Hasso-Plattner-Institut
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17.07.2009

Potsdam/Berlin. Eine Mehrzweckjacke als eine Art tragbare Privatsphäre für Teilnehmer an Gruppenprozessen haben Studenten der „School of Design Thinking“ am Hasso-Plattner-Institut (HPI) erfunden. Den Prototyp des innovativen Kleidungsstücks, das sich stufenweise bis hin zu einem abschirmenden Zylinder entfalten lässt, stellte das vierköpfige Team am Freitag, 17. Juli vor. Anlass war die Verabschiedung des zweiten Absolventenjahrgangs der HPI School of Design Thinking in Potsdam. Entwickelt wurde das Modell für ein im Herbst dieses Jahres stattfindendes Innovationscamp in Berlin mit dem Thema „Arbeitswelt der Zukunft“. Initiator ist die Gruppe Palomar5.

„Wer sich in einer großen Gruppe befindet und sich dringend danach sehnt, kurz verschwinden zu können, dem helfen wir mit unserer Erfindung, diesen Wunsch nach Privatsphäre im öffentlichen Umfeld schnell und stufenweise umsetzen zu können“, erläuterte Dominik Kenzler, Mitglied des Innovatoren-Teams und Student des Kommunikationsdesigns an der Hochschule Wismar. Das den ganzen Körper umfassende Kleidungsstück soll erstmals bei dem Berliner Innovationscamp zum Tragen kommen. Bei dieser Veranstaltung werden sechs Wochen lang 40 „Digital Natives“, also junge Leute aus der Internet-Generation, gemeinsam Lösungen erarbeiten, die in der eigenen Arbeitswelt von morgen umgesetzt werden können.

„Wenn so viele Personen mit so unterschiedlicher Geschichte so lange zusammenleben und arbeiten, ist das auch ein soziales Experiment mit Konfliktpotenzial, für das es Lösungen braucht“, ergänzte Kenzler. Erfahrungen gesammelt mit solchen Gruppenprozessen hatte das Innovatoren-Team, zu dem noch die Studierenden Christiane Frey (Bildende Kunst, Akademie der Bildenden Künste), Jana Lév (Innenarchitektur, Hochschule Coburg) und Jeong Hong Oh (Verfahrens- und Energietechnik, TU Berlin) gehörten, bei einem Test-Camp im Juni und bei Befragungen.

Nach der Idee der Studenten zeigt man durch das Tragen der neuartigen Jacke bereits, dass man im Moment nicht angesprochen werden möchte. Das individualisierte Innere des Kleidungsstücks nach außen zu wenden, steht symbolisch für einen Schutzwall, den der Träger aufbaut. „Und wer fix das Ganze zu einem zylindrischen Raum aufbaut, kann auch im Gruppengetöse in Ruhe in sich gehen, mit den Liebsten zu Hause telefonieren oder gar ein kleines Nickerchen halten“, betonte Kenzler. Dabei sei man nicht von der Gruppe ausgeschlossen und könne anschließend innerlich gestärkt wieder aktiv am Geschehen teilnehmen.

Besonderen Anklang beim Testen der Erfindung fand die "privacy to go", wie Teammitglied Jana Lév die Flexibilität des Kleidungsstückes beschrieb. Die Jacke ermöglicht den Teilnehmern, den momentanen Gruppenprozess des eigenen Teams vor Ort zu verfolgen, überall aber auch dem Bedürfnis nach Privatsphäre nach zu kommen.

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