leben und Arbeiten – das liegt in Stanford nah beieinander. Viele Aktivitäten finden direkt statt: Sport, Konzerte, gemeinsames Essen und Wohnen. Wer Volleyball, Tennis oder Schwimmen mag, muss den Campus nicht verlassen.  

Trailrunning in der kalifornischen Sonne 

Martins Ausgleich zum Forschungsalltag: Laufen. Die Umgebung von Stanford bietet zahlreiche Strecken für Trailrunning. Das kalifornische Wetter machte es ihm leicht, regelmäßig draußen unterwegs zu sein. Im April belegte er beim „Horseshoe Lake Trail Run“ auf der Fünf-Meilen-Distanz sogar den zweiten Platz. 

Neben der Forschung und den sportlichen Erfolgen bleiben Martin vor allem die Begegnungen in Stanford in Erinnerung: „Ich habe viele neue gute Freunde dort getroffen und hoffe, dass sie mir noch lange nach dem Austausch erhalten bleiben“, sagt er. 

Nach vier Monaten kehrt er mit fachlichen Impulsen, neuen Perspektiven und persönlichen Erinnerungen nach Potsdam zurück. Sein Aufenthalt zeigt, wie internationale Forschung Ideen voranbringt: am Schreibtisch, auf den Trails rund um Stanford – und beim Gespräch im Café.