Use Case

Wie das Projekt Gradient Patterns der Modeindustrie neue Impulse geben kann

Einführung

Design Thinking und Nachhaltigkeit

Im Rahmen des Design Thinking Studios Nach­haltigkeit entwickelten Studierende der HPI d-school das Projekt Gradient Patterns. Der Ansatz soll das Verständnis für nach­haltige Materialien in der Mode­branche fördern. Ziel ist es, die Pass­genauigkeit von Kleidungs­stücken zu verbessern, um Rück­sendungen und Mode­abfälle zu reduzieren. Durch die enge Zusammen­arbeit mit Branchen­expert:innen und die Anwendung regenerativer Ansätze entstanden innovative Proto­typen für eine langlebige Mode.

Challenge

Die zentrale Heraus­forderung des Pro­jektes Gradient Patterns bestand darin, eine Lösung zu finden, die sowohl die Pass­genau­igkeit von Klei­dung verbes­sert als auch die Ver­schwen­dung in der Mode­branche redu­ziert. Dabei galt es, rege­nerative Mate­rialien und inno­vative Designs zu kombi­nieren, um den ökolo­gischen Fuß­abdruck der Mode­industrie nach­haltig zu ver­ringern.

Ausgangspunkt

Im Rahmen unseres Pro­gramms „Impact Focused Design Thinking Studio Sustainability“ an der HPI d-school star­teten unsere Studie­renden das selbst initiierte Projekt Gradient Patterns. Die Mode­industrie zählt zu den größten Res­sourcen­ver­brau­chenden welt­weit und pro­duziert jedes Jahr Milliar­den von Klei­dungs­stücken. Doch ein Großteil der Klei­dung wird ent­sorgt oder nur selten getra­gen, was zu mas­siven An­samm­lungen führt. Hinzu kommt, dass viele Klei­dungs­stücke schlecht sitzen und hohe Rück­sende­raten verur­sachen.

Unser studen­tisches Projekt­team erarbei­tete sich selbst die Challenge, Mode nach­haltiger zu gestal­ten. Die Studier­enden ent­schieden sich, auf inno­vative Mate­rialien und pass­genaue Schnitte zu setzen, die auf realen Körper­formen basieren. Durch Interviews und Recher­chen stießen sie auf Anke Beutel, eine erfah­rene Be­klei­dungs­inge­nieurin. Ihre Forschung zur Pass­genau­igkeit bildete den Grund­stein für das Projekt.

  • Design Studio Finals
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Aha-Momente

Während des Projekts gab es mehrere entscheidende Erkennt­nisse:

  1. Passgenauigkeit als Schlüsselfaktor: Die Studierenden erkann­ten schnell, dass die Pass­genau­igkeit von Klei­dung eine zentrale Rolle dabei spielt, Mode­abfälle und Rück­sen­dungen zu mini­mieren. Viele Mode­häuser nutzen all­gemeine Größen­sys­teme, die nicht auf die realen Körper­formen ihrer Kund:innen ab­ge­stimmt sind. Dies führt zu schlecht­sit­zenden Klei­dungs­stücken, die häufig zurück­geschickt oder ent­sorgt werden. Durch Inter­views mit Konsu­ment:innen und Mode­häusern wurde deutlich, dass präzise Pass­formen und eine indi­vidu­elle Anpas­sung lang­fristig die Halt­bar­keit und den Ge­brauchs­wert von Klei­dungs­stücken ver­bes­sern können.
  2. Materialinnovation: Ein weiterer Aha-Moment war die Ent­deckung, dass regen­erative Materialien wie recy­cel­tes Polyes­ter und kompostierbare Textilien eine große Rolle für die Zukunft der Mode spielen können. Die Verwendung solcher Materialien trägt dazu bei, den öko­log­ischen Fuß­ab­druck der Mode­indu­strie zu ver­ringern. Dabei erkan­nten die Stu­die­ren­den auch, dass rege­nerative Ma­ter­ialien nicht nur um­welt­freund­lich, sondern auch funk­tional und ästhe­tisch an­sprech­end sein müssen. Die richtige Balance zwischen Haltbarkeit, Tragekomfort und Ästhetik war dabei entscheidend, um die Akzeptanz bei den Kon­sumen­t:innen zu steigern.
  3. Bewusstsein schaffen: Das Projekt zeigt, dass es nicht nur darauf an­kommt, nach­haltige Mode zu pro­du­zieren, sondern auch das Be­wusst­sein der Kon­su­ment:in­nen zu stärken. Das Ver­ständ­nis für die Aus­wir­kun­gen von Mode auf die Um­welt und die Wich­tig­keit pass­genauer Klei­dung muss ge­för­dert werden. Das Team stellte fest, dass Kon­sument:innen zunehm­end Wert auf nach­haltige Pro­dukte legen, wenn das Bewusst­sein dafür geschaf­fen wird. In diesem Zusam­men­hang ent­stand die Idee einer Aus­stellung, bei der die Vor­teile pass­genauer Klei­dung und rege­nerativer Ma­terialien prä­sentiert wur­den. Die Aus­stel­lung ver­anschau­lichte den Ein­fluss, den nach­haltige Ent­schei­dun­gen auf den Mode­zyklus haben können. 

Impact

Das Projekt Gradient Pat­terns ver­deut­licht, dass die Mode­industrie durch re­ge­ner­ative An­sätze und pass­genaue Schnitte nach­hal­tiger gestal­tet werden kann. Die von den Stu­die­renden ent­wickel­ten Proto­typen zeigen, dass gut­sitzende Klei­dung kom­for­tabler ist. Sie wird zudem sel­tener zurück­geschickt, wo­durch weniger Ab­fall entsteht. Zudem bieten innovative Ma­teria­lien wie recycelte Tex­tilien eine Mög­lichkeit, den CO₂ -Fuß­ab­druck der Mode­branche zu reduzieren.

Zukünf­tig könnten diese An­sätze dazu bei­tragen, die Mode­industrie ins­gesamt um­welt­freund­licher zu ge­stal­ten. Die nächste Heraus­for­derung be­steht darin, diese Proto­typen auf einer brei­teren Basis in die Pro­duktion zu integ­rieren und die Unter­nehmen der Mode­industrie dazu zu bewegen, Pass­genau­igkeit und Nach­hal­tigkeit in ihre Pro­duk­tions­pro­zesse einzu­binden. Lang­fristig könnte dies zu einer Ver­ringerung von Mode­abfällen und einer bewus­steren Kon­sum­kultur führen.

Ein weiteres Ziel des Projektres Gradient Patterns ist es, nach­haltige Mate­rialien und inno­vative Schnitte über die Nischen­märkte hinaus zu etab­lieren. Diese sollen auch für die Massen­pro­duktion zugäng­lich werden. Durch die Inte­gration dieser Ansätze in größere Mode­häuser und Pro­duk­tions­ketten könnte in der Mode­industrie ein Wandel hin zu umwelt­freund­licheren und verant­wor­tungs­bewus­steren Prozes­sen initiiert werden.

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Trixi Gumbel
Project Development
Mitarbeiter:innenfoto
Charlotte Dreyer
Project Development
Mitarbeiter:innenfoto
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