Hasso-Plattner-Institut
Hasso-Plattner-Institut
  
Login
 

14.07.2016

News

HPI-Bachelorprojekte auf Reisen und großer Bühne

Barcelona, Wien, Aarhus, Orlando  wo andere Urlaub machen, da präsentiert das Hasso-Plattner-Institut (HPI) die Abschlussprojekte seiner Studierenden. Von den 14 Bachelorprojekt-Teams des aktuellen Abschlussjahrgangs zeigten drei Gruppen ihre Lösungsansätze bereits auf internationalen Konferenzen und Messen. Ein weiteres Team wird im August seine Ergebnisse auf einer wissenschaftlichen Tagung in Dänemark vorstellen.

Als Vertreter des eigenen Bachelorprojekts auf dem Mobile World Congress in Barcelona: HPI-Student Stephan Schultz (l.). Mit im Team dabei: Willi Gierke, Ajay Kesar, Aron Kunze und Marvin Mirtschin.

Jedes Jahr im Juli steigt die Nervosität der HPI-Studierenden merklich. Nach dem Ende der Vorlesungszeit beginnt für alle die Prüfungsphase. Für die Studierenden des Abschlussjahrgangs wird es noch mal besonders ernst. Beim Bachelorpodium präsentieren sie auf großer Bühne, was sie ein Jahr lang erarbeitet haben: die Ergebnisse ihrer Bachelorprojekte. Den mehr als 300 Zuschauern zeigen sie Softwarelösungen, die sie gemeinsam mit Projektpartnern aus der Wirtschaft entwickelt haben.

Bei drei Studierendenteams ist die Aufregung diesmal mit Sicherheit geringer, denn sie wussten bereits vor dem vom HPI organisierten Rhetorik- und Präsentationstraining, wie man das eigene Projekt verständlich darstellt. Gelernt haben sie das bei der Vorbereitung von Konferenzen und Messen, bei welchen ihre Softwarelösungen einem internationalen Publikum vorgestellt wurden.

HPI-Student präsentiert sichere Authentifizierungslösung auf Mobile World Congress

HPI-Bachelorstudent Stephan Schultz besuchte für sein Team im Februar den Mobile World Congress in Barcelona, die weltweit größte Veranstaltung für mobile Endgeräte. Am Stand der SAP University Alliance zeigte er, wie es Nutzern künftig ermöglicht werden soll, sich mittels Smartphone und Smartwatch bei Online-Diensten zu authentifizieren. Das von den Studierenden am Fachgebiet von Professor Christoph Meinel und in Zusammenarbeit mit der Bundesdruckerei entwickelte System bietet durch die Kombination von mehreren Faktoren eine sichere Authentifizierung. "Jeder Mensch hat einen eigenen Gang oder macht eine spezifische Bewegung, wenn er das Handy aus der Tasche holt", erklärt Schultz. Auf Basis von den Geräten erhobenen Daten errechnet ihre Anwendung einen Vertrauenswert, der Online-Diensten zur Abfrage bereitgestellt würde. Dieser Wert gebe an, wie sicher sich das System ist, dass es sich beim Träger der Geräte auch um dessen Eigentümer handelt. So könnten Passwörter bald der Vergangenheit angehören.

Wiener Bastlerszene staunt über dreidimensionale Modelle aus dem Lasercutter

Als Bachelorprojekt-Team gemeinsam auf der Maker Fair in Wien: Klara Seitz, Dimitri Schmidt, Lukas Wagner und Daniel-Amadeus Glöckner (v.l.n.r.). Es fehlt: Sven Mischkewitz.

Im April stellte das Studierendenteam von Professor Patrick Baudisch auf der Maker Fair in Wien seine Softwarelösung "Platener" der dort versammelten Bastler- und Tüftlerszene vor. Die Softwareanwendung vereinfacht das Entwerfen dreidimensionaler Modelle für den Lasercutter erheblich. "Ein Lasercutter kann am Computer gestaltete Vorlagen sehr präzise aus einer Vielzahl von Materialien wie Holz oder Plexiglas ausschneiden und ist dabei natürlich viel schneller und günstiger als ein 3D-Drucker", erklärt Teammitglied Daniel-Amadeus Glöckner. Dank des neu entwickelten Webservice könnten sich Nutzer künftig aus 3D-Modellen automatisch einen Schneideplan für den Lasercutter generieren lassen. Bei der Vorstellung des Projekts auf der "Maker Faire" in Wien seien große und kleine "Maker" begeistert von der Idee gewesen, ergänzt Glöckner.

Mit Hamburger Daten, Potsdamer Know-How bis nach Orlando zur SAPPHIRE NOW

Die Studierendengruppe am Fachgebiet Enterprise Platform and Integration Processes hat ihr Bachelorprojekt fit für die größte SAP-Kundenmesse gemacht: Dr. Matthias Uflacker (Lehrstuhlvertreter), Günter Hesse (Betreuer), Nico Aechtner, Julius von Streit, Fabian Paul, Arne Boockmeyer Theresa Zobel und Siegfried Horschig (v.l.n.r.). (Foto: HPI/K. Herschelmann)

Ohne Studierende, aber vertreten durch die Projektbetreuer Dr. Matthias Uflacker, Markus Dreseler und Günther Hesse, ging die Softwareanwendung der Studierendengruppe des Fachgebiets Enterprise Platform and Integration Concepts auf Reisen. Im Rahmen der SAPPHIRE NOW in Orlando (USA), der weltweit größten SAP-Konferenz und -Kundenmesse, zeigten sie, wie ihre Studierenden dem Hamburger Hafen helfen, Emissionen in Echtzeit zu ermitteln und zu visualisieren. "Im Rahmen des Bachelorprojektes wurden auf Basis der erfassten Verkehrsinformationen Modelle erstellt, welche die Emissionen im Hafengebiet für ein beliebiges Zeitfenster berechnen und interaktiv darstellen lassen", erklärt Dr. Matthias Uflacker. Am HPI-Stand konnte die interaktive Karte des Hafengebiets begutachtet werden, welche die für den gewählten Zeitpunkt berechneten Schwefeldioxid-, Stickstoffdioxid- und Feinstaubwerte anzeigt.

Als Bachelor-Studenten zur wissenschaftlichen Tagung nach Dänemark

Gut betreut reist die Projektgruppe von Professor Friedrich mit ihrem Paper zur Wissenschaftlertagung nach Dänemark: Martin Krejca (Betreuer), Simon Krogmann, Thomas Kellermaier, Tobias Arndt, Danijar Hafner, Ralf Rothenberger (Betreuer) und Professor Tobias Friedrich (v.l.n.r.). Es fehlt: Armin Razmdjou.

Nach dem Bachelorpodium hat das Studierendenteam von Professor Tobias Friedrich seine Reise noch vor sich. Auf Basis ihres Abschlussprojekts schrieben sie ein wissenschaftliches Paper und reichten dieses bei der Tagung "European Symposium on Algorithms". Im August werden sie nun nach Aarhus in Dänemark reisen und internationalen Wissenschaftklern ihre neuen Erkenntnisse im Bereich der Analyse und Entwicklung von Algorithmen vorstellen. Ihr Bachelorprojekt zielte darauf, das Verkehrsaufkommen in Großstädten zu reduzieren und gemeinsam mit dem Kooperationspartner TomTom Development Germany GmbH eine Softwarelösung zu entwickeln, mit der Autofahrer schneller einen Parkplatz finden.

Die Ergebnisse aller Projekte werden am 14. Juli auf dem Bachelorpodium am Hasso-Plattner-Institut vorgestellt. Ob mit oder ohne Messe- und Konferenzerfahrung, etwas Lampenfieber werden alle Studierendenteams haben. Nach diesem Termin und der Abgabe der Bachelorarbeit führt die nächste Reise dann hoffentlich erstmal in den verdienten Urlaub.