Hasso-Plattner-Institut
  
    • de
 

Press and Media


 

CeBIT 04/01 - "Virtuelle Uni": Sogar Studienbuch ist elektronisch

Internet-Forscher stellen System auf CeBIT vor

Eintönige Vorlesungen, überfüllte Seminare und nervende Parkplatzsuche gibt es an der "virtuellen Hochschule" nicht. Multimedia und Internet sowie modernste Didaktik schaffen Studierenden und Lehrenden neue Flexibilität in Zeit und Raum. Aber es gibt auch Probleme - mit der Zugangskontrolle, Ausstellung von Leistungsnachweisen, Bezahlung von Kursen. Forscher des Trierer Instituts für Telematik haben jetzt die Lösung gefunden: das "Elektronische Studienbuch". Auf der CeBIT wird es vom 22. bis 28. März präsentiert.

Institutsleiter Professor Christoph Meinel (46): "Das elektronische Studienbuch stellt zum Beispiel sicher, dass eingereichte Dokumente authentisch sind, also tatsächlich von demjenigen stammen, der sie verfasst hat. Ferner kann die Integrität der Dokumente überprüft werden, also ob auch niemand die Daten im Verlauf der Übermittlung verändert hat. Schließlich wird vermieden, dass jemand abstreiten kann, der Autor einer versandten Mitteilung zu sein".

Was früher zum Beispiel die Unterschrift unter eine Seminararbeit und die Versiegelung des Briefumschlags bedeutete, wird beim "Elektronischen Studienbuch" künftig mit elektronischen Unterschriften (Signaturen) und durch Verschlüsselung der Mitteilungen mit Hilfe einer Kombination von öffentlichen und privaten Schlüsseln (public keys, private keys) erreicht. Um sicherzustellen, dass ein bestimmtes Schlüsselpaar tatsächlich nur zu einem einzigen Studenten gehört, muss zudem ein Zertifikat, ein "digitaler Ausweis" ausgestellt werden, der die Verbindung eines öffentlichen Schlüssels mit diesem Studenten dokumentiert. Der Student an der virtuellen Uni installiert solch ein Zertifikat in dem Browser seines PCs, den privaten Schlüssel aber auf seiner Festplatte, Diskette oder Chipkarte.

Prof. Meinel: "Wer sich mit einem Zertifikat bei der virtuellen Uni einloggt, braucht dann kein zusätzliches Passwort einzugeben und vermeidet sogar ganz die Übermittlung eines Passworts via Internet. Um eine elektronische Unterschrift zu erzeugen, braucht der Student am heimischen PC nur sein Passwort einzugeben, mit dem privaten Schlüssel das Dokument zu verschlüsseln und dann zusammen mit Signatur und Zertifikat zu senden. Der Empfänger an der Uni entschlüsselt die Daten mit dem im Zertifikat gespeicherten öffentlichen Schlüssel des Absendenden und bekommt so dessen Signatur bestätigt".

Schreibt sich der Student an der virtuellen Uni ein, will er einen Kurs mit begrenzter Teilnehmerzahl absolvieren oder zum Beispiel an einer Online-Prüfung teilnehmen, kommt der elektronische Zeitstempel ins Spiel. Der Student nutzt sein Zertifikat zur Unterzeichnung seines Dokuments und sendet es an einen Zeitstempel-Server. Dieser fügt dem Dokument Datum und Uhrzeit der Einreichung bei, so dass die Frist-einhaltung bzw. -überschreitung objektiv belegt werden kann.