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08.04.2015

News

Professor Tobias Friedrich übernimmt neues HPI-Fachgebiet Algorithm Engineering

Zum Start des Sommersemesters hat Prof. Tobias Friedrich (34) die Leitung des am Hasso-Plattner-Institut (HPI) neu eingerichteten Fachgebiets Algorithm Engineering übernommen. In Forschung und Lehre wird sich das zehnte HPI-Fachgebiet im Bereich des IT-Systems Engineering vor allem den theoretischen Grundlagen der Informatik widmen.

Professor Tobias Friedrich
Professor Tobias Friedrich kam von der Universität Jena und hat zum Start des Sommersemesters die Leitung des neuen HPI-Fachgebiets Algorithm Engineering übernommen. (Foto: Universität Jena)

Prof. Tobias Friedrich, der in Hagen, Jena und Sheffield studiert und 2007 am Saarbrücker Max-Planck-Institut für Informatik promoviert hatte, war seit August 2012 Inhaber des Lehrstuhls für Theoretische Informatik I an der Universität Jena gewesen. Zuvor hatte Friedrich als Forscher in wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland und den USA gearbeitet.

Algorithmen mit einer "wohldosierten" Menge an Zufall

"Die Menge der digital gespeicherten Informationen wächst schneller als die verfügbare Rechenleistung. Damit steigt der Bedarf an effizienten Algorithmen", erklärte Friedrich. Mit Methoden der Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik wolle er die Grenzen der effizient lösbaren Probleme verschieben. "Erst der Einsatz von Zufall erlaubt bei hochdimensionalen Daten beispielsweise eine effiziente Volumen-Berechnung", erläuterte der neue HPI-Professor. Auch bei der Kommunikation in sozialen Netzen sei "eine wohldosierte Menge an Zufall" notwendig, um schnelle Informationsverbreitung zu ermöglichen, so Friedrich.

Mithilfe der Biologie von Ameisen und Bienen lernen

Einer der Forschungsschwerpunkte seiner Arbeit am HPI wird es sein, moderne Schwarmverfahren zu entwickeln. "Prinzipien, die wir aus der Biologie kennen, bilden wir mathematisch nach, um besonders schwierige Optimierungsprobleme zu lösen", sagte Friedrich. Vorbilder aus der Natur seien beispielsweise Ameisenscharen oder Bienenschwärme.

Institutsdirektor Prof. Christoph Meinel betonte, mit Friedrich habe ein hoch qualifizierter Experte der theoretischen Informatik für das HPI gewonnen werden können. Friedrich habe mit Forschungen bewiesen, dass Nachbildungen der Natur im Computer zu schnelleren und robusteren Lösungen führten, zum Beispiel bei der Auslastung von Windparks und in der Bergbauindustrie. "Wir freuen uns, dass Prof. Friedrich, der zwei weitere Rufe von renommierten Universitäten hatte, sich für das HPI entschieden hat", sagte der HPI-Direktor.