Hasso-Plattner-Institut
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03.07.2009

Potsdam. Der Aufwand beim Entwickeln von Automobilsoftware könnte durch eine von Potsdamer Studenten entwickelte Lösung in Zukunft erheblich sinken. Ein neunköpfiges Bachelor-Team des Hasso-Plattner-Instituts erweiterte einen Branchen-Standard um eine Reihe von Werkzeugen, deren Einsatz die Entwicklungs- und Simulations-Kosten deutlich vermindert. Am 3. Juli stellten die Studierenden das Ergebnis auf dem „Bachelorpodium“ vor. Rund 200 Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft waren dazu nach Potsdam gekommen.

„80 Prozent der Innovationen in Fahrzeugen werden heutzutage durch Software realisiert. Um bei der daraus folgenden Erhöhung der Komplexität nicht die Sicherheit oder Zuverlässigkeit zu gefährden, muss die Software strengen Anforderungen genügen“, betonte Martin Schenck, Sprecher der Bachelorprojektgruppe. Wie in anderen Ingenieursdisziplinen existierten Standards, die ein analytisches Vorgehen zur Entwicklung beschreiben. Für die Entwicklung komplexer automotiver Software sei dies der AUTOSAR-Standard, sagte der HPI-Student. AUTOSAR unterstütze den Entwicklungsprozess durch vorgegebene Bedingungen und helfe damit, der Komplexität Herr zu werden.

„Ob geöffnetes Cabrioverdeck, Sensorausfall oder Reifendruckverlust - Software für Autos muss auf viele Situationen angemessen reagieren können. Die Mechanismen für die nötige Umsetzung existieren schon heute, sind aber äußerst kompliziert, fehleranfällig und aufwändig“, berichtete Schenck. Indem sein Team den Aspekt der Rekonfiguration in eine frühe Phase des Softwareentwicklungsprozesses integrierte, konnte es diese Probleme reduzieren. Dadurch können Fehler mit Hilfe rechtzeitiger Analysen eher aufgedeckt und vermieden werden.

Im Rahmen des Projektes entwickelten die Studenten zur Evaluierung ihrer Konzepte eine Testumgebung auf der Basis eines Roboters und einer OpenSource-Plattform. Dies ermöglichte es ihnen, die erstellten Konzepte einfach, schnell und kostensparend zu überprüfen. Eng zusammengearbeitet wurde mit dem Projektpartner dSPACE. Das Paderborner Unternehmen, das bereits seit 20 Jahren in der Branche arbeitet, ist heute der weltweit führende Anbieter von Werkzeugen für die Entwicklung und den Test von Automobilsoftware.

Das gesamte Projekt wurde am HPI-Fachgebiet „Systemanalyse und Modellierung“ von Prof. Holger Giese durchgeführt. Dabei kamen sowohl einige Werkzeuge zum Einsatz, die am Lehrstuhl entwickelt worden sind, als auch solche des Projektpartners.

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