Hasso-Plattner-Institut20 Jahre HPI
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21.05.2019

Pressemitteilung

92 Prozent der Online-Lerner zufrieden mit dem Nutzen, sagt openHPI-Studie

Wer an kostenlosen offenen Onlinekursen teilnimmt, um sich für die Digitalisierung fit zu machen, ist überwiegend zufrieden mit dem Nutzen. „92 Prozent der Teilnehmer bestätigen, dass sie das Wissen unmittelbar im Alltag anwenden können“, teilte Prof. Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) am Freitag, 17. Mai, mit. Er hatte vor einem halben Jahr 187.000 Personen befragen lassen, die bereits an solchen Massive Open Online Courses (MOOCs) auf der internationalen IT-Lernplattform openHPI seines Instituts (https://open.hpi.de) teilgenommen haben. Sie existiert seit 2012 und gilt damit als erste europäische MOOC-Plattform mit Bildungsinhalten für jedermann. 88 Prozent ihrer Nutzer stammen aus Europa.

„Als Nutzen nennen 81 Prozent der Antwortenden, dass man komplexe Sachverhalte, über die in den Medien berichtet wird, leichter versteht, seine Arbeit erfolgreicher ausführen kann oder einfach seinen Hobbies besser nachgehen kann“, berichtete Meinel. 52 Prozent sähen jetzt sogar Karrierevorteile in ihrem Beruf. 23 Prozent erklärten, sie hätten nach dem Kurs einen neuen Job annehmen können. „Nur 8 Prozent teilten uns mit, dass sie das erworbene Wissen und die Kenntnisse bisher nicht anwenden konnten“, sagte Meinel.

Nach seinen Worten möchte die Mehrheit der Online-Lerner den Kurs mit einem benoteten Zertifikat abschließen, um es künftig einmal in beruflichem Zusammenhang einsetzen zu können. „Zwei Drittel speichern ein solches Zertifikat nach erfolgreichem Abschluss ihres Onlinekurses zunächst auf ihrem Computer. Rund ein Viertel fügt es bei einer Bewerbung um einen neuen Job den Unterlagen bei und etwa zehn Prozent legen es sogleich ihrer Personalabteilung vor“, erläuterte der Informatikwissenschaftler.

Sein Team wertete im Rahmen einer großen Jahresumfrage insgesamt 1.400 Antworten von openHPI-Nutzern aus. 70 Prozent von ihnen hatten mindestens einen Onlinekurs auf der Lernplattform für Informationstechnologie und Innovationen mit einem Zertifikat abgeschlossen. Laut Befragungsergebnis sind zwei Drittel der openHPI-Nutzer männlich. Überwiegend handelt es sich um 30- bis 59-Jährige. Der Mittelwert des Alters liegt bei 40 Jahren. Die Mehrheit der mittlerweile knapp 200.000 einzelnen Teilnehmer hat ein Studium mit dem Bachelor oder Master oder einem vergleichbaren Grad abgeschlossen und ist seit mindestens fünf Jahren in seinem Beruf tätig.

Wissenschaftler: Deutschland muss bei lebensbegleitendem Lernen aufholen

Meinel verwies bei der Bekanntgabe dieser Zahlen auch auf die am Freitag, 17. Mai, von der Statistikbehörde Eurostat veröffentlichten Daten zur Beteiligung Erwachsener am lebenslangen Lernen. „Die EU strebt bis 2020 an, dass durchschnittlich mindesten 15 Prozent der Erwachsenen am lebensbegleitenden Lernen teilnehmen sollen. Tatsächlich aber liegt die Teilnahmequote an der Erwachsenenbildung derzeit erst bei 11,1 Prozent und in Deutschland sogar nur bei 8,2“, sagte Meinel.

Im deutschsprachigen Raum komme Österreich laut EU-Statistik hingegen auf 15,1 Prozent und das Nicht-Mitgliedsland Schweiz sogar auf 31,8 Prozent. Überdurchschnittlich hohe Werte zwischen 20 und 30 Prozent bei den Lernaktivitäten nach Ende der Erstausbildung erzielen die skandinavischen Staaten.

„Deshalb ist es wichtig, dass immer mehr Beschäftigte kostenlose digitale Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten wie die von openHPI nutzen. Dies sei vor allem notwendig, um sich auf die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt einzustellen“, betonte der Direktor des Hasso-Plattner-Instituts. Die Online-Kurse dessen Internet-Plattform https://open.hpi.de, die orts- und zeitunabhängig absolviert werden können, sollen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern helfen, Kompetenzen auf den Feldern Informationstechnologie und Innovation zu entwickeln und gezielt zu erweitern.

Berufstätige bekommen digitale Aus- und Weiterbildung geschenkt

Rasante Innovationen treiben in allen Unternehmen die Digitalisierung voran“, unterstrich Meinel. Deshalb trage sein Universitätsinstitut dazu bei, dass auch immer mehr Berufstätige „in Sachen digitale Allgemeinbildung auf den neusten Stand gebracht werden“.

Den Gratis-Zugang zu neustem Hochschul-Wissen biete openHPI seit 2012 grundsätzlich allen Interessenten an. „Lustvolles Lernen im Internet, unabhängig von Bildungsabschluss, Aufenthaltsort oder Tageszeit, soll jedem möglich sein“, so der Potsdamer Informatik-Professor. Dieselben Wissenschaftler, die den Studierenden im HPI-Hörsaal aktuelle Erkenntnisse vermitteln, halten auch die Internetnutzer daheim, unterwegs oder im Büro auf dem Laufenden.

Kostenloses Angebot an Online-Kursen

Alles wird finanziert von Stifter Prof. Hasso Plattner, einem der Gründer des Softwarekonzerns SAP. „Unserem Mäzen liegt am Herzen, dass auch andere eine so gute Bildung geschenkt bekommen, wie er sie genoss“, unterstrich Institutsdirektor Meinel.

In der weltumspannenden virtuellen Lerngemeinschaft des Hasso-Plattner-Instituts sei jeder willkommen, der „durch interaktives gemeinsames Lernen die digitale Welt besser verstehen und sie mitgestalten möchte“, so der Professor.

Hinweis für Redaktionen: Die am 17.5. auf Englisch veröffentliche Eurostat-Meldung ist hier zu finden https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-eurostat-news/-/DDN-20190517-1?inheritRedirect=true&redirect=%2Feurostat%2Fnews%2Fwhats-new.

Einige Fakten zu openHPI

Gestartet am 5. September 2012
Einzelne Nutzer: knapp 200.000*
Kurseinschreibungen: gut 608.000*
Ausgestellte Leistungsnachweise: mehr als 61.000*
Archivierte Kurse fürs Selbststudium: rund 70*
Kurs-Sprachen: Deutsch, Englisch, Chinesisch
Webseite: https://open.hpi.de 
*alle Angaben beziehen sich auf Mai 2019

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering. Mit dem Bachelorstudiengang „IT-Systems Engineering“ bietet die gemeinsame Digital-Engineering-Fakultät des HPI und der Universität Potsdam ein deutschlandweit einmaliges und besonders praxisnahes ingenieurwissenschaftliches Informatikstudium an, das von derzeit rund 500 Studierenden genutzt wird. In den vier Masterstudiengängen „IT-Systems Engineering“, „Digital Health“, „Data Engineering“ und „Cybersecurity“  können darauf aufbauend eigene Forschungsschwerpunkte gesetzt werden. Bei den CHE-Hochschulrankings belegt das HPI stets Spitzenplätze. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Derzeit sind am HPI 15 Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen IT-Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche.