14.06.2019

Rückblick: HPI D-School Partner Day am 22. Mai 2019

Beim diesjährigen Partner Day begrüßten wir unsere Partnerorganisationen und Alumni in der HPI D-School und diskutierten mit ihnen über die neuesten Entwicklungen im Design Thinking und den daraus entstehenden Möglichkeiten für den strategischen, organisatorischen Wandel.

 

Teilnehmer*innen HPI D-School Partner Day

 

Zu Beginn präsentierten HPI D-School Coaches und Alumni, wie Design Thinking im gemeinnützigen Bereich angewendet werden kann, um soziale Innovation zu schaffen.

Den Auftakt machten die beiden Coaches Isabelle Dechamps und Yi-Cong Lu von be able e.V. Ein Schwerpunkt des Vereins liegt auf der Entwicklung von Open Source Hardware für den Gesundheits- und Pflegebereich, die gemeinsam mit den Endnutzer*innen, also Menschen mit Behinderungen, entwickelt wird.

Der Alumnus Michael Metzger von D-Collective sprach über das Workshop-Format Redesign Democracy, das die Teilnehmenden mit den Methoden des Design Thinking dabei unterstützen möchte, ihr politisches Interesse in nachhaltigen Aktivismus zu verwandeln.

Schließlich stellte der Alumnus Lucas Paes de Melo sein Unternehmen Amparo vor, das im Jahr 2014 im Rahmen einer Design Challenge an der HPI D-School entstand. Amparo entwickelt kostengünstige Beinprothesen, die insbesondere Amputierten aus dem globalen Süden die niedrigschwellige Nutzung einer Prothese ermöglichen soll.  

Nach diesem Einblick in Projekte und Unternehmen, die Design Thinking zum zentralen Ansatz ihrer Organisationstruktur gemacht haben, stellten wir in einem World Café aktuelle Forschungsfragen des Design Thinking Forschungsprogramms vor und tauschten uns mit unseren Gästen über neue innovationsmethodische Ansätze aus.

Anschließend präsentierten Vertreter*innen von Partnerunternehmen ihre Erfahrungen mit den studentischen Projektteams. Sie berichteten über die Erfolge und Herausforderungen sowie über die längerfristigen Auswirkungen der Zusammenarbeit mit der HPI D-School.

 

Diskussion beim HPI D-School Partner Day

 

Heiko Witte von Rolls Royce erklärte begeistert, wie das studentische Projektteam die Problemlage der Design Challenge innerhalb kürzester Zeit erfasste. Ziel der Challenge war es, ein effektives und kollaboratives Schichtplanungssysem zu entwickeln. Dabei seien die Studierenden einen Weg gegangen, der nicht dem klassischen Management-Ansatz bei Rolls Royce entspräche. Sie kommunizierten zunächst direkt mit den Mitarbeiter*innen in der Produktion und konnten dadurch deren Bedürfnisse und Wünsche abfragen. Die Perspektive der Produktionsmitarbeiter*innen floss schließlich direkt in die Entwicklung eines Prototypen für die digitale Schichtplanung ein. Ein Tool das Rolls Royce aktuell mit dem Fraunhofer Institut in Leipzig entwickelt.

Bei Bettina Honegger und Michael Haring von Sanofi-Aventis hat die Zusammenarbeit mit dem studentischen Projektteam von der HPI D-School zu einer nachhaltigen Veränderung in der Herangehensweise geführt. Insbesondere der Ansatz der Nutzerzentrierung, der im Design Thinking zentral ist, führte bei ihnen zu einer Neuorientierung. Das Marketing-Team von Sanofi beschäftigt sich nun aktiv mit der Frage, was Kund*innen sich tatsächlich wünschen. Die Arbeitsweise der Studierenden inspirierte Sanofi-Aventis zur Entwicklung einiger neuer Projekte. Nach einem Co-Creation-Workshop mit Ärzt*innen und einem Hackathon hat das Team von Sanofi-Aventis nun eine Website mit einem Chatbot für Ärzt*innen entwickelt und plant auch weiterhin mit Methoden des Design Thinking zu arbeiten.

Die HPI D-School Alumna und Coachin Elisabeth von Helldorf gab einen Einblick in ihre Arbeit bei Zalando. Sie beschrieb eindrücklich wie sie und ihr Team die Innenarchitektur der Arbeitsräume bei Zalando und die generelle Organisation von Umzügen von Grund auf neu organisierten, um damit effizienter auf das rasante Wachstum von Zalando reagieren zu können.

Die Alumna Lisa Henke, die als User Researcherin bei Viessmann arbeitet, stellte in ihrer Präsentation heraus, wie ein traditionsreiches Unternehmen wie Viessmann die digitale Transformation gestaltet. Bei Viessmann wird Design Thinking als ein integraler Bestandteil der Unternehmenskultur definiert und durch einen verstärkten Fokus auf menschenzentrierte Forschung in das Unternehmen eingebunden.

Wir bedanken uns bei den Vertreter*innen unserer Partnerorganisationen für ihre Beiträge, unseren Gästen für die lebhaft Diskussion und freuen uns auf den nächsten Partner Day am 10. Juni 2020.

Fotos: Anja Harnisch / HPI D-School