Use Case

Mit Cradle to Cradle zum Supermarkt der Zukunft

Einführung

In Zusammenarbeit mit der Cradle to Cradle NGO entwickelten Studierende der HPI d-school im Rahmen des Global Design Thinking Workshops Konzepte eines Cradle to Cradle-Supermarkts der Zukunft. Ziel des Projekts war es, den Nachhaltigkeitsgedanken in den Mittelpunkt des Einkaufserlebnisses zu stellen und ein immersives, multisensorisches Umfeld zu schaffen, das die Verbindung der Konsument:innen zu den Produzent:innen und ihren Produkten stärkt.

Projekt Partner*innen

Weitere Informationen

Challenge

In der Challenge sollten die Cradle to Cradle-Prinzipien nicht nur auf Produktebene, sondern auch in Infrastrukturen, Services und Rahmenbedingungen angewendet werden. Der Supermarkt als ein Ort, der für nahezu jede Person relevant ist, bot hierzu einen guten Ausgangspunkt, um weiterführende Fragen zu Zukunftsmobilität, Ernährung, Energieversorgung und Konsummustern zu stellen und Antworten neu zu denken. 

Die zentrale Herausforderung bestand darin, Konzepte für den Supermarkt der Zukunft zu entwerfen, die Nachhaltigkeit ins Zentrum des Einkaufserlebnisses stellen und durch innovative Technologien Vertrauen bei den Konsument:innen aufbauen. Das erforderte die Integration einer nachhaltigen Lieferkette.  Diese sollte Produkte nach den Cradle to Cradle-Prinzipien bieten, wie Lebensmittel in Verpackungen, die vollständig wiederverwertbar oder kompostierbar sind.

Ausgangspunkt

Die Beobachtungen und Interviews zu Beginn des Design Thinking-Projektes zeigten, dass eine zunehmende Entfremdung zwischen den Konsument:innen und der Herkunft ihrer Lebensmittel besteht. Viele Konsument:innen äußerten den Wunsch, mehr über die Produktion und den Ursprung der Lebensmittel zu erfahren, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. 

Eine der größten Hürden war das weitverbreitete Misstrauen gegenüber Nachhaltigkeitsversprechen von Supermärkten, die oft als Greenwashing wahrgenommen werden. Zudem wird ein bewusster, nachhaltiger Konsum durch undurchsichtige Informationen und eine unübersichtliche Angebotsvielfalt erschwert. Die Konzepte müssen also das Vertrauen der Konsument:innen zurückgewinnen. Die Idee wurde geboren, durch interaktive, multisensorische Erfahrungen  vertrauensvolle und nachhaltige Kaufentscheidungen zu fördern.

  • Cradle to Cradle - Supermarket of the future
  • Cradle to Cradle - Supermarket of the future
  • Cradle to Cradle - Supermarket of the future

Aha-Momente

Die Erkenntnisse aus Interviews mit Konsument:innen führten zu Lösungsansätzen, die in die Konzepte für den Supermarkt der Zukunft eingeflossen sind. Die Lösungsvorschläge wurden Cradle to Cradle von den Design Thinking-Teams der HPI d-school in Form von Prototypen zusammen mit einer umfangreichen Dokumentation vorgestellt.

  1. Verbindung zur Herkunft der Lebensmittel: Konsument:innen sehnen sich nach authentischen Informationen über die Herkunft ihrer Lebensmittel. Die Interviews der Studierenden bestätigten, dass viele Verbraucher:innen überzeugt sind, Supermärkte könnten mehr tun, um nachhaltige Praktiken transparent zu machen. Hier wurde deutlich, dass es nicht nur um die Umweltfreundlichkeit der Produkte geht. Auch eine tiefere Verbindung zwischen den Produzent:innen und den Kund:innen sollte hergestellt werden. Das Bedürfnis nach Transparenz führte zu Ideen zur Entwicklung technischer Lösungen wie QR-Codes und Apps. Diese ermöglichen es den Konsument:innen, detaillierte Informationen zur Produktion, Lieferwegen und Nachhaltigkeit eines Produkts zu erhalten.
  2. Multisensorisches Einkaufserlebnis: Ein weiteres wichtiges Ergebnis war die Erkenntnis, dass Konsument:innen ein immersives und multisensorisches Einkaufserlebnis bevorzugen. Es geht nicht nur um den Kauf von Produkten, sondern um das Gefühl, mit den Produzent:innen und dem Herstellungsprozess verbunden zu sein. Um dies zu fördern, wurde der Supermarkt als Erlebniswelt konzipiert, bei der nicht nur das Sehen und Hören, sondern auch das Riechen, Fühlen und Schmecken im Mittelpunkt stehen. So können Besucher:innen den Duft frischer Kräuter wahrnehmen, die Textur regional angebauter Produkte fühlen und die Geschichten der Produzent:innen über interaktive Displays hören.
  3. VR-Integration: Die Einführung von Virtual Reality (VR) ermöglicht es außerdem, die Herkunft der Lebensmittel auf neue Weise zu vermitteln. So konnten Konsument:innen mit Hilfe eines Prototypen etwa virtuell Spargel pflücken und mehr über die Herkunft ihrer Lebensmittel erfahren. Mit VR-Brillen ausgestattet, tauchten sie in virtuelle Bauernhöfe ein. Dort erlebten sie die Lebensmittelproduktion hautnah und entwickelten ein tieferes Verständnis für die Wertschöpfungskette. Diese innovative Erfahrung fördert nicht nur Vertrauen, sondern regt auch zu bewussterem Konsum an.
  4. Interaktive Informationsverteilung: Die Möglichkeit, Produkte per App zu scannen und Informationen direkt von den Produzent:innen zu erhalten, war zentral für das Konzept. Konsument:innen konnten so mehr über die Nachhaltigkeit der Produkte erfahren und fundierte Kaufentscheidungen treffen. Während des Einkaufens informierten sie sich auf unterhaltsame und einfache Weise über die Umweltauswirkungen. 

Impact

Die im Rahmen des Design Thinking-Prozesses entwickelten Konzepte für Cradle to Cradle NGO für den Supermarkt der Zukunft setzen bewusst neue Maßstäbe in der Lebensmittelbranche an: Sie nehmen die Konsument:innen auf eine multisensorische Reise mit. Dies stärkt nicht nur das Vertrauen in die Nachhaltigkeit der angebotenen Produkte, sondern schafft auch eine engere Verbindung zu den Lebensmitteln und ihren Produzent:innen. 

Durch die Kombination von traditionellem Marktcharakter und modernen Technologien wie VR und mobilen Apps können Supermärkte zu einem Ort der Bildung und des Austauschs zwischen Konsument:innen und Produzent:innen werden. Langfristig könnten diese Ansätze dazu beitragen, nicht nur das Einkaufsverhalten der Menschen zu verändern, sondern die gesamte Lieferkette nachhaltiger zu gestalten. Produkte, die nach den Cradle to Cradle-Prinzipien entworfen stellen Kreislaufwirtschaft und umweltfreundliche Innovationen in den Mittelpunkt und bieten zukunftsweisende Lösungen für den Lebensmittelhandel. 

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