Hasso-Plattner-Institut
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08.03.2009

Hannover. Zum Abschluss der CeBIT haben die beiden Hasso-Plattner-Institute aus Deutschland und Kalifornien trotz der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise eine positive Messe-Bilanz gezogen. „Der immer stärker werdende wirtschaftliche Leidensdruck – so zeigte die CeBIT - führt zu spürbar erhöhtem Interesse an unserer neuartigen Innovationsmethode Design Thinking“, sagte Prof. Ulrich Weinberg, Leiter der „School of Design Thinking“ des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam, am Sonntag, 8. März. Der Wissenschaftler zeigte sich erfreut über „die Begeisterung der CeBIT-Besucher, nutzerorientierte IT-Innovationen voranzutreiben“. Im CeBIT-Innovationslabor der beiden Innovationsschulen aus Potsdam und Palo Alto hätten sich viele Unternehmen und Behörden gemeldet, die „bestehende Geschäftsmodelle komplett überdenken, Servicekonzepte radikal ändern und Produktpaletten völlig neu positionieren“ wollten. „Wegen der enormen Nachfrage werden wir unser Angebot für Unternehmenstrainings und Projektpartnerschaften im Laufe des Jahres ausbauen“, kündigte Weinberg an.

Dass man mit Design Thinking innerhalb kurzer Zeit überraschende und zukunftsfähige Lösungsansätze entwickeln kann, bewies das Innovationslabor täglich in Halle 9 (Future Parc). „Vernetzt übers Internet haben wir mit den Kollegen von der Stanford University in Palo Alto viel versprechende Ansätze für menschlichere IT-Lösungen entwickelt“, sagte Weinberg. Seine Innovationsschule für Studenten hatte von Dienstag bis Sonntag zusammen mit ihrem kalifornischen Pendant, dem Hasso Plattner Institute of Design at Stanford, jeweils innerhalb von 24 Stunden innovative IT-Lösungen für die Bereiche Netzgesellschaft, IT-Sicherheit, grüne Informationstechnologie, E-Learning, E-Government und E-Health erarbeitet. „Hunderte von CeBIT-Besuchern haben uns im Future Parc dabei zugeschaut und uns beim öffentlichen Testen der erlebbar gemachten Lösungen mit ihren Rückmeldungen weiter geholfen“, berichtete Weinberg. Internetnutzer schauten über ein Online-Tagebuch (http://d-school-blog.hpi-web.de) live zu und kommentierten die Entwicklungen.

Zum Beispiel entwickelten die kreativen Querdenker aus Deutschland und Kalifornien während der CeBIT eine Möglichkeit, Handys sinnvoll in den Schulunterricht einzubinden. Weil Schüler sich bei Verständnislücken und Motivationsmangel aus Scham oft nicht melden, sollen sie künftig ihren Lehrern anonym und einfach per Tastendruck auf dem Handy signalisieren können, ob und wie der vermittelte Stoff bei ihnen ankommt. Außerdem tüftelten die kreativen Querdenker aus Deutschland und Kalifornien die Idee kleiner, handlicher Strom-Messer für den Haushalt aus, die als Adapter zwischen die einzelnen Elektrogeräte und das Stromnetz geschaltet werden. Die einzelnen Verbrauchsdaten werden elektronisch zusammengeführt, in der Wohnung auf einer Anzeigetafel in entsprechenden Signalfarben visualisiert und über einen lokalen Internetanschluss zu Analyse- und Vergleichs-Zwecken an einen zentralen Dienstleister übermittelt.

Auch das Konzept eines „Virtual Identity Reports“ entstand zum Beispiel im CeBIT-Innovationslabor. Dies soll ein per Post oder E-Mail versandter Bericht sein, der jedem Internetnutzer einen Überblick darüber verschafft, welche privaten Daten derzeit von ihm im Internet verfügbar sind. Den Stress von Berufstätigen der "Webciety", die "always on" sind, könnte nach einer Idee des HPI-Innovationslabors eine spezielle Software vermindern helfen. Auf mobilen Geräten installiert, würde sie die Intensität der verschiedenen Kommunikationskontakte des Nutzers bildlich anzeigen, mit mehr oder weniger großen Fotos der Kontaktpersonen. „Die Bildschirmdarstellung macht sofort deutlich, wann an der Ausgewogenheit von Berufs- und Privatleben gezielt gearbeitet werden muss", sagte Weinberg.

Sein Team begeisterte an den sechs CeBIT-Tagen nicht nur durch die Ergebnisse, sondern auch durch den Spaß bei der Sache. Die Treppe zum HPI-Stand auf der Galerie in Halle 9 beklebten die jungen Innovatoren mit 6500 bunten Haftnotizzetteln – ein viel genutztes Fotomotiv für die Besucher, die auf den Zetteln viele begeisterte Kommentare zur Aktion und zum gesamten Stand-Geschehen hinterließen. Nebenan, am zweiten Stand des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik (HPI), labten sich die CeBIT-Besucher während der sechs Messetage an insgesamt 12.000 Weckmännern aus leckerem Mürbeteig – live gebacken von Bäckermeister Alexander Kurion (28) aus Luckenwalde. Die Teig-Figuren trugen ein aus Kakao aufgetragenes HPI-Logo und symbolisierten, dass die universitäre Elite-Ausbildungsstätte für IT-Ingenieure exzellenten IT-Nachwuchs „backt“.