Hasso-Plattner-Institut
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10.04.2013

Am 10. April hat der Future SOC Lab Day Spring 2013 am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam stattgefunden. Zwei der derzeit bestimmenden Trends im IT-Bereich standen im Fokus der Veranstaltung: Cloud Computing und Big Data. Führende  Informatik-Forscher und Vertreter der Industrie, darunter EMC, Fujitsu, Hewlett Packard (HP) und SAP, trafen sich, um von technologischen Grundlagen wie dem Einsatz neuer Speicher-Technologien für Datenbanken bis zu konkreten Anwendungsfällen wie der Vorhersage von Produktionsmengen für Konsumgüter Ergebnisse auszutauschen. Das HPI war mit zwei Projekten vertreten.

Christian Neuhaus vom HPI-Fachgebiet Betriebssysteme und Middleware beschäftigt sich mit der Lösung eines ganz praktischen Problems: Die begrenzten Ressourcen der Self-Teaching-Plattform „Instant Lab“ sollen vor allem den aktivsten und motiviertesten Studenten zugutekommen. Dafür forscht Neuhaus an einer automatisierten Zugriffskontrolle, welche die Nutzer in verschiedene „Trust-Level“ unterteilt – auf Basis ihrer bisherigen Leistungen (z.B. erfolgreich abgeschlossener Experimente oder Lernfortschritte), die dann wiederum in eine Formel einfließen, auf deren Basis das System automatisiert die Ressourcen zuweist.

Die Erhöhung der Flexibilität von Datenbanksystemen ist ein Thema von Christian Tinnefeld vom Fachgebiet „Enterprise Platform and Integration Concepts“ des Hasso-Plattner-Instituts: Moderne, ultra-schnelle Netzwerke ermöglichen es, den dynamischen Arbeitsspeicher von den einzelnen Systemen zu trennen und zentral zu nutzen. Damit können die vorhandenen Ressourcen effizienter eingesetzt und Leistungsspitzen abgefedert werden.

Auch externe Partner forschen am Furture SOC Lab

Andreas Wolf, Enterprise Architect bei HP, stellte die „Converged Cloud“ des Unternehmens vor, die ein integriertes Management von Daten, Applikationen und Infrastrukturen unterschiedlicher Cloud-Bereiche ermöglicht und damit flexiblere und schnellere Reaktionen auf Anforderungen der Kundenseite realisieren soll. 

Mit einem Grundlagen-Thema beschäftigte sich Fujitsu Technology Solutions in Verbindung mit dem SAP Innovation Center Potsdam: Die Auswirkungen der neuen Speicher-Generation Storage Class Memory (SCM) auf moderne Datenbankkonzepte wie SAP HANA. Noch ist das Zukunftsmusik, aber schon in wenigen Monaten können diese Konzepte die Auswertung großer Datenmengen revolutionieren.

Große Datenmengen – das ist zugleich das Stichwort für einen Kern der Forschungen am Future SOC Lab: So nutzte das Berliner Museum für Naturkunde die Technologie, um die Artenvielfalt bestimmter Spezies kartieren zu können, und an der Universität Mannheim beschäftigten sich Forscher mit komplexen Analyse- und Vorhersagemodellen für schnell verderbliche Lebensmittel im Einzelhandel. In beiden Fällen kommt es zu Datensätzen im mehrstelligen Millionenbereich.

Das Future SOC Lab am HPI stellt Wissenschaftlern und Industriepartnern seit 2010 eine IT-Infrastruktur für die Forschung bereit, die in Bezug auf Rechenkapazität und Speicherplatz in der deutschen Forschungslandschaft einmalig ist. Die enormen Möglichkeiten brachte HPI-Direktor Professor Christoph Meinel bereits in seiner Begrüßungsrede auf den Punkt: „Das Future SOC Lab hilft uns dabei, Probleme zu lösen, die bis vor kurzem noch unlösbar waren.“

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