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12.09.2014

News

International Design Thinking Week: Studenten vernetzen Start-ups in Gemeinschaftsbüros

Wie kann es Co-working Spaces gelingen, den persönlichen Austausch zwischen einander fremden Bürogemeinschaften zu fördern? Mit dieser Frage haben sich rund 50 Studierende aus der ganzen Welt bei der International Design Thinking Week der HPI School of Design Thinking und dem Hasso Plattner Institute of Design at Stanford beschäftigt. 

International Design Thinking Week
Studenten präsentieren ihre Projekte auf der International Design Thinking Week in der Factory Berlin. (Foto: HPI/D. Lässig)

Rund 50 Studierende aus Deutschland, der Schweiz, Spanien, Saudi-Arabien, Brasilien und Australien nutzten die International Design Thinking Week, um sich in der Factory Berlin mit der am HPI gelehrten und erforschten Innovationsmethode des Design Thinking vertraut zu machen. Dafür widmeten sie sich der Frage, wie Co-working Spaces, d.h. Büroräume, die junge Unternehmen und Freiberufler unter einem Dach versammeln und Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, es schaffen können, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der einzelnen Bürogemeinschaften unternehmensübergreifend besser zu vernetzen und den kreativen Austausch zu fördern.

Keine Zeit oder keinen Ort für den persönlichen Austausch

"Zumeist scheitert der persönliche Austausch schon daran, dass die Mitarbeiter keine Zeit oder keinen Ort haben, um sich zu begegnen und in Kontakt zu treten. Und selbst wenn, fällt es vielen Personen schwer, den ersten Schritt zu machen und das Eis zu brechen", beschrieb Prof. Ulrich Weinberg, Leiter der HPI School of Design Thinking, das Problem. Gemeinsam mit der Factory Berlin, die seit kurzem als Arbeitsstätte für Technologie-Start-ups wie Soundcloud dient, habe die HPI School of Design Thinking ihren Studenten daher die Aufgabe gestellt, wie attraktive Treffpunkte für ein Büroumfeld gestaltet und mit welchen Mitteln der übergreifende Kontakt gefördert werden könne. "Co-working Spaces wie die Factory erfreuen sich unter jungen Gründern und Freiberuflern in Berlin immer größerer Beliebtheit. Insofern war es spannend, deren Bedürfnisse live vor Ort zu analysieren und mit der iterativen Methode des Design Thinking Lösungsansätze zu erarbeiten", erklärte Weinberg.

Gemeinsam mit George Kembel, Global Director des Stanford Institute of Design, Dr. Claudia Nicolai, General Program Manager der HPI School of Design Thinking, und erfahrenen HPI-Coaches erläuterte Professor Weinberg die Phasen des Design-Thinking-Prozesses, bei dem der Nutzer im Mittelpunkt steht und Lösungen durch multidisziplinäre Teams erarbeitet werden. Durch Befragung junger Gründer, Freiberufler und Start-up-Mitarbeiter identifizierten die neun Studententeams die individuellen Bedürfnisse der Nutzer von kollaborativen Arbeitsplätzen und entwickelten Lösungen, um diesen die Kontaktaufnahme mit Büronachbarn oder Arbeitskollegen zu erleichtern.

Von der Lunch-Lotterie bis zur Büro-Schnitzeljagd

Neben einer monatlichen Schnitzeljagd, die im Team und über Bürogrenzen hinweg bewältigt werden kann, oder einem Visitenkarten-Spiel, bei dem Mitarbeiter anhand zuvor ausgefüllter Karten und durch Fragen verschiedener Personen zusammenfinden sollen, gab es auch die Idee für eine Lunch-Lotterie. Dabei werden den Teilnehmern per Zufallsprinzip Kollegen für ein Mittagessen in der gemeinsamen Kantine zugelost. Auf diese Weise lernt man in seiner Pausenzeit neue Leute kennen und kann in lockerer Atmosphäre Kontakte knüpfen. Als Anreiz für die Teilnahme dient ein freies Mittagessen für je eine der teilnehmenden Gruppen. Darüber hinaus konzipierten die Studenten auch Begegnungsräume, die durch wechselnde Musik, Lichtverhältnisse oder Temperaturen immer neue Personen ansprechen und so einen Ort zum Kennenlernen bieten, sowie einen kollaborativen Garten, welcher erst entsteht, indem Mitarbeiter eigene Pflanzen stiften, bei deren Pflege sie dann mit neuen Leuten in Kontakt kommen.

"Ergebnisse sind Beweis für Innovationskraft der Methode"

"Die Bandbreite und Qualität der Lösungen zeigt das kreative Potential von Design Thinking", sagte Professor Weinberg. Die Ergebnisse der International Design Thinking Week seien daher auch ein weiterer Beweis für die Innovationskraft multidisziplinärer Teams, so der Leiter der Potsdamer Innovationsschule.

Die International Design Thinking Week gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Einführung in den Design-Thinking-Prozess. In einer Woche mit fünf Teamarbeitstagen erlernten die internationalen Studenten Kernkompetenzen für die Arbeit in innovativen und kreativen Berufen. In Gesprächsrunden wie z.B. mit Vertretern der Knowmads Business School konnten sie mit erfahrenen Innovatoren diskutieren. Darüber hinaus entdeckten die Studenten auf einer Innovation Safari unter Leitung des Impact HUB Berlin bekannte und versteckte Kreativplätze der Berliner Start-up-Szene.