Der Weg beginnt mit dem Ausprobieren.
Im Interview-Rückblick mit den damaligen Workshop-Teilnehmenden hat sich der Design Thinking-Ansatz bei der AOK offenbar bewährt. Er wird von den Mitarbeitenden im Organisationsalltag immer häufiger angefragt.
Heike Kemper, Trainerin für Kommunikationsthemen in der Personalentwicklung bei der AOK Rheinland-Hamburg, bemerkt: „Die KollegInnen sind immer ganz begeistert von den Elementen. Als besonders wichtig für meine Arbeit hat sich die Verstehens-Phase herausgestellt. Schon allein mit der semantischen Analyse finde ich einen ganz anderen Einstieg in meine Trainings. Problematisches löst sich viel früher auf, und man kommt früher zum Punkt.“
Nicole Meisel betont noch einen weiteren Punkt: „Es gibt diesen Moment, in dem während des Design Thinking-Prozesses klar wird, dass die Kunden ggf. auch etwas anderes wollen, als im Vorfeld vermutet wurde. Deshalb hat die Empathie-Arbeit – inkl. der Verstehens-Phase – auch mit Loslassen von vorgedachten Lösungen zu tun.“
Die Methode findet also viel Zuspruch, sieht sich anfangs aber auch einigen Vorbehalten ausgesetzt. „Es ist ein freudiger Aha-Moment, wenn in den Interviews festgestellt wird, dass Vorbehalte unbegründet sind und Kunden die Befragung seltsam finden könnten. Im Gegenteil: Die Kunden freuen sich, dass sie gefragt werden, was ihnen wichtig ist“, fährt Nicole Meisel fort.
Anhand ihrer eigenen Projekterfahrung stellt Heike Kemper die Erkenntnis heraus, welch wichtige Impulse belegbares Nutzer:innenfeedback setzen kann. Hinsichtlich einer Befragung zur Optimierung des Beschwerdemanagements erinnert sie: „Die Kunden haben Dinge erzählt, die vielen schon klar waren. Aber es braucht den Anstoß von außen. Kaum einer hört auf den Propheten im eigenen Land.“