Hasso-Plattner-Institut
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23.09.2004

Eine bekannte Situation: Sie fahren auf der Autobahn, plötzlich streikt die Elektronik im Fahrzeug. Bisher muss in diesem Fall der Pannedienst gerufen werden. Bald kann es jedoch sein, dass Sie den Schaden überhaupt nicht mehr bemerken. Ein "intelligentes" Computersystem wird den sich anbahnenden Schaden rechtzeitig über Funk an eine zentrale Stelle schicken, die sich, ebenfalls per Datenübertragung, sofort an die Behebung des Softwareschadens macht. Diese Erhöhung der Betriebssicherheit ist keine ferne Zukunftsmusik, sondern aktueller Forschungsgegenstand der Fahrzeughersteller.

Der intelligente Datenaustausch bietet eine Vielzahl neuer Möglichkeiten in den verschiedensten Bereichen. Wie aber ist es mit der Informationssicherheit bestellt? Was ist, wenn die Datenübertagung "anzapft" oder lebenswichtige Betriebssysteme lahm legt werden? Was passiert, wenn z. B. Computerviren gezielt in diese Systeme eingeschleust werden?

Mit solchen Fragestellungen und mit geeigneten Methoden, die Sicherheitsstandards bei kritischen Computersystemen zu garantieren, beschäftigte sich die SAFECOMP 2004, die vom 21. bis 24. September am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik stattfand. Etwa 100 Wissenschaftler, Forscher und Praktiker aus 16 Nationen nahmen an der Konferenz teil. Sie wurde vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Universität Münster organisiert. Es war die 23. Auflage dieser Tagung, die im nächsten Jahr laut Veranstalter EWICS TC7 in Norwegen stattfinden wird.

"Die Potsdamer Veranstaltung war für alle Beteiligten ein beeindruckendes Ereignis. Nicht nur die hohe Qualität der Konferenzbeiträge, sondern auch die angenehme Atmosphäre am Hasso-Plattner-Institut und der Standort Potsdam mit seiner langen wissenschaftlichen Tradition haben sehr zum Gelingen der Tagung beigetragen", resümiert Dr. Udo Voges, EWICS-Chair und Projektleiter am Forschungszentrum Karlsruhe. Stefan Wittmann vom BSI würdigte die hohe Diskussionsbereitschaft aller Teilnehmer, die immer auch Indiz für eine gelungene Veranstaltung sei. Er hob besonders die effiziente Mischung aus wissenschaftlichen, experimentellen und praxisnahen Vorträgen hervor.

Auch die Aussteller strahlten große Zufriedenheit aus. "Ich konnte viele interessante Gespräche auf der SAFECOMP führen", meinte etwa Wolfgang H. Baumann, der seine Dienste bei Zuverlässigkeits-, Fehlerbaum- oder Ausfall- und Bedeutungsanalysen anbietet. Petra Hamm-Fiertner von TTTech freute sich, dass sich viele der anwesenden Wissenschaftler mit Themen aus dem Eisenbahnbereich befassten. Das Hauptbetätigungsfeld des österreichischen Unternehmens sind zeitgesteuerte Datenbussysteme für die Bereiche Automobil, Luftfahrt und Eisenbahn.

Die Vorträge der SAFECOMP 2004 werden in der Springer-Reihe "Lecture Notes in Computer Sciense" (Band LNCS 3219) veröffentlicht.