Hasso-Plattner-Institut
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05.05.2011

Potsdam. Dr. Vinton Cerf, einer der beiden „Väter“ des Internets, kommt nach Deutschland: Am 25. Mai um 11 Uhr wirft er im Rahmen eines Festkolloquiums am Hasso-Plattner-Institut (HPI) einen Blick in die Zukunft des rasant wachsenden Netzes und zeigt Maßnahmen zur Sicherung der weiteren Entwicklung auf. Anschließend wird Googles Chief Internet Evangelist zum „HPI Fellow“ ernannt. Am Tag darauf hält der 67-Jährige Internetpionier um 16 Uhr den Hauptvortrag im Rahmen des 15. Leibniz-Kollegs Potsdam. Darin geht es um die integrative Kraft des Internets.

„Nach Internetpionier Dr. Robert E. Kahn, den wir 2009 zum HPI Fellow ernennen konnten, erhält nun auch der andere ‚Vater‘ des Internets, Dr. Vinton Cerf, diese Medaille“, freut sich HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel, der auch das Fachgebiet „Internet-Technologien und -Systeme“ leitet. Der Mathematiker und Informatiker aus den USA entwickelte von 1976 bis 1982 gemeinsam mit Kahn das Internetprokoll TCP/IP.

Cerf gestaltet die Weiterentwicklung des Internets aktiv mit. Er gehört zu den Verfechtern des neuen Netzstandards IPv6. Diese neuen Datenverkehrsregeln lösen das bisher gültige Protokoll ab, dessen Netzanschlussadressen (IPAdressen) im Lauf dieses Jahres vollständig ausgeschöpft sein werden. Der Besuch des Internetpioniers in Deutschland erfolgt zwei Wochen vor dem weltweiten IPv6-Tag. Am 8. Juni soll ein 24-stündiger Probelauf stattfinden, in dessen Rahmen die weltweit größten Websites über die nächste Generation des Internetprotokolls erreichbar sein werden – parallel zum bisherigen Standard. Einen solchen Test hat es in dieser Größenordnung bislang noch nicht gegeben. Damit wollen Inhalte-Anbieter und Netz-Provider Erfahrungen mit der Alltagstauglichkeit sammeln sowie unerwartete Fehler und Probleme aufspüren.

 

HPI Fellowship Award
Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) zeichnet von Zeit zu Zeit renommierte Persönlichkeiten aus, die sich in Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in besonderem Maße für das HPI sowie für die IT-Forschung und -Nachwuchsförderung eingesetzt haben. Zum HPI Fellow kann auch ernannt werden, wer im Rahmen seiner Arbeit zukunftsweisende Innovationen in der Informationstechnologie hervorgebracht hat. Erstmals vergeben wurde die HPI Fellow-Medaille 2006 an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel im Rahmen des ersten nationalen IT-Gipfels am HPI. Prof. August-Wilhelm Scheer, Gründer der IDS Scheer AG sowie BITKOM-Präsident, und Prof. Henning Kagermann, der frühere Vorstandssprecher der SAP AG, erhielten den Award 2007.
Beide engagieren sich auch im Stiftungsrat der Hasso-Plattner-Stiftung für Softwaresystemtechnik. Zwei langjährige Wegbegleiter des HPI – der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe und die damalige Wissenschaftsministerin Prof. Johanna Wanka - konnten die Ehrung 2009 entgegennehmen. Robert E. Kahn, einer der beiden „Väter“ des Internets, wurde ebenfalls 2009 geehrt. Bisher jüngster HPI Fellow ist Prof. John L. Hennessy, Präsident der Stanford University. Ihm wurde die Medaille 2010 für seine Verdienste in der IT-Nachwuchsförderung und -Forschung sowie für die enge Kooperation der US-Eliteuniversität mit dem HPI überreicht.

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