Use Case

Design Thinking verändert: Zukunft gestalten am Teufelsberg

Einführung

Design Thinking bringt Menschen, Politik und Wissenschaft zusammen

Die Investorengemeinschaft Teufelsberg KG entwickelte mit Studierenden der HPI d-school kreative Lösungen für die Nutzung des Teufelsbergs. Am Ende entstand durch Iteration, Nutzer:innenzentrierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit ein tragfähiges Konzept für ein Policy Transformation Lab, das diverse Interessengruppen vereint. Das Lab fördert politischen Wandel und lässt nachhaltige Lösungen für komplexe gesellschaftliche Herausforderungen entstehen.

Projekt Partner*innen

Challenge

Dieses Projekt widmete sich einer Challenge, die viel Innovation verlangte. Sie lautete: „Designe ein Konzept für ein neutrales, international agierendes Forschungsinstitut, dessen Ziel es ist, Politik angesichts unterschiedlicher, eigennutzgetriebener Interessengruppen zu transformieren!“

Ausgangspunkt

Zu Beginn identifizierte das Projektteam Forscher:innen, politische Entscheidungsträger:innen, Beamt:innen und Aktivist:innen als wichtigste Gruppen. Schon da war klar: Beim Policy Making fehlt ein inspirierender und sicherer Ort, der diese Gruppen regelmäßig an einen Tisch bringt, die intersektionale Zusammenarbeit fördert und somit politische Veränderung begünstigt.

Der Teufelsberg im Westen Berlins ist hierfür als Standort ideal. Schließlich wohnt ihm der Wandel inne: von der geplanten Wehrtechnischen Fakultät im Nationalsozialismus über die Abhörstation während des Kalten Krieges hin zu einer der weltweit größten Street-Art-Galerien. Mit dieser einzigartigen Geschichte verkörpert er die Transformation, die das Projekt selbst anstrebt, perfekt.

Schau dir das GDTA-Spotlight an, in dem das Team vom Transformation Lab Teufelsberg zu Gast ist (ab Min.: 17:45). Monika Frech erläutert in der ersten viertel Stunde die Transformation der HPI d-school.

Szenerie Teufelsberg
Zukunftsvision Teufelsberg - generiert durch KI / Midjourney

Aha-Momente

Zuerst erforschte unser Projektteam, welche Rahmenbedingungen am Teufelsberg bestehen und welche Interessengruppen das Policy Transformation Lab aufweist. 

Basierend auf Interviews, immersiven Erlebnissen und Beobachtungen leitete unser Projektteam vier zentrale Aktionsfelder ab: die Zielgruppen (Nutzer:innen vs. Publikum), die politische Haltung des Labs, die Materialität des Teufelsbergs und die Plattform als „safe space“.

Mit zwei der vielen innovativen Tools des Design Thinking – Point of View & Persona sowie der User Journey Map – entwickelte es danach drei Personas der Zielgruppe. Die Erkenntnisse hieraus erleichterten die nutzer:innenzentrierte Entwicklung eines Prototyps.

Schließlich legten die zielführenden Schritte des Design Thinking-Prozesses die Entwicklung eines immersiven Raums am Teufelsberg nahe. Ein Raum, der die persönliche Transformation fördert und Menschen befähigt, gesellschaftliche Veränderungen voranzutreiben. Doch wie lässt sich dieser Raum realisieren? 

Gemeinsam mit der Investorengesellschaft Teufelsberg KG erarbeiteten die Studierenden der HPI d-school hierfür vier zentrale Punkte: 

  • Anziehungskraft des Teufelsbergs herausstellen: Der Teufelsberg besticht durch seine reiche Geschichte, seine künstlerische Bedeutung und seine einzigartige Atmosphäre. Ein immersives, emotionales Erlebnis vermittelt all diese Elemente.
  • Gemeinschaftsgefühl fördern: Nicht nur die Besucher:innen, sondern auch potenzielle Stakeholder und Nutzer:innen sind aktiv in den Entwicklungsprozess einzubinden. Dadurch entsteht ein starkes Gemeinschaftsgefühl.
  • Organisch weiterentwickeln: Der Prototyp ist darauf ausgelegt, sich eigenständig, aber auch durch gezielte Prozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln.
  • Im Teufelsberg verankern: Der Prototyp bleibt stets im Kontext des Teufelsbergs und ist vor Ort zugänglich. 

Darauf aufbauend konnte das Team mit einem innovativen und nutzer:innenzentrierten Ansatz ein tragfähiges Konzept für die Nutzung des Teufelsbergs erstellen.

Impact

Der Prototyp des Projektteams trägt den passenden Namen „Up the Hill“. Er überzeugt durch durchdachte Einzelkomponenten, die nicht nur miteinander verbunden sind, sondern aufeinander aufbauen: 

Die Co-Design-Session ist ein zentraler Teil des Prototyps. Hier kommen verschiedene Akteur:innen, wie Politiker:innen, Aktivist:innen und Interessierte am Teufelsberg zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Ideen für ein Policy Transformation Lab. Die Sitzungen sind dabei themenbezogen oder allgemein gehalten.

Der „Audio Walk“ ist ein weiterer Bestandteil des entstandenen Prototyps. Eine 20-minütige Reise lässt Besucher:innen den Teufelsberg emotional, informativ und persönlich erleben. Auf acht verschiedenen Stationen werden die Besucher:innen dazu angeregt, über konkrete Fragen nachzudenken und mit der Umgebung zu interagieren. Dadurch entsteht eine tiefe Verbindung zum Ort. Die Besucher:innen tauchen in seine Vergangenheit ein und bekommen zukünftige Nutzungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Basierend auf dem explorativen Charakter dieses „Audio Walks“ entstand die „Wall of Transformation“. Dieses permanente Element ermutigt Besucher:innen, ihre Ideen, Inspirationen und Gedanken zu einem gemeinsamen Raum beizutragen. Die dynamische Plattform ermöglicht nicht nur den Austausch politischer Transformationskonzepte, sondern fungiert auch als intersektionaler Think-Tank für innovative, praxisnahe Ansätze.

Die Transparenz der Ergebnisse aus dem Policy Transformation Lab schafft einen dynamischen Raum für den Austausch zukunftsweisender Ideen. Zudem sorgt die Inklusivität dafür, dass alle Stakeholder – von Aktivist:innen bis zu Wissenschaftler:innen – Gehör finden. So wird das Lab zu einem Ort für all jene, die spüren, dass Politik und Gesellschaft einen Wandel benötigen und die bereit sind, diesen aktiv mitzugestalten.

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