Hasso-Plattner-Institut
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07.04.2009

Potsdam/Kapstadt. Das Forschungskolleg des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) hat eine erste "Zweigstelle" im Ausland bekommen. Am Dienstag, 7. April, startete in Kapstadt die "HPI Research School at University of Cape Town": HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel nahm drei südafrikanische Doktoranden in den Kreis der bislang 22 Kolleg-Teilnehmer auf. Gemeinsam erforschen die hochtalentierten jungen Informatik-Wissenschaftler den Bereich "Service-Oriented Systems Engineering". Die Doktoranden in Kapstadt werden sich dabei vor allem Informations- und Kommunikations-Technologien widmen, die für Entwicklungs- und Schwellenländer wichtig sind.

An der Feierstunde in der University of Cape Town (UCT) nahmen von südafrikanischer Seite Prof. Kathy Driver, Dekanin der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät, sowie die Informatik-Wissenschaftler Prof. Edwin Blake, Dr. Sonia Berman und Dr. Gary Marsden teil. Aus Deutschland war auch Prof. Andreas Polze gekommen, der Sprecher der HPI Research School in Potsdam. "Wir freuen uns darüber, dass sich die Universität Kapstadt in der Ausbildung von Nachwuchs-Spitzenforschern unserem Graduiertenkolleg anschließt", sagte HPI-Direktor Meinel. Er rechne mit einer "intensiven und fruchtbaren Forschungszusammenarbeit".

Gefolgt wird dabei dem 2005 am HPI eingeführten Modell, dass promovierte Nachwuchswissenschaftler und Doktoranden von den Professoren gemeinschaftlich und nicht nur einzeln betreut werden. Die Stipendiaten forschen aus den verschiedenen Blickwinkeln ihrer Fachgebiete an dem aktuellen, übergreifenden Thema "Service-Oriented Systems Engineering". Wöchentlich einmal diskutieren sie bei einem Forschungsseminar über ihre Arbeit und die Ergebnisse. Zweimal jährlich kommen sie bei Klausurtagungen zusammen. Beteiligt sind sie ferner an wissenschaftlichen Workshops und Symposien.

"Die Zusammenarbeit mit der University of Cape Town gibt uns die Chance für eine inhaltliche Ausweitung unserer Forschung. In Afrika sind angesichts der Infrastruktur Internetzugänge über Funknetze und Satelliten besonders wichtig, ebenso die Arbeit mit mobilen Geräten. Das sorgt auch in der Forschung rund um Software-Dienste für spezielle Fragestellungen", sagte Meinel. Dr. Gary Marsden, Leiter des UCT-Programms "ICT4D" (Informations- und Telekommunikations-Technologien für Entwicklung) hob die Möglichkeit zu engem Austausch und den Zugang zu den internationalen Spitzenkontakten des HPI als besonderen Vorteil der Zusammenarbeit hervor: "Im Forschungskolleg des Hasso-Plattner-Instituts mitzumachen, bietet afrikanischen Informatikstudenten die einzigartige Chance, mit hervorragenden europäischen Spitzenforschern zusammenzuarbeiten und von ihnen zu lernen."

Die jungen Nachwuchsforscher arbeiten von Kapstadt aus, bekommen ihr Stipendium aber vom HPI aus Deutschland. Gemeinsam betreut von ihren südafrikanischen Professoren vor Ort, werden sie in die Forschungsaktivitäten des Potsdamer Forschungskollegs integriert und an gemeinsamen Konferenzen und Symposien mitwirken. "Ferner ist ein Austausch der jungen Wissenschaftler vorgesehen sowie die gemeinsame Akquisition neuer Forschungsprojekte", ergänzte Polze.

HPI-Direktor Meinel kündigte an, dass eine entsprechende Forschungszweigstelle auch am Technion, der renommierten Technischen Universität Israels in Haifa, eingerichtet werden soll. In der Forschungszusammenarbeit mit den jungen israelischen Informatik-Wissenschaftlern soll es vor allem um das so genannte Multithreading gehen, also das gleichzeitige Abarbeiten mehrerer Ausführungsstränge innerhalb eines einzelnen Rechenprozesses.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang "IT-Systems Engineering" an – eine praxisnahe und ingenieurwissenschaftlich orientierte Alternative zum herkömmlichen Informatik-Studium, die von derzeit 450 Studenten genutzt wird. Insgesamt 50 Professoren und Dozenten sind am HPI tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – auch für erste Adressen der Wirtschaft. Vor allem geht es um Grundlagen und Anwendungen für große, hoch komplexe und vernetzte IT-Systeme. Seit Oktober 2005 betreibt das HPI mit der Research School "Service-Oriented Systems Engineering" eine Doktorandenschule. Im Oktober 2007 nahm die "HPI School of Design Thinking" ihre Arbeit auf. 40 Studierenden aus vielen verschiedenen Fachrichtungen wird dort die Fähigkeit vermittelt, in multidisziplinären Teams besonders benutzerfreundliche IT-nahe Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Das HPI kooperiert dabei eng mit der US-Eliteuni Stanford. Im November 2008 starteten beide ein gemeinsames Innovationsforschungsprogramm. Besonders eng arbeitet das Hasso-Plattner-Institut auch mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA, mit der TU Peking und mit verschiedenen Universitäten in Europa zusammen.

 

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