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23/01 - Elektronische Unterschrift braucht noch mehr Schwung, sagt der Experten-Gipfel

Trier. Die digitale Signatur als elektronische Form der persönlichen Unterschrift unter ein Dokument braucht noch mehr Schub, um sich als erforderliches Sicherheitsinstrument für die Kommunikation im Internet durchsetzen zu können. Dies ist das Ergebnis eines Symposiums, welches das Institut für Telematik, Deutschlands Spitzenforschungseinrichtung fürs Internet, in Trier veranstaltete. Die gesetzliche Grundlage sei vorhanden, die technischen Voraussetzungen seien geschaffen, aber es fehle noch die breite Nutzung und damit die Marktdurchdringung, war sich der Experten-Gipfel einig. Unter der Leitung von Institutsdirektor Professor Christoph Meinel diskutierten in Trier Verantwortliche aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zwei Tage lang Chancen und Risiken der digitalen Signatur. Problematisch vor allem: die technischen Systeme zur Überprüfung der elektronischen Unterschrift "verstehen" sich nicht alle untereinander.

Mehrere Referenten sprachen sich grundsätzlich für den Ausbau sogenannter Public Key-Infrastrukturen aus; das sind mit einem öffentlichen und einem privaten elektronischen Schlüssel arbeitende Systeme, die maximal mögliche Sicherheit für Nachrichtenverschlüsselung und digitale Signaturen gewährleisten. Die rechtliche Anerkennung solcher Systeme sei mittlerweile geklärt, die Umsetzung in die Praxis allerdings verbesserungsbedüftig, sagte Stefan Engel-Flechsig vom Signaturverband Radicchio.

Dr. Ulrich Sandl vom Bundeswirtschaftsministerium stellte dar, welche Schritte in Kürze zur Einführung eines einheitlichen Standards für digitale Signaturen unternommen werden sollen. Absicht sei es, vorhandene Nutzungsbarrieren abzubauen. Allerdings sei auch das Sicherheitsbedürfnis bei den Nutzern von Online-Kommunikation noch nicht sehr ausgeprägt.

Was den Bereich öffentliche Verwaltung anbetrifft, berichtete Bernhard Hensel vom Dateninformationszentrum Rheinland-Pfalz von noch immer zu beobachtender Zurückhaltung gegenüber digitalen Signaturen. Erforderliche Mehrkosten zur Einführung des sogenannten "eGovernment" in Höhe von sechs Millionen DM pro Jahr seien bislang in keinem Etat budgetiert.

Zuversichtlich hinsichtlich eines Signaturbooms Anfang 2002 zeigte sich Michael Leistenschneider vom Steuerberatungs-Dienstleister DATEV. Künftig müssten nämlich Online-Rechnungen für den Vorsteuerabzug digital unterschrieben werden.