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04/01 - Baden-Württembergs Akut-Kliniken auf dem Prüfstand

Trierer Wissenschaftler untersuchen Möglichkeiten der Teleradiologie

Stuttgart. Ob die baden-württembergischen Akut-Krankenhäuser mit Hilfe der sogenannten Teleradiologie gut genug auf Notfälle vorbereitet sind, soll eine Studie klären, die das Trierer Institut für Telematik im Auftrag des Sozialministe-riums durchgeführt hat. Per Fragebogen ermittelten die rheinland-pfälzischen Wissenschaftler unter anderem, wie weit bereits der Austausch von Röntgenbil-dern über das Internet verbreitet ist. Derzeit werden die Daten aus der Befragung von fast 200 baden-württembergischen Kliniken statistisch ausgewertet. Ergeb-nisse und Empfehlungen wollen die Trierer Telematik-Wissenschaftler voraus-sichtlich im April vorlegen.

Während heute meistens noch Taxen oder Kurierdienste Patientenbilder von Kranken-haus zu Krankenhaus oder Arztpraxis fahren, soll die Zukunft im blitzschnellen Aus-tausch von Röntgen-, Ultraschall- oder Tomographie-Aufnahmen übers Internet liegen. Professor Christoph Meinel (46), Direktor des Trierer Instituts für Telematik: "Zum Bei-spiel bei einem Schlaganfall kann es lebensrettend sein, wenn innerhalb weniger Minu-ten nach Einlieferung eines Patienten an Hand radiologischer Bilder über eine Operati-on entschieden wird. Dazu braucht es häufig die Einholung des Experten-Rats eines zweiten Mediziners an einem anderen Krankenhaus oder in einer anderen Arztpraxis."

Nach Meinels Beobachtung gibt es in Baden-Württemberg große Unterschiede in Umfang, Zweckbestimmung und Technik des krankenhausübergreifenden Austauschs von radiologischen Bilddaten: "Große Uni-Kliniken schicken oder empfangen heute bereits mehrere tausend Bilder pro Jahr übers Internet. Kleinere Krankenhäuser verfü-gen aber oft nicht einmal über einen Internet-Zugang oder einen ISDN-Anschluss". Die landesweite Lagebeurteilung soll deshalb in Empfehlungen der Trierer Telematik-Wissenschaftler an das Stuttgarter Sozialministerium münden, wie die Teleradiologie-Infrastruktur der Akut-Kliniken verbessert werden kann.

Das Institut für Telematik in Trier ist eine als eingetragener Verein verfasste gemeinnüt-zige und außeruniversitäre Spitzenforschungs-Einrichtung. Nach nur drei Jahren Tätig-keit kann das mit der Fraunhofer-Gesellschaft verbundene Institut schon auf zwei Patente, zwei Promotionen und fast 70 Fachbeiträge zu internationalen Konferenzen verweisen. Die fast 50-köpfige Mannschaft rund um Prof. Meinel entwickelt anwender-freundliche und praxistaugliche Hightech-Lösungen im Schnittbereich von Telekommu-nikation und Informatik. Internet/Intranet, Sicherheit der Datenkommunikation in offenen Netzen, Telemedizin, Elektronisches Publizieren, Systementwurf und -analyse - das sind die derzeitigen Forschungs- und Entwicklungsfelder des Instituts.