Hasso-Plattner-Institut20 Jahre HPI
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29.08.2019

News

Mit Künstlicher Intelligenz zum neuen Bilderlebnis

Am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam forscht ein Team von Wissenschaftlern am Fachgebiet Computergrafische Systeme unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Döllner im Bereich “Visual Media Analytics” an verschiedenen Verfahren der Interpretation und Gestaltung von Fotos und Videos. Diese ermöglichen auf Basis von Maschinellem Lernen als Schlüsseltechnologie von Künstlicher Intelligenz eine völlig neue Weise der Analyse und Gestaltung. So wird beispielsweise die schnelle und interaktive Übertragung verschiedener Kunststile – auch bekannt als “Style Transfer”– auf Fotos und Videos möglich. Die Ergebnisse besitzen grafische Züge der entsprechenden Wissensbasis, d.h. sie bekommen Züge der Kunstwerke, die als Wissensbasis verwendet wurden. 

Künstliche Intelligenz ermöglicht es auch, das Geschehen in einem Video zu analysieren und die Dynamik in einem einzelnen Bild zu stilisieren. Wie ein solches neuartiges Abstraktionsverfahren aussehen kann, stellten Max Reimann und Sumit Shekhar 2019 auf der SIGGRAPH – der weltweit führenden Konferenz und Fachmesse für Computergrafik und interaktive Techniken – in Los Angeles vor. Die vorgestellte App berechnet Bewegungsinformationen zu einem Videoclip und fasst diese in einem abstrahierten “Live-Foto” zusammen, um Dynamik stilistisch zu visualisieren.

„Wir beobachten, dass unsere interaktiven Apps zunehmend auch Künstler und Kreative bei ihrer Arbeit unterstützen“

Die Wissenschaftler des HPI-Fachgebiets Computer Graphische Systeme publizieren regelmäßig auf renommierten Konferenzen und Symposien; auf der SIGGRAPH Asia 2017 wurden gleich zwei Arbeiten auf dem “Symposium for Mobile Graphics and Interactive Applications” ausgezeichnet. Co-Author ist unter anderem Sebastian Pasewaldt, HPI-Doktorand und CEO des Unternehmens Digital Masterpieces, das er 2013 mit einem weiteren HPI-Absolventen gründete. Das HPI-Startup entwickelt Kunst- und Fotobearbeitungs-Apps wie BeCasso, Clip2Comic oder ArtCard für iPhone und iPad, die auch für Grafiker, Künstler und Buchillustratoren immer attraktiver werden. „Wir beobachten, dass unsere interaktiven Apps zunehmend auch Künstler und Kreative bei ihrer Arbeit unterstützen“, so Pasewaldt. Ausschlaggebend für den Wandel sei zum einen die enorme Verarbeitungsgeschwindigkeit der umgesetzten Techniken und das vielfältige Angebot unterschiedlicher Kunststile in einer App sowie die exzellente Ausgabequalität und einfache Bedienbarkeit.