Use Case

Nachhaltiger Bevölkerungsschutz für den Landkreis Meißen

Einführung

Spielerische und interaktive Krisenvorbereitung

Im Landkreis Meißen sind Hochwasser, Stromausfälle und Versorgungsengpässe reale Bedrohungen. Wie können Bürger:innen sich besser vorbereiten und selbst Verantwortung übernehmen? Gemeinsam mit dem Landkreis Meißen, Hörmann Warnsysteme GmbH und dem Hasso-Plattner-Institut entwickelte ein Studierendenteam der HPI d-school das interaktive Konzept „Krisenfest“, das Vorsorge spielerisch und gemeinschaftlich erlebbar macht. Teile des Konzepts mündeten in den „Bevölkerungsschutztag“, den der Landkreis Meißen im September 2025 erstmalig durchführte.

Video vom Bevölkerungsschutztag anschauen

Projekt Partner*innen

Challenge

Wie kann eine Krisenkommunikation aussehen, die auch dann funktioniert, wenn Infrastruktur ausfällt – und die Menschen nicht nur warnt, sondern sie befähigt, sich im Ernstfall selbst zu helfen? Mit dieser Frage trat das Projektkonsortium KriKom-LK-MEI des Landkreises Meißen an ein Studierendenteam der HPI d-school heran. Ziel war es, ein Konzept zu entwickeln, das nicht allein auf Technik setzt, sondern Menschen befähigt, in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben.

Ausgangspunkt

Der Landkreis Meißen ist immer wieder von Hochwassern der Elbe betroffen, wodurch auch Stromausfälle und Versorgungsengpässe entstehen können. Es gibt Sirenen und Warn-Apps, doch viele Menschen wissen nicht, wie sie im Ernstfall reagieren sollen. Zwar senden die Sirenen Warnsignale aus, jedoch ermöglichen sie keinerlei Kommunikation zwischen Zivilbevölkerung und Einsatzkräften. Naturkatastrophen werden angesichts der Klimakrise zunehmend bedrohlicher, doch viele Menschen fühlen sich nicht für Krisen gewappnet.

  • Bevölkerungsschutztag in Glaubitz, 27.09.2025
    Bevölkerungsschutztag in Glaubitz, 27.09.2025
  • Kri-KOM LK Meißen Prototyp Krisenfest
    Kri-KOM LK Meißen Prototyp Krisenfest
  • Kri-KOM LK Meißen Prototyp Krisenfest
    Kri-KOM LK Meißen Prototyp Krisenfest
  • Kri-KOM LK Meißen Prototyp Krisenfest
    Kri-KOM LK Meißen Prototyp Krisenfest
  • Kri-KOM LK Meißen Prototyp Krisenfest
    Kri-KOM LK Meißen Prototyp Krisenfest
  • Bevölkerungsschutztag in Glaubitz, 27.09.2025
    Bevölkerungsschutztag in Glaubitz, 27.09.2025
  • Bevölkerungsschutztag in Glaubitz, 27.09.2025
    Bevölkerungsschutztag in Glaubitz, 27.09.2025
  • Kri-KOM LK Meißen Prototyp Krisenfest
    Bevölkerungsschutztag in Glaubitz, 27.09.2025
  • Bevölkerungsschutztag in Glaubitz, 27.09.2025
    Bevölkerungsschutztag in Glaubitz, 27.09.2025
  • Kri-KOM LK Meißen Prototyp Krisenfest
    Kri-KOM LK Meißen Prototyp Krisenfest
  • Bevölkerungsschutztag in Glaubitz, 27.09.2025
    Bevölkerungsschutztag in Glaubitz, 27.09.2025

Aha-Momente

Die Studierenden der HPI d-school analysierten bestehende Warnsysteme und sprachen mit Expert:innen, Rettungsdiensten und Bürger:innen im Landkreis Meißen. Sie fanden heraus, dass eine menschenzentrierte, nachhaltige Krisenvorsorge die beste Vorbereitung für Krisensituationen ist. Besonders erfreut waren sie darüber, dass die Bürger:innen großes Interesse daran hatten, selbst aktiv zu werden. 

Bei der Gestaltung ihres Prototyps wollten die Studierenden außerdem eine Produktinnovation des Projektpartners Hörmann Sirenen berücksichtigen: eine Sirene, die dank smarter Technologie Kommunikation zwischen Einsatzkräften und der Zivilbevölkerung ermöglicht.

Basierend darauf entwickelte das Team einen Prototyp für das „Krisenfest“, ein spielerisches Event für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, das Bildung und Gemeinschaft für Jung und Alt fördert. An verschiedenen Stationen üben Besucher:innen mit Expert:innen echte Krisenszenarien. So lernen sie beispielsweise Sirenentöne richtig zu deuten und erfahren, welche Lebensmittel sie vorsorglich zuhause haben sollten. An einer weiteren Station erzählen Menschen von ihren persönlichen Erfahrungen mit verschiedensten Krisensituationen. Mithilfe eines sogenannten Krisenlogbuchs können die Besucher:innen ihre Fortschritte dokumentieren und Tipps sammeln.

Impact

Das Konzept „Krisenfest“ macht Krisenvorsorge greifbar und alltagstauglich. Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen und bleiben im Ernstfall ruhiger und handlungsfähiger. Gleichzeitig entlastet das Engagement der Bevölkerung die Rettungsdienste. Das "Krisenfest" ist ein menschenzentriertes Konzept zur Krisenvorsorge, das aber auch auf smarte Technologien wie die Sirenen von Hörmann eingeht. Fest steht für das Team der HPI d-school: Technik kann in Krisen sehr hilfreich sein, allerdings nur dann, wenn Menschen sie bedienen können.

Der Landkreis Meißen entwickelte den Prototyp des Studierendenteams weiter und machte daraus den Bevölkerungsschutztag, der am Samstag, den 27.09.2025, erstmalig stattfand. Viele Ideen dess Studierendenteams wuerden dort umgesetzt, beispielsweise bekamen die Besucher:innen ein Krisenlogbuch und konnten an Stationen ihr Wissen zu Sirenentönen und krisentauglichen Lebensmitteln erweitern. Der Prototyp wurde zwar speziell für den Landkreis Meißen entwickelt, kann jedoch auch auf andere Regionen angepasst werden, um Menschen überall zur Krisenvorsorge zu befähigen. 

Dieser Case ist ein gutes Beispiel für den nachhaltigen Beitrag, den die Design Thinking-Projekte von Studierenden der HPI d-school leisten. Design Thinking hilft, Bedürfnisse von Nutzer:innen früh in die Entwicklung von Lösungen einzubeziehen und sie für diese zu begeistern. Das führte im Fall des Bevölkerungsschutztages im Landkreis Meißen dazu, dass sich die Bevölkerung im Veranstaltungskonzept mit ihren eigenen Interessen und Bedürfnissen wiederfand. Außerdem fühlen die Menschen sich nun in Krisen selbst handlungsfähiger und können technologische Innovationen bestmöglich nutzen. 

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