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20.10.2014

Merkel zu IT-Gipfelblogger des HPI: Geschickte Digitalisierung bringt per Saldo mehr Jobs

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem Eindruck widersprochen, die bisherigen sieben IT-Gipfel hätten zu wenig bewirkt. Im Interview mit einem Studenten des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) sagte die Regierungschefin in ihrem wöchentlichen Video auf www.bundeskanzlerin.de, habe man etwa beim Breitbandnetzausbau zunächst nur das Geschwindigkeitsziel von einem Megabit pro Sekunde gehabt, wolle man bis 2018 jetzt 50 Megabit-Anschlüsse für jeden Haushalt zur Verfügung stellen.

Kanzlerin Merkel auf dem IT Gipfel 2012

Die IT-Gipfel hätten sich bewährt und die Arbeitsgruppen arbeiteten auf sieben Feldern sehr aktiv. "Ich glaube, dass diese Arbeit auch in den nächsten Jahren weitergeht. Das ist also kein Prozess, der endet", so die Kanzlerin wörtlich. 2006 hatte sie die Serie an IT-Gipfeln am Hasso-Plattner-Institut begonnen und ist seitdem "Fellow" des HPI. Am Dienstag, 21. Oktober, findet in der Hamburger Handelskammer der achte nationale IT-Gipfel statt.

Merkel betonte gegenüber ihrem jungen Interviewer Markus Petrykowski (22) den Wunsch, in Europa einen einheitlichen digitalen Raum zu schaffen, zum Beispiel auch bei der Frage der Netzneutralität. Sie ermögliche es, "dass jeder Zugang zum Internet hat und trotzdem bestimmte Spezialdienste von jedermann auch so angeboten werden können, dass das Ganze sicher ist", so die Kanzlerin. Außerordentlich wichtig sei ferner, dass in Europa an einer Datenschutzgrundverordnung gearbeit werde. Ziel sei ein einheitliches Datenschutzrecht in ganz Europa.

Merkel erkärte in dem Interview mit dem Mitglied des IT-Gipfelbloggerteams von www.it-gipfelblog.de, es gelte die Rahmenbedingungen für Start-up-Unternehmen in Deutschland zu verbessern, etwa bei der Versorgung mit Wagniskapital. Auf Arbeitsplatzverluste durch Digitalisierung und Automatisierung angesprochen, sagte die Kanzlerin: "Wenn man es geschickt macht, entstehen aus jedem neuen Internetprodukt auch wieder neue Arbeitsplätze". Würden die Chancen der Digitalisierung genutzt, habe Deutschland alle Chancen, "zum Schluss mehr Arbeitplätze zu haben und nicht weniger".

Die Bundeskanzlerin sprach sich dafür aus, schon in der Schule darüber zu sprechen, was es bedeute, bestimmte Daten von sich preiszugeben, so dass jeder auch von zu Hause aus eine gewisse Vorsicht walten lasse. Ferner plädierte Merkel dafür, auch Älteren immer wieder Angebote für lebenslanges Lernen im digitalen Zeitalter zu machen, zum Beispiel über Volkshochschulen und andere Bildungsanbieter. Eine gewisse Hilfe untereinander, zwischen den Generationen, sei hier "sehr willkommen".