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22.10.2009

Potsdam. Der Bundeswettbewerb „Start social“ hat das Konzept, chronisch kranke Kinder während ihrer Klinikbehandlung mit Zivildienstleistenden Kurzfilme drehen zu lassen, mit einem dreimonatigen Beratungsstipendium ausgezeichnet. Die Idee war im vergangenen Wintersemester durch eine Studentengruppe der „HPI School of Design Thinking“ entwickelt worden. 400 Kandidaten hatten an dem Bundeswettbewerb teilgenommen, für den Bundeskanzlerin Angela Merkel Schirmherrin ist. Es geht darin um den gegenseitigen Wissensaustausch zwischen Aktivitäten in den Bereichen Wirtschaft und Soziales.

Während eines dreiwöchigen Projekts hatten die Studierenden der HPI-Innovationsschule in Potsdam herausgefunden, dass solchen kleinen Patienten im Krankenhaus vor allem Möglichkeiten fehlen, sich einzubringen, zu lernen und ihre besonderen Fähigkeiten zu zeigen. Gleichzeitig fühlen sich die Zivildienstleistenden dort häufig unterfordert von den Aufgaben, die sie ohne medizinische Ausbildung übernehmen können.

„Beim Drehen von Kurzfilmen kann jedes chronisch kranke Kind seinen Fähigkeiten, seinem Alter und seinem gesundheitlichen Zustand entsprechend mitmachen“, erläutert Teammitglied Moritz Gekeler. Genres gibt es viele – von der Stop-Motion Animation mit Playmobilmännchen über die Synchronisation bekannter Kinderserien bis hin zum Spielfilm. Und reichlich Aufgaben sind zu verteilen – etwa Drehbuchschreiber, Hauptdarsteller, Mikrofonhalter, Verkleidungsaussucher, Figurenausschneider und manche andere.

„Solche Projekte schaffen den Kindern ein Ventil, um sich mit ihren Ängsten und Einschränkungen kreativ auseinander zu setzen“, sagt Isabel Gärtner, ehemalige Studentin an der „HPI School of Design Thinking“. Die Kinder schafften etwas Eigenes und Besonderes, das sie ihren Verwandten und Freunden zeigen können. Und auch die Zivildienstleistenden bekommen eigene Aufgaben. Ihre Position innerhalb des Krankenhausteams wird gestärkt, sie können ihre vorhanden Fähigkeiten im Umgang mit Computern nutzen und ganz konkret, mit viel Spaß den kranken Kindern helfen.

Nach dem Motto “Hilfe für Helfer” werden die Absolventen der HPI-Innovationsschule nun bis Ende des Jahres von zwei Coaches betreut. Diese helfen ihnen, aus ihrer Idee bald konkrete Wirklichkeit in deutschen Krankenhäusern werden zu lassen. Insgesamt 100 der 400 eingereichten Projekte wurden in den Kreis der „Start social“-Stipendiaten aufgenommen.

Zu dem Potsdamer Innovationsteam gehören neben Moritz Gekeler und Isabel Gärtner noch Monika Frech und Jeong Hong Oh. Alle vier studieren unterschiedliche Fächer und absolvierten parallel zu ihrem Hauptstudium die einjährige Zusatzausbildung in „Design Thinking“ am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut.

 

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