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Die Gesundheitscloud

Digitale Selbstbestimmung in der Gesundheitsversorgung

Gesundheitscloud-Team
Das HPI-Team des Gesundheitscloud-Projekts. (Foto: HPI/K. Herschelmann)

Was ist das Ziel?

Mit der Gesundheitscloud möchte das Hasso-Plattner-Institut (HPI) eine patientenzentrierte Plattform für Gesundheitsdaten und darauf basierenden Anwendungen etablieren. Im Vordergrund steht dabei der Grundsatz, dass Patientinnen und Patienten die Hoheit über ihre Gesundheitsdaten haben. Mithilfe einer Cloud-Architektur sollen diese Informationen an einem zentralen Ort verwahrt werden. Mündige Patientinnen und Patienten sollen dadurch einen kontinuierlichen Zugang zu ihren Gesundheitsdaten erhalten und souverän über deren Nutzung entscheiden können. Eine patientenzentrierte Gesundheitscloud kann so helfen, die steigenden Kosten im Gesundheitswesen zu reduzieren und gleichzeitig eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

Was ist die Herausforderung?

Die Menge an Gesundheitsdaten (Genom-, Sensor-, Fitness-Daten, etc.) wächst rasant. Deren Verteilung auf isolierte Datenbanken erschwert den Zugang  für Patientinnen und Patienten und begrenzt die Analysemöglichkeiten für Gesundheitsanbieter. Folgen dieser verteilten Datenspeicherung im Gesundheitsbereich können Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen, aber auch Missverständnisse bzw. überflüssige Behandlungen und Untersuchungen für Patientinnen und Patienten sein. Für die Etablierung einer patientenzentrierten Plattform für Gesundheitsdaten müssen zudem Aspekte des Datenschutzes mitbedacht werden, genauso wie die Aufklärung im Sinne eines bewussten Umgangs mit medizinischen Daten und persönlicher Datensouveränität.

Was ist die Idee?

Die vom Hasso-Plattner-Institut konzipierte Gesundheitscloud soll dabei helfen, Gesundheitsdaten aus verschiedenen Datenquellen zusammenzuführen und sicher zu speichern. Dabei wären mündige Patientinnen und Patienten die entscheidenden Instanzen bei der Freigabe ihrer Daten. Auf deren Basis sollen mithilfe von modernen Analysetechnologien (wie z.B. In-Memory Analytics und Machine Learning) neue Erkenntnisse gewonnen werden, die Patientinnen und Patienten in der Gesundheitsvorsorge, aber auch bei der Einordnung von Diagnosen und Therapieoptionen unterstützen. Die Patientinnen und Patienten behielten dabei stets die Kontrolle über ihre Daten und könnten Rechte zur Datennutzung individuell zum Beispiel an vertrauenswürdiges ärztliches Fachpersonal, Familienmitglieder oder auch in anonymisierter Form für die medizinische Forschung vergeben. Ähnlich einer Blutspende könnten auch gesunde Personen ihre medizinischen Daten zur Verfügung stellen und die Wissenschaft unterstützen.

Auch für Ärztinnen und Ärzte wäre der Zugang zu einer lückenlosen Patientenhistorie von großem Vorteil. Sie könnten mithilfe der neustrukturierten Datenbasis und den erweiterten Analysemöglichkeiten neue Zusammenhänge aufdecken. Durch die Anbindung medizinischer Forschungsdatenbanken könnten per Echtzeit-Suche neueste medizinische Erkenntnisse in die Behandlung einfließen. Das könnte eine individualisierte Behandlung zu geringeren Kosten ermöglichen.

Darüber hinaus soll die Gesundheitscloud als Plattform für Gesundheits-Softwareanwendungen dienen. Aktuell sind über 200.000 Gesundheitsapplikationen auf dem Markt. Viele davon könnten von der skalierbaren Dateninfrastruktur und den verfügbaren Analyse- und Machine-Learning Algorithmen profitieren.

Die Freigabe von anonymisierten Gesundheitsdaten könnte der medizinischen Forschung in Deutschland neue Impulse geben. Das Hasso-Plattner-Institut teilt dabei die Auffassung renommierter Forscherinnen und Forscher, dass durch die Nutzung individueller Gesundheitsdaten Volkskrankheiten besser behandelt und die Heilungschancen erhöht werden könnten. 

Vorteile der Gesundheitscloud

Patientinnen und Patienten:

  • Kontrolle über die eigenen Gesundheitsdaten
  • sichere Datenablage
  • bessere und individualisierte Unterstützung in der medizinischen Vorsorge, bei Diagnosen und Therapieentscheidungen
  • altruistische Spende von anonymisierten Daten für Forschungszwecke

Ärztinnen und Ärzte: 

  • Effizienz in der Datenbeschaffung zur Patientenhistorie
  • Einfacher Zugang zu innovativen Anwendungen wie z.B. Machine Learning in der Radiologie
  • Nutzung aktueller internationaler medizinischer Forschung für Behandlungen

Anwendungsentwicklerinnen und -entwickler: 

  • kostenloser Zugang zu einer skalierbaren Dateninfrastruktur und sicherem Datenspeicher
  • bei Zustimmung des Patienten können weitere Gesundheitsdaten von der Plattform für Analysen genutzt werden

Forschung:

  • repräsentative Datenbasis und effizienter Zugang zur Durchführung von Analysen und klinischen Studien

Gesellschaft:

  • erhöhte Heilungschancen für Volkskrankheiten
  • geringere Kosten im Gesundheitssystem