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24.06.2010

Potsdam. Europa gerät nach Ansicht von EU-Kommissarin Neelie Kroes in eine „riskante Lage“, da die bisherigen Internetanschluss-Adressen „fast vollständig ausgeschöpft“ seien. Gleichzeitig werde der neue Internetstandard IPv6 langsamer als erwartet angenommen, klagte die Vizepräsidentin der EU-Kommission in einer Video-Grußbotschaft zu Beginn des dritten deutschen IPv6-Gipfels in Potsdam.

Die Niederländerin forderte einen schnellen Umstieg auf das Internet der neuen Generation. Andernfalls könnten das starke Wachstum des Internets und Innovationen schon bald gebremst werden, warnte Kroes. Nur der schnelle Umstieg könne gewährleisten, dass auch bei starker Expansion durch die Zunahme mobiler Kommunikation sowie durch das „Internet der Dinge“ das Web künftig ordentlich funktionieren werde, sagte die Brüsseler Kommissarin für die digitale Agenda.

Kroes appellierte vor allem an die Anbieter von Web-Diensten und -Inhalten, den Verbrauchern Zugang zum IPv6-Internet zu verschaffen. Die großen Akteure sollten zeigen, dass sie gewillt seien, beim neuen IPv6-Standard die Führungsrolle zu übernehmen. „Wir müssen uns jetzt an die Arbeit machen und dürfen uns mit IPv6 nicht selbst ins Knie schießen“, mahnte die EU-Vizepräsidentin.

Der dritte deutsche IPv6-Gipfel befasst sich am 24. und 25. Juni in Potsdam vor allem mit der Bedeutung des neuen Internetstandards für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und auch mit dem Nutzen, den jeder Einzelne von komfortablen IPv6-Diensten hat. Die Teilnehmer kommen vor allem aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Verbände. Unternehmen wie Cisco, IBM, Vodafone, Ericsson und Nokia sind mit führenden Repräsentanten vertreten.

 

Netzwerkausrüster Cisco sieht klaren Kundenvorteil bei IPv6

Axel Föry, Architekturverantwortlicher Borderless Network DACH beim Netzwerkausrüster Cisco wies darauf hin, dass die IPv6-Technologie hohe Priorität in seinem Hause genieße: "Wir empfehlen schon heute unseren Kunden eine schrittweise Migration auf IPv6, denn die Einführung hat längst begonnen. Wir sehen einen klaren Wettbewerbsvorteil für unsere Kunden durch IPv6 in nahezu allen Segmenten“. Cisco sei einer der Pioniere in der IPv6-Technologie, sagte Föry. Der Netzwerkausrüster sei mit seinen Borderless Network-Produkten auf IPv6 eingestellt.

Der „europäische Vater des Internet“, Prof. Peter T. Kirstein vom University College in London, hält den Hauptvortrag auf dem Gipfel. Am Donnerstagabend werden die Sieger eines internationalen Wettbewerbs ausgezeichnet, mit dem neue Anwendungen und Ideen fürs Internet der neuen Generation gesucht wurden. Stifter der Preise sind neben dem Hasso-Plattner-Institut die Strato AG sowie die Verbände eco und BITKOM. (Preisverleihung: 19 Uhr, Neue Kammern Schloss Sanssouci, Potsdam)

 

Hinweis für Redaktionen:

Die Video-Grußbotschaft von EU-Kommissarin Neelie Kroes können Sie im Downloadbereich anschauen. Hier finden Sie auch ein aktuelles Hintergrundpapier mit detaillierten Informationen zum Thema.

In dem Papier wird beispielsweise beschrieben, welch komfortablen Dienste uns durch das Internet der neuen Generation (bei Informatikern mit dem Kürzel IPv6 bezeichnet) erwarten: Möglich werden vernetzte Wohnungen, in denen Hausgeräte, Kameras, Spiele-Konsolen und die komplette Unterhaltungselektronik kinderleicht, zuverlässig und abgesichert übers Internet gesteuert werden können, Hundehalsbänder im Web, die dem Besitzer melden, ob das Tier hungrig ist oder Gassi gehen muss, Golfbälle, die online ihrem Spieler den Punkt zeigen, an dem sie gelandet sind oder internetfähige Skihelme, der im Getümmel der Skipiste signalisieren, wo die Familie oder Freunde des Trägers zu finden sind.

Mehr zum Programm des Gipfels

 

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