Hasso-Plattner-Institut
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24.01.2013

Hasso Plattner präsentierte In-Memory-Technologie auf Medizin-Weltkonferenz

Am 29. Januar hielt HPI-Stifter Prof. Hasso Plattner in Mountain View (Kalifornien) einen Hauptvortrag auf der Weltkonferenz für personalisierte Medizin (PMWC). Den internationalen Forschern stellte er vor, was das HPI im März auch auf der CeBIT präsentieren wird. Es geht um den Einsatz einer In-Memory-Datenbanktechnologie, die ursprünglich für eine integrierte Plattform zur blitzschnellen Verarbeitung und Echtzeit-Analyse riesiger Mengen an Unternehmensdaten entwickelt wurde. Künftig soll sie auch in der medizinischen Forschung beim Umgang mit Genom-Daten eingesetzt werden. Im CeBIT lab (Halle 9, Stand A34) wird das HPI in diesem Zusammenhang sein Projekt „HIG“ präsentieren. Das interne Kürzel steht für High-Performance In-Memory Genome. Es unterstützt Mediziner in dem Bemühen, Behandlungsentscheidungen auf Basis aller patientenspezifischen Informationen treffen zu können. 

 

Dazu müssen Mediziner immer mehr Daten verarbeiten und zum Beispiel auch den ‚Bauplan‘ eines jeden Menschen, die DNS, auf genetische Veränderungen untersuchen. Dabei fallen riesige Datenmengen an, denn jeder Mensch trägt rund 3,2 Mrd. Erbinformationen in sich. Forscher an Plattners HPI-Fachgebiet rücken diesen gewaltigen Datenbergen mit einem 1.000-Kerne-Hochleistungsrechner im Hause zu Leibe. Um genetische Veränderungen in Echtzeit zu analysieren, kombinieren die HPI-Wissenschaftler die Forschungsergebnisse weltweiter medizinischer Datenbanken in einer Wissensdatenbank.

 

Hochleistungsrechner, kombiniert mit riesigen Arbeitsspeichern, helfen den Potsdamer Forschern so, bekannte genetische Dispositionen zu identifizieren und behandlungsrelevante Zusatzinformationen interaktiv binnen Sekunden statt wie bisher manuell über Tage oder Wochen hinweg zu ermitteln. Die Folge: Klinikärzte können Genomdaten über eine Cloud-Anwendung blitzschnell analysieren - zum Beispiel auf ihrem iPad während eines Patientengesprächs oder in einer Therapiekonferenz. Bisher mussten Mediziner und Forscher über Wochen hinweg wertvolle Zeit mit Literatur- und Internetrecherchen verbringen. Künftig kann das aktuellste Wissen über eine Erkrankung sofort in deren Behandlung einfließen. Schnelle, evidenzbasierte Behandlungsentscheidungen am Krankenbett sind genauso möglich wie neue Techniken der Überwachung von Risiko-Patienten zur Verhinderung von Notfällen.

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