Hasso-Plattner-Institut
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07.10.2013

Potsdam. Ein genaues Verständnis von Geschäftsprozessmodellen will das Hasso-Plattner-Institut (HPI) mit dem kostenlosen, offenen Onlinekurs vermitteln, der am 28. Oktober auf der interaktiven Internet-Bildungsplattform openHPI.de startet. Leiter ist Prof. Mathias Weske vom HPI-Fachgebiet Business Process Technology. Organisationsexperten, Führungskräfte mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund, IT-Professionals und Studenten sollen in dem sechswöchigen Onlinekurs lernen, dass Geschäftsprozesse nur dann erfolgreich umgesetzt werden können, wenn es ein gemeinsames Verständnis der Abläufe gibt. Anmelden kann man sich bereits jetzt online unter http://openhpi.de/course/bpm2013.

"Modellhafte Darstellungen von Prozessen können dazu beitragen, die Kommunikation zwischen allen Beteiligten zu verbessern", sagt Weske. Missverständnisse könnten so früher erkannt und ausgeräumt werden. Um eine gemeinsame Sprache für Geschäftsabläufe zu etablieren, vermittelt der englischsprachige openHPI-Kurs die Grundlagen der Prozessmodellierung anhand der Modellierungssprache BPMN (Business Process Model and Notation).

Teilnehmer des Kurses erlernen die Konzepte, die dieser Sprache zugrunde liegen, deren genaue Bedeutung und Richtlinien zur Modellierung von geschäftlichen Abläufen. Ebenso werden Prüfmethoden vorgestellt, mit denen Defekte in Prozessmodellen aufgedeckt werden können. Darüber hinaus werden Daten in Geschäftsprozessen sowie Prozess-Choreographien behandelt, also unternehmensübergreifende Abläufe.

"Wir sehen regelmäßig unglücklich gestaltete Geschäftsprozesse, bei denen die rechte Hand nicht weiß, was die linke macht", kritisiert der HPI-Wissenschaftler. Prozessmodelle helfen, dies zu verhindern. Weske ist Autor von über 100 Beiträgen in wissenschaftlichen Konferenzbänden und Fachzeitschriften, sowie mehrerer Fachbücher. Zuletzt ist die zweite Auflage seines Buches "Business Process Management: Concepts, Languages, Architectures" erschienen, welche die im Kurs vermittelten Lehrinhalte erörtert.

Die Teilnahme an dem englischsprachigen Kurs ist kostenlos, Zulassungsbeschränkungen gibt es nicht. Wer erfolgreich abschließt, erhält vom Hasso-Plattner-Institut ein Zertifikat. Da openHPI-Kurse als so genannte Massive Open Online Courses (MOOC) in ein interaktives Lernnetzwerk eingebettet sind, kann sich jeder Teilnehmer mit Prof. Weske, seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern und den anderen Nutzern über die Inhalte austauschen. Insgesamt bietet der neue Kurs über dreißig Lehr-Videos von Weske, umfassendes Lesematerial zur begleitenden Vertiefung des Stoffs, Online-Tests zur Selbstkontrolle des Lernfortschritts, Hausaufgaben und eine Online-Abschlussprüfung.

In diesem Video erläutert Prof. Weske die Inhalte seines openHPI-Kurses: www.youtube.com/watch?v=yYcvuR1jhzU.

openHPI: Vorbild sind Massive Open Online Courses (MOOC)

Die Internet-Bildungsplattform openhpi.de des Hasso-Plattner-Instituts bietet kostenlose, frei zugängliche Onlinekurse für sehr viele Teilnehmer an. Mehr als 50.000 interessierte Online-Lerner aus mehr als 114 Ländern sind dort mittlerweile registriert. Zugangsbeschränkungen gibt es nicht. Weltweit einzigartig ist die Plattform dadurch, dass sich die Inhalte auf Informationstechnologie und Informatik konzentrieren und die Kurse sowohl in deutscher als auch englischer Sprache angeboten werden. openHPI folgt dem Beispiel der „Massive Open Online Courses“, wie sie seit 2011 zunächst von der Stanford University, später aber auch von anderen Elite-Universitäten der USA angeboten wurden.

Im Unterschied zu „traditionellen“ Vorlesungsportalen werden bei openhpi.de Kurse angeboten, die einem festen sechswöchigen Zeitplan folgen - mit definierten Angebotsimpulsen wie Lehr-Videos, Texte, Selbsttests, regelmäßige Hausaufgaben und Prüfungsaufgaben. Kombiniert sind die Angebote mit einer sozialen Plattform, auf der sich die Teilnehmer mit den Kursbetreuern und anderen Teilnehmern austauschen, Fragen klären und weiterführende Themen diskutieren können. Die Teilnehmer entscheiden selbst über Art und Umfang ihrer Aktivitäten. Sie können in den Kurs eigene Beiträge einbringen, zum Beispiel durch Blogposts oder Tweets, auf die sie im Forum verweisen. Andere Lernende können diese dann kommentieren, diskutieren oder erweitern. So werden Lernende, Lehrende und die Inhalte in einem sozialen Lernnetzwerk miteinander verknüpft.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang „IT-Systems Engineering“ an – ein besonders praxisnahes und ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium, das von derzeit 450 Studenten genutzt wird. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet 120 Plätze für ein Zusatzstudium an. Insgesamt zehn HPI-Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten sind am Institut tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen neun Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche. Das HPI kommt bei den CHE-Hochschulrankings stets auf Spitzenplätze.

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