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29.05.2020

News

OpenWHO meistert Corona-Boom mit HPI-Lerntechnologie

Einen Run auf die Lernplattform OpenWHO verzeichnet derzeit das HPI. Mit seiner E-Learning-Technologie unterstützt Europas Pionier in Sachen offene Onlinekurse die Weltgesundheitsorganisation seit 2016. Seit dem Ausbruch des Coronavirus zu Jahresbeginn bis Ende Mai sind nun gut 2,7 Millionen mehr Anmeldungen zu Kursen der WHO über die Server der HPI gelaufen als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Gleichzeitig nahm die Zahl der betreuten Nutzer um fast 1,3 Millionen Menschen aus aller Welt zu.

Digitales Lernen

Dank der Technologie des Potsdamer Instituts, mit dem dieses seit 2012 seine eigene IT-Lernplattform openHPI betreibt, schult die WHO derzeit in zahlreichen Sprachen schnell viel medizinisches Personal für den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. HPI-Mitarbeitende betreuen den Helpdesk der Lernplattform.

Noch 2019 hatte OpenWHO im gleichen Zeitraum von 1. Januar bis Ende Mai lediglich einen Zuwachs von gut 23.000 Kurseinschreibungen und knapp 12.000 Nutzern zu bewältigen gehabt.

WHO-Generaldirektor: „Gewaltige Leistung“

Am 27. März dieses Jahres hatte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus über den Kurznachrichtendienst Twitter die einmillionste OpenWHO-Einschreibung gemeldet. Der Äthiopier schrieb: „Das ist eine gewaltige Leistung“. Wiederholt verwiesTedros auch in Pressekonferenzen auf die hohe Bedeutung der Plattform seiner Organisation für die Fachkräfte in den Gesundheitssystemen aller Länder:

„Wissen ist der Schlüssel, um die öffentliche Gesundheit voranzubringen und #COVID19 zu besiegen“,

twitterte er.

Für das Echtzeit-Training zum Umgang mit Covid-19-Erkrankungen gibt es auf OpenWHO mittlerweile rund 80 Onlinekurse in 26 Sprachen. Seit kurzer Zeit sind auch die weit verbreiteten afrikanischen Sprachen Suaheli, Hausa und Amharisch dabei. Ein knappes Drittel der Plattform-Nutzer stammt aus Indien und dem übrigen Südasien. Deshalb gibt es die Kurse zum Beispiel auch auf Hindi, Bengali und Urdu sowie auf Oriya, das vorwiegend im indischen Bundesstaat Odisha (Orissa) gesprochen wird.

Das openHPI-Team meistert vielfältige Herausforderungen

„Da das openHPI-Team seine Lernplattform bereits in den Weltsprachen Deutsch, Englisch, Chinesisch, Russisch und Spanisch anbietet, stellt uns die Arbeit für die WHO vor vertraute Herausforderungen. Aber ab und zu gilt es auch, mit bislang gänzlich unbekannten Schriftzeichen umzugehen“, berichtet HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel aus der Praxis. Die Entwickler mussten sich zudem darauf einstellen, dass es in manchen Kulturen nur einen Namen gibt, also es für die Lernwilligen nicht obligatorisch sein darf, im digitalen Anmeldeformular sowohl ein Vornamens- als auch ein Nachnamensfeld auszufüllen.

Für die massiv ausgeweitete Nutzung der OpenWHO-Plattform müssen die HPI-Server in Spitzenzeiten 30.000 Anfragen pro Minute „schultern“. Das Helpdesk-Team des Instituts bearbeitete seit Jahresbeginn etwa 29.000 Vorgänge. Dabei geht es zum Beispiel darum, für die Weltgesundheitsorganisation technische Fragen zu klären und Probleme zu lösen.

„Wir freuen uns, in diesen herausfordernden Zeiten der Weltgesundheitsorganisation eine verlässliche Hilfestellung bei der Bewältigung des starken Volumens an Lernwilligen bieten zu können“, betont der Informatikprofessor.